Was ist eine Scheinschwangerschaft?

Die Scheinschwangerschaft ist ein Phänomen, das sich noch gar nicht einmal so selten ereignet. Es kommt bei Frauen vor, bei denen ein starker Kinderwunsch besteht und es sich so anfühlt, als seinen sie schwanger.

Der weibliche Körper bringt es dabei doch tatsächlich fertig, signifikante körperliche Symptome und Anzeichen zu produzieren. Dabei ist sie nur scheinschwanger, was ein Test trotz der Anzeichen sogleich erkennen lassen könnte. Die äußeren Schwangerschaftsanzeichen sind da und die Scheinschwangeren sind absolut davon überzeugt, tatsächlich in anderen Umständen zu sein.

Es ist anschließend sehr oft schlimm für sie, die eingebildete Gravidität erkennen zu müssen. Denn der Test kann noch so oft gemacht werden, obwohl es sich so anfühlt, ist sie nicht schwanger.

Welche Symptome verursacht eine Scheinschwangerschaft?

Diese Störung verursacht eine ganze Reihe von Symptomen. So lässt sich der Körper vom ausnehmend starken Kinderwunsch so sehr täuschen, dass er ihren körperlichen Zustand verändert. Ist sie scheinschwanger, dann spannen auch die an Umfang zunehmenden Brüste. Dies geschieht, weil sich der Spiegel des Hormons Prolaktin erhöht, das für die Milchbildung zuständig ist.

Schwangerschaftsanzeichen möglich

Manche Frau zeigt noch stärkere Anzeichen und sie produziert sogar schon regelrechte Vormilch. Auch ihre restliche Figur nimmt an Umfang zu und sie wirkt, genau wie eine wirklich Schwangere, nun weiblicher. Möglicherweise bleibt die Periode aus, was die eingebildete Schwangere restlos überzeugt, dass sie wirklich schwanger ist.

Oft kommt es auch zu morgendlicher Übelkeit, zu Erbrechen und Abneigungen gegen bestimmte Speisen. Der Körper imitiert den Zustand der werdenden Mutter einfach perfekt und er ist von diesem nicht zu unterscheiden.

Ohne Schwangerschaftstest und ohne körperliche Untersuchung kann noch nicht einmal der Gynäkologe deuten, ob sie nun scheinschwanger ist oder nicht. Erst der negative Schwangerschaftstest bringt Klarheit.

Wie kommt es zu einer Scheinschwangerschaft?

Wie bereits angedeutet, ist es der starke Kinderwunsch, der diese Symptome verursacht. In der Regel betrifft dieses Phänomen Patientinnen, die sich schon sehr lange vergeblich ein Kind wünschen. Sehr oft sind dies Frauen, die noch gar keine eigenen Kinder haben oder die mehrere Fehlgeburten erleben mussten.

Dauerhafter Druck durch Starken Kinderwunsch

Sie setzen sich und ihren Körper mit diesem starken Kinderwunsch und Wunsch nach Familie sozusagen unter dauerhaften Druck. Viele dieser Frauen leben alleine, eine Scheinwangerschaft kann aber auch in Ehe oder Partnerschaft vorkommen.

Wenn die eingebildete Schwangerschaft bekannt ist, sollte sie auch behandelt werden. Denn es kommt durchaus vor, dass das Ganze sich chronifiziert und seelischer Leidensdruck entsteht. Dann ist eine Behandlung nicht nur anzuraten, sondern sie ist unausweichlich.

Übrigens ist das gleiche Phänomen für eingebildete Schwangerschaftsanzeichen, die Scheinträchtigkeit, in der Tierwelt sehr häufig zu beobachten. Diese Scheinträchtigkeit der Tiere verläuft ähnlich wie die des Menschen.

Welche anderen Ursachen können Schwangerschaftsanzeichen haben?

Selbstverständlich gibt es auch noch andere Ursachen für die eingebildete Schwangerschaftsanzeichen. Das empfindliche Gleichgewicht des Hormonhaushalts kann beispielsweise durch verschiedene Krankheiten gestört sein.

Schilddrüsenerkrankungen, Zysten

Dazu zählt man insbesondere Erkrankungen der Schilddrüse. Auch Zysten können Symptome auslösen, die denen der Gravidität ähneln. Die Periode kann ausbleiben und der Unterleib anschwellen.

Windei

Neben diesen möglichen Ursachen für eine Scheinschwangerschaft gibt es einen weiteren Sonderfall. Es handelt sich dabei um den wenig schmeichelhaften Ausdruck „Windei“. Hinter dem Ausdruck Windei verbirgt sich eine nicht normal verlaufende Schwangerschaft, bei der es tatsächlich ein befruchtetes Ei gibt. Aber dieses Kind hat keine Überlebenschance und es geht normalerweise mit der dann doch verspätet einsetzenden Periode ab.

In diesem Fall können körperliche Anzeichen wie spannende Brüste und Milchbildung vorliegen, dem muss aber nicht so sein. Viele Betroffene merken noch nicht einmal, dass sie schwanger gewesen waren. Es findet eine Fehlgeburt statt, die aber oft nur als heftige Monatsblutung mit verstärkten Schmerzen wahrgenommen wird.

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Allerdings kann es auch hier zu Komplikationen kommen, welche die Gesundheit beeinträchtigen. Festgestellt wird dieses Windei also sehr oft nur, wenn gerade ein Besuch beim Arzt erfolgt.

Sonderfall: Pseudograviditätskur

Ein weiterer Sonderfall verbirgt sich hinter dem schwierigen Wort Pseudograviditätskur. Es handelt sich dabei um eine hormonelle Behandlung mit den hochdosierten Schwangerschaftshormonen Östrogen und Gestagen.

Durch diese Pseudograviditätskur werden Schwangerschaftssymptome künstlich herbeigeführt, um das Wachstum der Gebärmutter kurzfristig anzuregen. Der Sinn des Ganzen besteht darin, dass diese hormonelle Kur chronische Zyklusstörungen beseitigen soll.

Scheinschwangerschaft oder vorgetäuschter Schwangerschaft? Die Unterschiede

Eine scheinbare ist von einer vorgetäuschten Schwangerschaft gut zu unterscheiden. Denn ist die Betroffene scheinschwanger, dann weiß sie ja gar nicht, dass sie nicht schwanger ist. Hier geht es um einen unbewussten, nicht von ihr gesteuerten Vorgang.

Vorgetäuschte Schwangerschaft

Etwas anders verhält es sich bei der vorgetäuschten Variante. Da weiß sie in ihrem tiefsten Innern sehr wohl, dass sie kein Baby erwartet. Aber sie täuscht ihr Umfeld aus meist unmoralischen Gründen, um sich irgendeinen Vorteil zu verschaffen.

Schwangerschaftswahn

Eine weitere Sonderstellung nimmt der sogenannte Schwangerschaftswahn, eine schwere psychische Störung ein. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein und sehr oft stecken Verlustängste oder ein vorangegangener Missbrauch dahinter. Dem Schwangerschaftswahn nimmt innerhalb dieser gesundheitlichen Störungen eine absolute Sonderstellung ein.

Ob nun eine scheinbare oder eine vorgetäuschte Schwangerschaft vorliegt: sehr oft handelt es sich bei den Scheinschwangeren um Patientinnen in den mittleren Jahren. Viele haben keinen Lebenspartner oder Leiden unter dem Verlust des Partners. Der übermächtige Wunsch nach Partnerschaft und nach Familie lässt sie vereinsamen und erkranken.

Wie wird die Scheinschwangerschaft behandelt und man wieder gesund?

Unter anderem kann lange, ungewollte Kinderlosigkeit dahinterstecken. Auf jeden Fall sollten sie sich nach dem negativen Test zeitnah um Behandlung und Therapie kümmern. Die ersten Ansprechpartner sind Hausarzt und Gynäkologe, welche eine vorläufige Verdachtsdiagnose erstellen werden, nachdem auch der mehrmalige Test andere Umstände ausgeschlossen hat.

Körperliche Erkrankungen als Ursache der Scheinschwangerschaft

Wenn körperliche Erkrankungen ausgeschlossen wurden, werden sie die Patientin an die entsprechenden Fachärzte und Therapeuten überweisen. Liegt eine primäre körperliche Grunderkrankung wie eine Zyste der Eierstöcke vor, so wird diese medikamentös oder operativ vom Gynäkologen behandelt.

Manchmal entdeckt der Hausarzt bei der Analyse des Blutbilds eine Auffälligkeit der Schilddrüsenwerte. Dann kann er eine medikamentöse Behandlung der Unter- oder Überfunktion und somit auch der Schwangerschaftsanzeichen in die Wege leiten. Eventuell wird der Hausarzt oder der Gynäkologe die Patientin an einen Psychiater zur Weiterbehandlung schicken. Dieser wird ergründen, welche Art von Erkrankung vorliegt und welche Therapie geeignet ist.

Psychiatrische und seelische Erkrankungen

Es gibt Hunderte von psychiatrischen und seelischen Erkrankungen, bei denen es zu einem solchen Verhalten kommen kann. Der Arzt wird eventuell eine Psychotherapie anordnen oder durchführen. Infrage kommen, je nach Untersuchungs- und Gesprächsergebnissen, eventuell auch Eheberatung, Partnertherapie oder Verhaltenstherapie.

Auch die Ernährung kann bei der Entstehung einer solchen Störung eine Rolle spielen. Eine Umstellung der Ernährung kann durch einen Ernährungsberater begleitend erfolgen.

Fazit

Das Thema Scheinschwangerschaft ist sehr komplex und hinter dem Auftreten von körperlichen Symptomen können eine Vielzahl von Ursachen stecken. Obwohl es sich für Betroffene so anfühlt, liegt keine Schwangerschaft vor.

Hormonelle Ursache

Diese Gründe können hormoneller Natur sein, aber die Ursache dafür kann zum Beispiel auch eine Zyste sein. Der starke Kinderwunsch der meist kinderlosen Patientin kann zu heftigen Schwangerschaftsanzeichen führen, wie sie sonst nur in echten anderen Umständen zu finden sind.

Das Problem der scheinbaren Schwangerschaft ist gar nicht so selten und es betrifft eher Betroffene mittleren Alters als junge. Viele von ihnen leben allein und sie hegen einen sehr starken Wunsch nach einem Kind.

Psychische Störung

Eine absolute Sonderstellung nimmt der Schwangerschaftswahn ein, bei dem es sich um eine schwerwiegende, psychische Störung handelt.

Leidensdruck

Oft chronifizieren sich die falschen Anzeichen und es entsteht Leidensdruck, der gar nicht gesund für die Patientin ist. Die physische und psychische Gesundheit ist nun in ernster Gefahr. Unbehandelt wird die Betroffene die eingebildete Schwangerschaft nicht erkennen und ihre Gesundheit leidet beträchtlich.

Daher gilt es, zu handeln und die wirkliche Ursache vom Arzt erkennen zu lassen, damit sie schnell wieder gesund wird. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten und der Ernährung kann therapiebegleitend stattfinden.

Von Selbstversuchen mit Medikamenten und Heilmitteln ist unbedingt abzusehen. Der Laie kennt den Grund für die Störung der Gesundheit überhaupt nicht. Er kann nicht erkennen und deuten, ob sich hinter dem Krankheitsbild als Ursache unerfüllter Kinderwunsch, Schwangerschaftswahn, eine Zyste oder eine sonstige Erkrankung verbirgt.