Wie viel Tee darf die schwangere Frau trinken?

Auch und gerade in der Schwangerschaft trinken Frauen sehr gerne Tees. Sie sind sich aber gar nicht so sicher, wie viel sie davon an einem Tag zu sich nehmen dürfen. Grundsätzlich gilt für die gesunde Frau dasselbe wie für alle anderen Menschen auch. Die Trinkmenge des Menschen sollte zwischen eineinhalb und zwei Litern pro Tag betragen. Im Sommer, wenn es heiß ist, kann diese Trinkmenge natürlich gesteigert werden. Aber kein Mensch und keine Schwangere wird nur Tees trinken (wollen).

Wasser ist das natürlichste Getränk, das der Mensch zu sich nehmen kann und wir können dafür eine absolute Empfehlung aussprechen. Wenn eine werdende Mama bevorzugt Tee in der Schwangerschaft und Wasser trinkt, kann sie die jeweilige Trinkmenge zwischen den beiden Getränken aufteilen. Für Frauen, die wissen, dass sie unter Diabetes, Nierenerkrankungen usw. leiden, gelten unter Umständen andere Trinkmengen. Diese müssen sie auf jeden Fall mit ihrem Arzt besprechen und sich an dessen Anweisungen halten.

Tee in der Schwangeschaft – prinzipell gilt:

  • Sorgen Sie für Abwechlung! Hebammen empfehlen nicht die gleiche Teesorte wochen- oder gar monatelang zu trinken. Kräutertees und Früchtetees gibt es in vielen Sorten. So kann es bei Heilkräutern nicht zu einer Überdosierung kommen
  • Achten Sie bei Teemischungen auf die Zusammensetzung, da oftmals schwarzer Tee als Grundlage für die Mischung verwendet wird.
  • Verzichten Sie beim Süßen auf Zucker und Süßstoff und verwenden Sie stattdessen Honig
  • Selbstverständlich spielt es bei der Trinkmenge eine Rolle, ob eine Teesorte Koffein enthält oder nicht.

Welche Tees enthalten eigentlich Koffein?

Es sind längst nicht nur Schwarzteesorten, die Koffein enthalten. Denn es gibt eine ganze Reihe von Sorten, die ebenfalls koffeinhaltig sind bzw. eine aufputschende Wirkung haben. So ist auch im sehr beliebten Grüntee, sowie in den weißen Teesorten Koffein enthalten. Außerdem enthalten auch Gewürzteemischungen wie der Indische Chai oder diverse Weihnachtstees Schwarztee und somit Koffein. Bei den exotischen Sorten sind es vor allen Dingen der südamerikanische Mate und der Japanische Matcha, die für ihren Koffeingehalt bekannt sind. Der Koffeingehalt der einzelnen Schwarztees und Gewürztees kann sehr unterschiedlich sein. In geringen Mengen sind sie erlaubt und empfehlenswert, sollten aber nicht täglich und schon gar nicht literweise getrunken werden. Darauf sollte die Frau nun schon achten.

Welche Teesorten sind in der Schwangerschaft unbedenklich?

Die allermeisten Früchtetees sind für die werdende Mama erlaubt und tun ihr und dem Kind gut. Diese können im Winter heiß und im Sommer kalt getrunken werden. Sie wärmen im Winter und haben im Sommer, wenn es heiß ist, eine sehr erfrischende Wirkung. Gerade jetzt, wo die werdende Mama auf Getränke mit Kohlensäure verzichtet. sind kalte Früchtetees absolut empfehlenswert. Bei uns gibt es so viele Sorten zu kaufen, dass sie an dieser Stelle unmöglich alle erklärt, aufgezählt und empfohlen werden können.

Früchtetee: Heiß oder kalt genießen

Einige der bekanntesten Früchtetees, für die eine Empfehlung gegeben werden kann, sind Hagebutte, Malve, Erdbeere oder Holunder. Nun ist Frucht aber nicht gleich Frucht und selbstverständlich gibt es auch bei den Früchtetees Sorten, die mit Vorsicht zu genießen oder sogar verboten sind. Natürlich darf sie auch zwei, drei Tässchen nicht allzu starken Schwarztee pro Tag trinken. Sie sollte aber beachten, dass ihr dann nicht auch noch zusätzlich koffeinhaltiger Kaffee erlaubt ist. Die Empfehlung der meisten Ärzte lautet, dass zwei bis drei Tässchen Kaffee und Schwarztee insgesamt pro Tag unbedenklich sind. Mehr davon könnte der werdenden Mama und dem Baby schaden und daher sollte sie auf das Koffein besonders achten.

Tee in der Schwangeschaft: Diese Sorten sind mit Vorsicht zu genießen

Die Dosis macht das Gift

Es gibt einige Teesorten, die Frauen in anderen Umständen mit Vorsicht genießen sollten. Diese Tees sind in der Schwangerschaft zwar nicht völlig verboten, aber werdende Mütter sollten unsere diesbezüglichen Hinweise beachten. Aufgüsse dieser Kräuter und Früchte sollten nur in geringen Mengen verzehrt oder nicht während der gesamten neun Monate getrunken werden.

Himbeerblättertee

Eine dieser Sorten ist der Himbeerblättertee, der eine Sonderstellung einnimmt. Einerseits kann er Frauen dabei helfen, schwanger zu werden. Andererseits setzt man ihn insbesondere in den letzten Wochen der Schwangerschaft ein, um die Gebärmutter besser zu durchbluten und sie weich und geschmeidig zu machen. Aber dieser Früchtetee sollte nicht in jeder Phase der Schwangerschaft getrunken werden. Vor einem geplanten Kaiserschnitt ist er der Frau sogar verboten. Denn dadurch, dass er die Durchblutung der Gebärmutter anregt, kann es beim Kaiserschnitt zu Komplikationen wie Blutungen kommen.

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Pfefferminztee

Pfefferminztee kann, übermäßig genossen, unter Umständen Übelkeit auslösen. Und das, obwohl er von einigen Menschen gegen Übelkeit getrunken wird.

Ingwertee

Ein weiterer Teeaufguss, über den sich Frauen in anderen Umständen Gedanken machen sollten, ist der Ingwertee. Teebeutel oder lose Tees, die Ingwer enthalten, sind insbesondere bei Frauen mit Morgenübelkeit beliebt. Ingwer in geringen Mengen schadet auch nicht, aber übertreiben sollte man es mit dem Ingwertee nicht. In hohen Dosen kann dieser Tee in der Schwangerschaft wehenfördernd wirken.

Und welche Teesorten sind absolut tabu für Schwangere?

Es gibt einige Kräuter- und Früchtetees, deren Genuss in diesen neun Monaten überhaupt nicht anzuraten bzw. erlaubt ist. Diese sollte die werdende Mama dann aber auch wirklich meiden. Denn wer denkt, dass ein Tässchen des wohlschmeckenden Gebräus ja wohl kaum schaden kann, der irrt.

Kräutertee, aber auch Früchtetee ist oftmals sehr wirksam und als Laien unterschätzen wir diese Wirksamkeit sehr leicht einmal. Absolut tabu für sie sind Tees aus den folgenden Kräutern bzw. Wurzeln:

  • Eisenkraut
  • Ginseng
  • Schöllkraut
  • Rosmarin
  • Süßholzwurzel
  • Salbei

Zu den genannten Kräutern und Wurzeln gibt es einiges zu sagen. Sie alle werden in der Getränkeindustrie, aber auch in der Heilkunde und der Pharmazie verwendet. Es handelt sich um wirksame und bewährte Arznei- und Teepflanzen. Aber in diesen neun Monaten gelten halt andere Gesetze als im sonstigen Leben.

Ein Stoff, der uns sonst gut tut und heilt, kann ein Ungeborenes schädigen oder vorzeitige Wehen auslösen. Die in der Liste aufgeführten Kräuter können fast alle vorzeitige Wehen auslösen.

Einen Sonderfall bildet der Ginseng, denn bei dessen Einnahme kann es sogar zu Schädigungen des Kindes im Mutterleib kommen.

Salbei wirkt in größeren Mengen wehenfördernd. Außerdem verhindert er eine ausreichende Transpiration und daher sollten auch Nicht-Schwangere vor dem Verzehr von Salbeitee mit ihrem Arzt sprechen. Aus all diesen Gründen sollte die Frau in anderen Umständen diese Teezubereitungen meiden.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und es mag noch weitere dieser Teeaufgüsse geben, die sich nicht für werdende Mütter eignen. Wer sich unsicher ist, sollte das Thema auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen. Im Zweifelsfall lässt die Frau nun lieber eine Teesorte weg, als sich und dem ungeborenen Kind zu schaden.

Fazit

Tee in der Schwangerschaft ist für die werdende Mutter gut und erlaubt. Das Wissen um die Kraft der Kräuter ist so alt wie der Mensch selbst. Allerdings ist die Medizin und die Forschung manchen unerwünschten oder gar gefährlichen Wirkungen von Kräutertee oder Früchtetee erst in den letzten Jahrzehnten auf die Spur gekommen. Unter anderem konnte man die Wirksamkeit mancher Inhaltsstoffe im Labor oder in Studien nachweisen.

Die Wirkung der einen oder anderen Teesorte wird in Büchern bereits seit Jahrtausenden beschrieben und erklärt. Ein Tässchen Tee ist ein super Getränk, das den Durst gut stillt und Beschwerden lindern kann. Dabei sollte man allerdings die Sorte und die Menge beachten, die man über den Tag verteilt zu sich nimmt. Gut verträglicher Tee ist absolut empfehlenswert, denn er löscht nicht nur den Durst. Er kann Beschwerden lindern und unter Umständen sogar Krankheiten heilen. Für die werdende Mama kommt es beim Genuss von Tee absolut auf die Sorte an. Die Empfehlung des Arztes oder der Hebamme bezüglich bestimmter Teezubereitungen sollte die Frau auf jeden Fall beachten.

Gerne erklärt der Arzt, warum ein bestimmtes Getränk oder welcher Tee in der Schwangerschaft für die Mama in spe nun verboten ist. Sie sollte auch darauf achten, ihre kalten und heißen Getränke nicht mit Zucker oder Süßstoff zu süßen. Denn Zucker beinhaltet leere Kalorien und er hat keinerlei Nutzen für unseren Körper.

Künstliche Süßstoffe stehen im Verdacht, Einfluss auf das spätere Körpergewicht des Kindes zu haben. So sind die Kinder von Frauen, die in den neun Monaten Süßstoffe verwendet haben, eher übergewichtig als andere Kinder ihres Alters. Abschließend lässt sich sagen, dass Tee und Wasser für die Frau in anderen Umständen die Getränke der ersten Wahl sind. Wer diese Hinweise beachtet und im Zweifelsfall Arzt oder Hebamme fragt, kommt hervorragend durch diese ganz besonderen vierzig Wochen.