Nichts wünschen sich die Eltern mehr, als dass ihr Baby gesund zur Welt kommt. Doch wie wahrscheinlich oder auch unwahrscheinlich es ist, dass dieser Wunsch auch wirklich in Erfüllung geht, zeigt mal wieder die Statistik. Denn allein in Deutschland, hat von einhundert Kindern, die das Licht der Welt erblicken, eines einen angeborenen Herzfehler.

Damit führt der angeborene Herzfehler die Liste der häufigsten Organmissbildungen bei Neugeborenen ganz oben mit an. Experten gehen sogar davon aus, dass der angeborene Herzfehler die häufigste aller möglichen Organmissbildungen bei Neugeborenen ist. Wissenschaftliche Auswertungen, mit denen sich diese Vermutung bestätigen lassen würde, gibt es jedoch nicht.

Doch auch ohne wissenschaftliche Beweisführung ist die Zahl erschreckend, wenngleich die Überlebenschance dieser Kinder in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist.

Mit dafür verantwortlich zeigt sich die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V., die vor 20 Jahren gegründet wurde und die heute auf eine Vielzahl kleiner Patienten zurückschauen kann, denen sie in der Vergangenheit das Leben retten konnte.

Denn noch vor Gründung der Fördergemeinschaft waren die Prognosen für Kinder mit einem angeborenen Herzfehler denkbar schlecht. So hat noch im Jahr 1989 etwa jedes fünfte Kind, das unter einer Organmissbildung des Herzens litt, nicht überlebt.

Inzwischen konnte die Fördergemeinschaft jedoch eine Menge bewegen und vor allem die Forschung auf dem Gebiet der Herztransplantation bei Neugeborenen und Kindern merklich vorantreiben. Dafür hat sie seit ihrem Bestehen insgesamt 24,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt und an 12 medizinische Einrichtungen mit insgesamt 31 Projekten zu Forschungszwecken weitergeleitet.

Mit dem überwältigenden Erfolg, dass die Lebenserwartung von Kindern mit angeborenem Herzfehler deutlich gestiegen ist. Heutzutage liegt die Sterblichkeit bei “nur noch“ fünf Prozent.

Je schwerwiegender die Beeinträchtigung des Herzens ist, desto häufiger müssen Herzklappen ersetzt oder auch komplette Herzen transplantiert werden. Bei den nur etwa walnussgroßen Herzen von Neugeborenen ist letzteres in Deutschland zwischen 30 und 40 x pro Jahr der Fall.

Gelingt diese Komplett-Transplantation, und nimmt der Körper das neue und fremde Organ gut an, müssen diese Kinder kaum noch einmal operiert werden.

Anders hingegen Kinder, bei denen eine Herzklappe ersetzt werden muss. Denn die bisher verwendeten mechanischen Klappen oder die Klappen von Schweineherzen wachsen bekanntermaßen nicht mit und müssen dementsprechend alle zwei, spätestens jedoch alle drei Jahre gegen eine größere Version ausgetauscht werden. Bis zum 18. Lebensjahr der Kinder sind also regelmäßige und vor allem nicht ungefährliche, oftmals aber auch unerwartete oder unvorhersehbare Eingriffe vorprogrammiert.

Deshalb arbeiten die Forschungsabteilungen, die seitens der Fördergemeinschaft unterstützt werden, auf Hochtouren an den so genannten “mitwachsenden“ Herzklappen, die innerhalb der nächsten zehn Jahre einsatzbereit zur Verfügung stehen sollen. Damit die Strapazen für die Kleinen auf ein Minimum reduziert werden können, um dann endlich ein fast normales Leben ohne ständige Krankenhausaufenthalte führen zu können.

Weitere Informationen zum Thema oder auch Kinderherz-Geschichten, die im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen gehen, als auch die aktuellen Informationen zu Charity-Events  finden Sie auf Homepage der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V. unter: https://www.kinderherzen.de/

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