Eltern von Säuglingen sollten überdenken, ob sie Ihren Kindern schon mit der Babynahrung Salz zuführen möchten oder lieber eine salzfreie Babykost füttern sollen. Denn Forscher vom Monell Chemical Senses Center, Philadelphia haben nun in einer Studie in den USA festgestellt, dass Kinder die bereits mit der Babynahrung Salz zu sich genommen haben, auch später, im Erwachsenenalter salzhaltige Speisen den süßen vorziehen.

Die Studie läuft noch

Die Forscher beobachteten über Jahre das Essverhalten von anfänglich 61 Kindern, von denen 26 schon im frühesten Babyalter (2 Monate) mit salzhaltiger Kost gefüttert wurde. Ein anderer Teil der Kinder bekam erst später (ab 6 Monate) Salz in der Nahrung zu essen, 35 andere wurden von Anfang an mit Milch und dann komplett salzarm ernährt. Die Vorliebe für Salziges wurde über Getränke getestet, die entweder komplett frei, leicht gesalzen oder extrem salzig waren. Die Kinder entschieden selbst, welches der 3 Getränke sie trinken wollten.

Die Kinder, die bereits als kleine Säuglinge mit gesalzenem Kartoffelbrei und Brot gefüttert wurden, bevorzugten auch schon im Alter von 6 Monaten ein leicht salziges Getränk. Diejenigen, die weitestgehend salzfrei aufwuchsen, bevorzugten dagegen einfaches Wasser als ihren Testfavoriten.
Eine erneute Befragung der Kinder im Schulalter ergab, dass die Kinder, die schon mit der Babynahrung viel Salz aufgenommen haben, salzige Snacks, wie Chips, den süßen vorzogen. Mit salzarmer Babykost und/oder Milch gefütterte Kinder bevorzugten dagegen Obst und Süßigkeiten als Snack für zwischendurch.

Frühkindlich geprägtes ungesundes Essverhalten rächt sich im Erwachsenenalter

Viele Erwachsene leiden an verschiedenen Krankheiten, deren Ursache auf einen übermäßigen Genuss von salzhaltigen Speisen zurückzuführen ist. Sollen sie ihre Nahrung wegen gesundheitlicher Probleme dann auf salzarme Kost umstellen, tun viele sich schwer. Daher wollen die Forscher mit dieser Studie nun nachweisen, ob sich ein späteres gesünderes Essverhalten mit weniger gesalzener und damit gesünderer Babykost schon in der frühen Kindheit prägen lässt.

Denn dann wäre es ein Leichtes, einem zukünftigen Erwachsenen schon als Kind die Vorliebe von salzarmen Speisen „anzuerziehen“ und damit einen Teil zu einem zukünftigen gesünderen Erwachsenen beizutragen. Natürlich ist es einfacher, ein Kind frühestmöglich am Erwachsenentisch mitessen zu lassen. Aber wäre es dann nicht sinnvoller, auch als Eltern, einfach auf Salz zu verzichten oder den Salzkonsum zumindest weitestgehend zu reduzieren? Denn schließlich förderte man damit nicht nur die zukünftige Gesundheit seines Babys, sondern auch seine eigene. Viele Krankenkassen und Erziehungsberatungsstellen bieten Ratgeber und Kurse an, in denen richtiges und gesundes Füttern eines Babys gelehrt wird. Leider nehmen viel zu wenige Eltern dieses Angebot an, obwohl es meist kostenfrei angeboten wird.