Manchmal erscheint es einfacher die Kinder so lange aufbleiben zu lassen wie sie möchten, anstatt jeden Abend über die Zu-Bett-Gehenszeit zu diskutieren. Aber regelmäßig eingehaltene Schlafenszeiten wirken sich positiv auf die Entwicklung des Kindes aus! Es wurde bereits bewiesen, dass eine konsequente Routine große Vorteile für Kinder hat, doch jetzt hat eine Studie auch bewiesen, dass keine Routine zu haben einen großen Nachteil mit sich bringt.

Die Studie aus England hat sich die Schlafgewohnheiten von 10,000 Kinder im Alter zwischen 3 und 7 Jahren angeschaut und herausgefunden, dass Kinder ohne Routine und regelmäßige Schlafenszeiten größere Verhaltensstörungen aufwiesen als Kinder mit festen Schlafenszeiten

Die Studie wurde 2013 in der Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlicht und ergab, dass etwa 20% der Eltern angaben, dass ihre 3-Jährigen keine festen Schlafenszeiten haben. Die Forscher stellten fest, dass Kinder, die keine festgelegte Schlafenszeit hatten, Probleme mit der Konzentration, mangelnde Ausgeglichenheit und eher zur Hyperaktivität neigen. Diese Ergebnisse stammten nicht nur aus Berichten der Eltern, sondern auch von Lehrern schulpflichtiger Kinder, die das Verhalten von Kindern ohne regelmäßige Schlafenszeiten als problematischer bewerteten.

Schlaf-Wach-Rhythmusstörung durch unregelmäßige Zu-Bett-Geh-Zeiten

Nach Angaben der leitenden Forscherin, Yvonne Kelly, resultieren unterschiedliche Schlafenszeiten bei Kindern in einer Art „sozialen Jetlag“, auch wenn sie die gleichen Stunden Schlaf bekommen.

„Ohne jemals in ein Flugzeug gestiegen zu sein, werden die Körpersysteme eines Kindes durch verschiedene Zeitzonen gewirbelt, und ihre zirkadianen Rhythmen (Schlaf-Wach-Rhythmusstörung) -und Hormonsysteme werden dadurch negativ beeinträchtigt“, erklärt Kelly in einem Artikel aus dem Jahr 2017, den sie für The Conversation verfasste. Quelle: TheConversation

Es ist nie zu spät geregelte Schlafenszeiten einzuführen

In diesem Artikel erklärt sie außerdem, dass ihr Team „auch eine wichtige Erkenntnis gefunden hat: Die negativen Auswirkungen auf das Verhalten scheinen behandelbar und umkehrbar zu sein.“

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Als die Kinder in der Studie von unregelmäßigen Schlafenszeiten zu regelmäßigen Schlafenszeiten wechselten, wurden messbare Verbesserungen in ihrem Verhalten festgestellt. „Dies zeigt, dass es nie zu spät ist, feste Zu-Bett-Gehzeiten einzuführen“ erklärt sie.

In einer 2017 veröffentlichten Folgestudie stellten die Forscher fest, dass unregelmäßige Schlafenszeiten nicht nur das Verhalten beeinträchtigen, sondern auch das Risiko für Fettleibigkeit und geringes Selbstwertgefühl erhöhen und ihre mathematischen Fähigkeiten verschlechtern können. Regelmäßige Schlafenszeiten können sich hingegen positiv auf die Entwicklung, die Gesundheit und das Verhalten eines Kindes auswirken.

Wenn Sie also das nächste Mal in Versuchung geraten, die Zu-Bett-Gehenszeit ihres Kindes wieder locker zu nehmen, denken Sie daran, dass die Einhaltung der festen Schlafenszeit nicht nur ihrem Kind gut tut, sondern auch Ihnen zu mehr Zeit für sich selbst verhilft.