Noch nie zuvor wurden in Deutschland so viele Ehen geschieden. Rund jede dritte Ehe gibt heutzutage in die Brüche, meist sind auch die Kinder kein Grund mehr, an Beziehungen festzuhalten. Allerdings hat diese Entwicklung nicht zur Folge, dass die Anzahl der Alleinerziehenden rapide steigt. Zwar hat deren Anzahl zugenommen, doch viele geschiedene Frauen und Männer wollen trotzdem in Beziehungen leben und gründen daher neue Familien. Relativ häufig entstehen dabei so genannte Patchwork-Familien.

Woher kommt die Bezeichnung Patchwork-Familie?

Der Begriff Patchwork-Familie kam in den 1990er Jahren zunächst in den USA auf und schwappte dann auch nach Deutschland über. Letztlich bezeichnet die Patchwork-Familie nichts anderes als eine Familie, bei der beide Partner jeweils eigene Kinder mitbringen. Die Bezeichnung rührt von der Patchwork-Arbeit, die eine bestimmte Form der Textilverarbeitung bezeichnet. Hierbei werden verschiedene Stoffe und Flicken miteinander verbunden. Weil die Patchwork-Familie einen bunten Mix an Personen hervorruft, trifft die Bezeichnung sehr gut zu.

Familienprobleme sind keine Seltenheit

Patchwork-Familien sind schon lange keine Ausnahme mehr. Ihre Anzahl hat in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Das Zusammenspiel der einzelnen Familien gelingt allerdings sehr unterschiedlich. Es gibt durchaus Familien, die gut funktionieren bzw. in denen sich die Mitglieder wohl fühlen. Allerdings gibt es auch Patchwork-Familien, in denen es nicht rund läuft. Genau genommen sind Familienprobleme keine Seltenheit. Gerade weil beide Elternteile in Sachen Trennung bereits sehr erfahren sind, kann es relativ schnell zum Bruch kommen.

In zahlreichen Fällen wäre es jedoch möglich gewesen, ein Auseinanderbrechen der Familie zu verhindern. Immerhin treten in Patchwork-Familien sehr häufig dieselben Probleme auf. Vor allem Spannungen zwischen den Generationen sind sehr verbreitet, insbesondere zwischen Kindern und ihren Stiefeltern. Spannungen und Probleme dieser Art können wiederum auf ganz verschiedene Ursachen zurückzuführen zu sein.

Auch interessant:  „Alles Familie“ : Der Buchtipp für Familien über Familien

Eines der ganz häufig auftretenden Probleme besteht darin, dass Kinder im neuen Elternteil einen Konkurrenten sehen. Sie haben Angst, der neue Stiefvater oder die neue Stiefmutter könnte Mutter oder Vater für sich alleine beanspruchen. Damit sich ein solches Denken gar nicht erst einstellt, sollten sich Eltern mit ihren Kindern bereits im Vorfeld ausführlich unterhalten.

Vor der Gründung eines gemeinsamen Haushaltes müssen Erziehungsmethoden und Kommunikationsformen klar geregelt werden

Oft wird der Fehler gemacht, dass die neue Familie einfach gegründet wird bzw. alle Personen in einen gemeinsamen Haushalt ziehen, ohne zuvor darüber zu sprechen. Stattdessen wird angenommen, die Dinge werden einen guten Lauf nehmen. Doch genau dies tun sie häufig nicht. Es bedarf einer guten Kommunikation sowie einer gezielten Abstimmung zwischen Elternteilen, damit unnötige Schwierigkeiten gar nicht erst auftreten.

So sorgen beispielsweise unterschiedliche Erziehungsmethoden immer wieder für Schwierigkeiten. Einige Eltern gehen beispielsweise mit ihren eigenen Kindern strenger als mit den Kindern des Partners um. Der Partner setzt wiederum auf vollkommen andere Erziehungsmethoden und Kommunikationsformen, wodurch das Durcheinander am Ende perfekt ist. Die Kinder fühlen sich verunsichert oder entwickeln bewusst unerwünschte Verhaltensweisen, wodurch Probleme innerhalb des Familienverbunds entstehen.

Damit es nicht soweit kommt, müssen sich die Elternteile auf eine gemeinsame Linie in Sachen Erziehung und Kommunikation einigen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass sie am Ende gemeinsam an einem Strang ziehen.