Die Definition: Ab wann gilt ein schreiendes Baby als Schrei-Baby? Babys, so weiß man, haben in ihren ersten Lebensmonaten ein erhöhtes Schlaf- und Erholungsbedürfnis, da das permanente Lernen und Sich-Entwickeln sehr anstrengend für das Gehirn ist, und die vielen, fast kontinuierlichen neuen Umweltreize entsprechend verarbeitet werden müssen. Doch nicht jedes Kind schläft, wenn es eigentlich seiner geistigen Entwicklung zuliebe schlafen sollte, sondern hält stattdessen seine Eltern gehörig auf Trab, weil es schreit und schreit und schreit und schreit …

So viel Schreien ist normal

In ihren ersten drei Lebensmonaten weinen fast alle Babys bis zu zwei oder drei Stunden am Tag. Dabei steigern sich Schreidauer und –menge vor allem innerhalb der ersten sechs Lebenswochen, so dass nach Ablauf dieser ersten anderthalb Monate das Höchstmaß des Schreiens erreicht ist, und die Eltern einen stabilen Richtwert haben, an dem sie sich orientieren können. Dabei weinen Kinder vor allem in den Abendstunden sehr viel, zumeist zwischen 17 und 23 h. Erst danach halten auch sie sich zumeist an die gesetzlich geregelte Nachtruhe und halten größtenteils eine Schreipause von ca. acht Stunden ein. Schon ab dem vierten Lebensmonat nehmen Schreidauer- und menge dann wieder ab.

Ab wann ein schreiendes Baby als Schrei-Baby gilt

Bei Schrei-Babys hingegen scheint die Zählweise umgekehrt zu sein: So wenig wie möglich friedlich schlafen, den Rest des Tages herzzerreißend schreien, weinen, quengeln und jammern – und vor allem: Sich durch nichts davon abbringen, geschweige denn beruhigen lassen.

Diagnostisch gesehen wird ein schreiendes Kind als Schrei-Baby bezeichnet, wenn:

  • das Baby an mindestens drei von 7 Tagen mehr als 3 Stunden täglich schreit
  • der belastende Zustand dabei über einen Zeitraum von 3 Wochen hinausgeht
  • das Baby in der Nacht kaum länger als eine Stunde am Stück schläft
  • die Schlafphase des Säuglings tagsüber immer wieder nur ca. 10 Minuten umfasst
  • das Baby sich in seiner Schreiphase durch nichts beruhigen lässt, und alle Maßnahmen zur Entspannung wie das Herumtragen des Babys auf dem Arm, das sanfte Wiegen oder Schaukeln sowie beruhigende Worte oder Streicheleinheiten nicht die gewünschte Wirkung erzielen

Die diagnostische Definition wird dabei auch als „Wessels Regel“ bzw. als “Wessels Regel der Dreien“ (drei Stunden tägliches Schreien über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen) bezeichnet.