Eine stabile Eltern-Kind-Bindung ist wichtig, damit Kinder sich emotional sicher fühlen können. Dies geschieht durch eine starke Verbindung zu ihren Eltern. In dieser Verbindung fühlen die Kinder sich wahrgenommen und spüren, dass sie geschätzt und angenommen werden so wie sie sind.

Diese starke Verbindung ist der einzige Grund, warum Kinder bereitwillig unseren Regeln folgen. Kinder, die sich stark mit ihren Eltern verbunden fühlen, MÖCHTEN kooperieren, wenn sie emotional und körperlich dazu in der Lage sind. Eine vertrauensvolle Beziehung erhalten Immer wieder werden wir an die 5:1-Formel nach John Gottman (US-amerikanischer Psychologe) erinnert. Sie besagt, dass wir für jede negative Interaktion mindestens fünf liebevolle und konstruktive Begegnungen mit der selben Person benötigen. Auf diese Weise können wir eine gesunde vertrauensvolle Beziehung aufrecht erhalten.

Eltern verbringen allerdings im Alltag häufig Zeit damit, ihre Kinder zu korrigiere und zu erinnern. Sie stellen Regeln auf und setzen diese durch. Daher sind bindungsstärkende Handlungen über den Tag verteilt sehr wichtig, um immer wieder die Balance herzustellen.

Der smarte Weg zur festen Eltern-Kind-Bindung

Eine leichte Möglichkeit die Balance zu halten, ist es gute Gewohnheiten und Rituale zu erschaffen. So können Bindungsaktivitäten ganz natürlich in den Tagesablauf mit integriert werden und geschehen sozusagen automatisch.

Hier sind 6 Gewohnheiten, die sich einfach in den Tag einbinden lassen. Sie sind so beiläufig und doch kraftvoll, ohne dass sie sich wie ein zusätzliches To-do anfühlen.

1. Umarmungen

Von Virginia Satir, die oftmals als Mutter der Familientherapie bezeichnet wird, kommt der vielzitierte Ausspruch:

„Wir brauchen vier Umarmungen am Tag zum Überleben, acht Umarmungen am
Tag zum Leben und 12 Umarmungen am Tag zum innerlichen Wachsen.“

Probieren Sie es aus. Kuscheln Sie mit Ihrem Kind morgens ein paar Minuten und abends vor dem Einschlafen. Umarmen Sie sich, wenn Sie sich verabschieden, wenn Sie wieder vereint sind und oft dazwischen. Durchs Haar wuscheln, über den Rücken streichen sind alles Arten von liebevollen Gesten. Auch ein liebevolles Lächeln erwärmt das Herz Ihres Kindes. Gerade auch bei Heranwachsenden Kindern sind diese Art von beiläufigen Berührungen wichtig und schaffen ungezwungene Nähe. Vielleicht fallen in dieser Phase die Begrüßungen etwas „cooler“ aus, gerade wenn die Freunde mit dabei sind. Hier können Sie beim Nachhausekommen ein Glas Wasser anbieten und so ein lockeres Gespräch beginnen.

2. Lachen und Spielen

Machen Sie gemeinsames Lachen zur täglichen Gewohnheit. Unser liebstes Abendritual zu Hause ist das Guten-Abend-Lachen, inspiriert durch die Bestsellerautorin Anna Wahlgren  . Dabei gehört das gemeinsame herzhafte Lachen -kitzeln gildet nicht – zu unserem festen Abendprogramm. Wenn Sie das gemeinsame Lachen zur täglichen Gewohnheit machen, baut Ihr Kind dadurch Ängste und Verstimmungen ab. Das Spielen hilft Kindern bei der Kooperation. Im Spiel lernen sie viele soziale Verhaltensweisen. Und wenn Sie versuchen, den Spaß in Alltagssituationen hineinzuzaubern, dann gelingen viele Situationen direkt leichter.

3. Seien Sie echt da

Die meisten von uns sind oft nur so halb anwesend. Wir sind entweder mit den Gedanken noch in einer Situation oder bereits schon halb in der nächsten.

Dies ist eine klasse Achtsamkeitsübung für jeden Tag:
Wenn Sie mit Ihrem Kind interagieren, dann seien Sie 100% präsent. Seien Sie einfach da, genau jetzt und lassen Sie alles andere los. Sie werden dies nicht immer schaffen. Wenn Sie es sich jedoch mehrmals am Tag zur Gewohnheit machen, werden Sie immer häufiger echt da sein.

Das impliziert auch das Weglegen des Smartphones, in dem Moment, wo Sie mit Ihrem Kind interagieren. Ihr Kind wird sich für den Rest seines Lebens an diese Geste erinnern. Es wird wissen, dass es für seine Eltern wichtig genug war, dass sie ihr Telefon bei Seite legten.

Auch das Ausschalten der Musik im Auto kann eine schöne Einladung zur Verbindung sein. Durch den fehlenden direkten Augenkontakt im Auto wird der Druck verringert, sodass Kinder (und Erwachsene) sich eher öffnen und mitteilen.

4. Willkommene Gefühle

Ihr Kind muss seine Gefühle ausdrücken, sonst werden sie sein Verhalten beeinflussen. Indem wir Eltern unsere Kinder emphatisch in ihrer Entwicklung begleiten, stärken wir automatisch unsere Bindung zu ihnen. Im Sturm des Augenblicks hilft folgender Gedanke, um ruhig bleiben zu können: Sie sind derjenige, dem Ihr Kind genug vertraut, um zu weinen und sich echt zu zeigen. Also atmen Sie ruhig ein und aus. Erkennen Sie alle Gefühle an und bieten Sie Verständnis für den Gefühlsausbruch. Danach wird Ihr Kind entspannter, kooperativer und sich näher bei Ihnen fühlen.

Und ja, das ist wirklich sehr, sehr herausfordernd. Die Regulierung unserer eigenen Gefühle angesichts des Gefühlssturms unseres Kindes ist einer der schwierigsten Momente im Leben als Eltern. Daher ist es unausweichlich zuerst mit unseren eigenen Emotionen umgehen zu lernen, bevor wir emotional sichere Beziehungen aufbauen möchten.

Verstecken Sie zum Beispiel Ihren Ärger nicht vor Ihrem Kind, sondern denken Sie daran, dass unsere Kinder uns beobachten, um zu lernen, wie sie mit ihren Emotionen umgehen sollen. Das bedeutet nicht, dass wir vor unseren Kindern komplett die Beherrschung verlieren sollten. Vielmehr ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, wie wir in einer gesunden Art und Weise mit unseren Gefühlen umgehen.

„Ich werde 5 Minuten brauchen, um mich zu beruhigen, bevor wir uns weiter unterhalten.“

Dieser Satz zeigt Ihrem Kind, dass jeder Mensch Ärger empfindet. Es lernt allerdings zeitgleich, wie wir mit dieser Emotion umgehen. Teilen Sie anschließend Ihre Strategien, um sich wieder herunterzufahren, mit Ihrem Kind. So können aus einem Konflikt beide Seiten lernen und gemeinsam wachsen.

5. Zuhören und mitfühlen

Reden ist Silber und schweigen ist Gold. Dieser Ausspruch gilt gerade im Umgang mit Kindern und Teenagern.

Lediglich zuhören ist wirklich schwieriger als es sich anhört. Beißen Sie sich auf die Zunge, keine Bewertungen, kein vorschnelles „Was hast du gemacht?!“ Betrachten Sie die Dinge aus der Perspektive Ihres Kindes. So stellen Sie sicher, dass Sie es mit Respekt behandeln und ihm auf Augenhöhe begegnen.

Diese Gewohnheit wird Ihnen helfen, die Gründe für Verhaltensweisen zu erkennen, die Sie ansonsten übersehen würden. Und es wird Ihnen helfen, Ihre eigenen Emotionen zu regulieren. Die Empathie hilft uns durchatmen zu können.

6. Zeit zu Zweit

Setzen Sie alles daran, jeden Tag 15 Minuten mit jedem Kind einzeln zu verbringen. Was Sie in dieser Zeit gemeinsam unternehmen, können Sie abwechselnd bestimmen.

Genießen Sie den Flow z.B. bei einem gemeinsamen Picknick oder einem Spaziergang. Es müssen keine großen Aktivitäten sein. Es geht nur um fröhliche Zeit zu Zweit – ohne großen Plan und ohne Struktur. Dazu eignet sich jede körperliche Aktivität oder jedes Spiel, das sie beide zum Lachen bringt.

In der Schnelligkeit des Alltags sind solche Momente manchmal schwierig in den Tag zu integrieren. An solchen Tagen können Sie diese Exklusiv-Zeit auch in den Moment vor dem Einschlafen verlegen. In die Decken eingekuschelt über die Ereignisse des Tages sprechen oder gemeinsam über Abenteuer tagträumen, schafft hervorragende Momente der Verbindung.

Schon bald wird Ihr Kind entspannt einschlafen und Sie können sich ebenfalls glücklich dem guten Gefühl der Zufriedenheit hingeben.

Ein guter Tag, an dem Sie vieles für eine stabile Eltern-Kind-Bindung getan haben, neigt sich dem Ende.

Foto: seventyfourimages @envato elements

Letzte Aktualisierung am 2.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API