Nuckelnd zu Gehirn- und Verhaltensstörungen: Gefahr aus dem Babyfläschchen Schon seit Jahren stehen Babyfläschchen aus Kunststoff in der Kritik, insbesondere solche aus Polycarbonat. Tendenz der Kritik: Steigend!

Polycarbonat enthält, wie viele andere Kunststoffe auch, als Bestandteil Bisphenol A, kurz BPA genannt. Für die Herstellung von Polycarbonat jedoch wird die Chemikalie anders als in anderen Kunststoffen verarbeitet. Dieser Herstellungsunterschied bewirkt, dass trotz angegebener Mikrowelleneignung bei der Erhitzung von Plastikbabyfläschchen die Polymerketten des Polycarbonats sich manchmal aufspalten – also aufbrechen -, wodurch die Chemikalie in die Babynahrung gelangen kann. Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn die Babynahrung in einem anderen Carbonatgefäß erhitzt wird oder auch, wenn das Fläschchen aus Carbonat einfach nur zu heiß befüllt wird.

Dabei wirkt das hormonähnliche BPA schädigend auf die Gesundheit von Fötus, Säugling oder Kleinkind ein und kann zu Störungen in der Entwicklung des Gehirns führen.

Auch für Erwachsene ist die Chemikalie nicht unbedenklich, wenn sie mit den zubereiteten Speisen oder beispielsweise mit einem Getränk aus der Thermoskanne aufgenommen wird. Hier werden weiterhin die Zusammenhänge des BPA, das in etwa mit dem Hormon Östrogen verglichen werden kann, in Verbindung mit Leberschäden, Herzkrankheiten und auch Diabetes untersucht.

Sicherheitshalber sollte man daher grundsätzlich keine Behälter aus Polycarbonat in der Mikrowelle erwärmen, oder mit heißen Getränken oder Speisen befüllen. Auch wenn das Plastik- oder Kunststoffgeschirr, das Sie für Ihre Mikrowelle verwenden als mikrowellenfest gekennzeichnet ist, überprüfen Sie lieber, woraus es hergestellt wurde. Schwangere sollten dementsprechend besondere Vorsicht walten lassen. Für die Nahrungszubereitung oder die Fütterung von Baby oder Kleinkind können die Eltern hingegen auf Fläschchen aus Nylon, Polypropylen oder Glas ausweichen.

Während die EFSA, die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, die Mengen des BPA, das sich bei zu hohen Temperaturen aus den Carbonatgefäßen lösen kann, weiterhin als unbedenklich einstuft, schlagen der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und das UBA (Umweltbundesamt Berlin) Alarm. Kein Wunder, denn mehr als 200 Studien haben bisher allein bei Tieren die unmittelbaren Folgen einer BPA-Aufnahme nachgewiesen. Dabei untersucht wurden nicht nur Ratten und Mäuse, sondern auch Affen, die allesamt mit negativen Effekten auf die Chemikalie reagierten.

Die EFSA zeigt sich von den offenkundigen und auch neuesten Ergebnissen unbeeindruckt, da die Tiere das im Körper gelangte BPA wesentlich langsamer abbauen würden als Menschen, und korrigierte die erlaubte, tägliche Aufnahmemenge der Chemikalie sogar noch weiter nach oben. Die Babyfläschchen aus Plastik werden somit wohl auch weiterhin für Diskussionen, neue Studien und hoffentlich bald neue, nicht mehr zu ignorierende Untersuchungsergebnisse sorgen.

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