Kaum geht der Nachwuchs in den Kindergarten, bringt er diesen und jenen Krankheitskeim mit nach Hause. Schnupfen, Husten, Ohrenschmerzen treten in den ersten Monaten am häufigsten auf. Manchmal kommt noch ein Magen-Darm-Infekt dazu oder das Kind fängt sich eine klassische Kinderkrankheit ein.

Mit Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Scharlach stecken sich die Kleinen am ehesten an. Meist ist dann die ganze Kindergartengruppe betroffen; hin und wieder werden noch nicht immunisierte Eltern mit infiziert. Bricht bei ihnen die Krankheit aus, ist deren Symptomatik weit heftiger als bei den Kindern. Kinderkrankheiten sollten nicht unter- und überschätzt werden. Sie bergen ihre Risiken, trainieren aber auch das kindliche Immunsystem. Aufmerksame Kinderärzte und Eltern beobachten, dass jede Erkrankung einen Entwicklungsschub mit sich bringt. (Ernsthafte Diagnosen sind davon ausgeschlossen.) Sie berichten von einem Schritt nach vorn, z.B. im erweiterten Wortschatz, einer verbesserten Motorik oder zunehmendem Verstehen. Das Kind reift demnach mit der Auseinandersetzung; jede durchlebte Infektion wirkt wie ein Katalysator.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (Berlin) rät zu Schutzimpfungen und arbeitet im Auftrag der Bundesregierung. Ihre Hauptaufgabe ist die „Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten“ Quelle: http://www.rki.de . Sie gibt eine Impfempfehlung heraus, die Entscheidung über einzelne Immunisierungen obliegt den Eltern. Ob sie den Angaben folgen, das Impfen auf später vertagen oder nur einzelne Schutzimpfungen in Frage kommen, sollte in Absprache mit dem behandelnden Kinderarzt erfolgen. Er kennt das kleine Menschlein genau und weiß, was und wann ihm zu gegebener Zeit zugemutet werden kann. Sind Sie als Eltern immer noch unsicher, holen Sie sich ruhig eine zweite Meinung ein.