Ohne Handy? Unvorstellbar! Schließlich vereint unser liebster Begleiter von Telefon über Fotoapparat und Wecker hin zum elektronischen Postfach, so viele nützliche Dinge in Einem. Es ist unser Haupt-Kommunikationsgerät, unsere Schnittstelle zur Außenwelt und eben immer und überall dabei. Doch das Handy ist nur der Anfang, wenn es um all die elektronischen Geräte geht, die fest in unserem Alltag verankert sind. Willkommen im Elektrosmog!

Dass die Übertragung von immensen Informationsmengen jedoch nicht wie von Zauberhand vonstattengeht und Nebenwirkungen mit sich ziehen kann, wird dabei gern vergessen. Oder ausgeblendet? Schließlich sind all unsere Geräte schlichtweg nicht mehr wegzudenken.

Mediziner und Physiker warnen jedoch mit Nachdruck vor den potentiellen Risiken für unsere Gesundheit. Besonders in Hinblick auf unsere Kinder sollten wir das Thema ernst nehmen und die Strahlenbelastung in unserem Alltag – soweit möglich – reduzieren. Dabei geht es nicht um Fingerpointing und Handy-Abstinenz, sondern vielmehr um das Ein- statt Ausblenden und kleine Änderungen, die bereits viel bewirken. Unser Motto auf dem Weg dorthin: Better safe than sorry.

Was ist Elektrosmog und wie entsteht er?

Elektrosmog steht für eine Verunreinigung unserer Umgebung mit elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Strahlung. Er entsteht durch die schiere Masse unserer elektronischen Geräte, die fest in unserem Alltag integriert sind.

Besondere Aufmerksamkeit zieht derzeit auch die nächste Generation des Mobilfunks auf sich: 5G. Weit über hundert Mediziner und Wissenschaftler aus mehr als 36 Ländern fordern einen Stopp des Ausbaus, bis die möglicherweise resultierenden Gesundheitsschäden in einer unabhängigen Studie widerlegt werden können.

Unabhängig von 5G und der damit einhergehenden, um ein Vielfaches erhöhten Strahlenbelastung, ist Elektrosmog auch jetzt schon ein nicht zu verachtender Bestandteil unseres Lebens – und ein potentielles Risiko für unsere Gesundheit.

Doch – wie schlimm kann Elektrosmog schon sein?

Man weiß es nicht – und genau das ist das Problem. Es gibt keine abschließende, einheitliche Meinung über 2G und 3G und erst wenige Studien zu 4G. Langzeitstudien existieren aus Plausibilitäts- und Ethikgründen so gut wie gar nicht. Wir „fliegen blind“ und verstoßen gegen das Primum non nocere – „Zuerst nicht schaden“ – dem sich Ärzte verschreiben müssen. Es wird praktisch am Menschen getestet. An uns, unseren Kindern und unserer Zukunft. Die Reduktion der Strahlenbelastung liegt folglich in unseren Händen – jede noch so kleine Änderung hilft.

Elektromagnetische Strahlung: Mögliche Verursacher in der Wohnung

Handys, Laptops, Computer, Tablets, Smartwatches, Lichtwecker, Babyphons, Bluetooth-Boxen, WLAN-Router, Autoschlüssel – unzählige mehr und zum krönenden Abschluss noch Alexa, die auf Anweisung die Playlist ändert und der Kühlschrank, der ganz automatisch die leere Milch nachbestellt.

Unzählige Quellen elektromagnetischer Strahlung umgeben uns in unserem Alltag. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Lebens und in vielen Fällen nicht mehr wegzudenken, wie beispielsweise Laptops und Computer, ohne die viele von uns nicht arbeiten können.

Dabei haben sie alle eines gemeinsam: sie senden und empfangen riesige Datenmengen über kabellose Verbindungen.

Und wir sind mittendrin. Im Elektrosmog.

Welche Auswirkungen hat die elektromagnetische Strahlenbelastung für Kinder?

Mediziner und Physiker warnen bereits seit Langem vor den möglichen Gesundheitsrisiken, die durch eine erhöhte Strahlenbelastung resultieren können. Schwangere (Föten), Babys und Kinder reagieren dabei ganz besonders empfindlich auf die Felder. Der Grund hierfür ist unter anderem, dass sie sich noch in der Entwicklung befinden und einen anderen Körperbau und Wasserhaushalt aufweisen, als Erwachsene. Generell gilt: Umso kleiner ein Mensch ist, desto empfindlicher reagiert er auf Elektrosmog. Auch das Bundesinstitut für Strahlenschutz und die Strahlenschutzkommission kommunizieren diese Meinung und drängen zu einer möglichst geringen Strahlenaussetzung für junge Menschen. Bereits 2006 waren die Worte der Strahlenschutzkommission die Folgenden: „Das Kind ist besonders strahlenempfindlich und hat ein höheres Strahlenrisiko als Erwachsene. “ 1 Auch das Bundesinstitut für Strahlenschutz ist derselben Meinung und rät mit Nachdruck zu einer möglichst geringen Belastung für Kinder2.

Dennoch sieht die Realität anders aus. Schwangere Frauen tragen ihr Handy an einer Kette baumelnd direkt am Bauch, Kinder werden mit Handys oder Tablets im Restaurant abgelenkt und ab und an wird das Handy sogar direkt im Kinderwagen deponiert. Vorsorge? Sieht anders aus.

Doch – was tun, in einer Zeit, in der Elektrosmog zur unausweichlichen Realität gehört? In der künstlich erzeugte Felder die kabellose Kommunikation unserer Geräte ermöglichen?

Strahlenbelastung reduzieren: Was muss ich als Schwangere beachten?

Während der Schwangerschaft ist das heranwachsende Kind im Bauch sehr empfindlich und muss somit ganz besonders geschützt werden. Wichtig ist somit, dass die Strahlenbelastung stark reduziert wird. Das Handy beispielsweise nicht an einer Handykette in unmittelbarer Nähe zum Bauch tragen, den Laptop nicht auf den Bauch stellen und generell so wenig Zeit wie möglich in der Nähe von Strahlungsquellen (WLAN-Routern etc.) verbringen.

Mögliche Folgen von Elektrosmog

Mögliche Folgen können nicht nur Krebs und Tumore sein, sondern auch Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, Energielosigkeit und Kopfschmerzen. Auch in Hinblick auf die Familiengründung kann Mobilfunkstrahlung negative Auswirkungen haben, da sie zu Fortpflanzungsproblemen, einer verminderten Samenqualität und sogar Fehlgeburten führen kann.

Wie kann ich meine Kinder vor der Strahlenbelastung schützen?

Vereinzelte Länder treffen bereits Vorkehrungen um die Strahlenbelastung zu reduzieren zum Schutz der jungen Menschen. Frankreich hat beispielsweise seit 2015 WLAN in Kindergärten und Vorschulen untersagt und Handys bis Ende der Mittelstufe auf dem Schulgebäude verboten. Ebenso gehört Belgien zu den Vorreitern und hat ein Handyverbot für Kinder unter 8 Jahren erlassen. Auch das „Nationalkomitee für Kinder, Umwelt und Gesundheit“ in Zypern trifft Vorkehrungen und macht in einem Video vor allem Schwangere auf die Schutznotwendigkeit ihrer heranwachsenden Kinder aufmerksam.

In der immer besser vernetzten Gesellschaft, in der ein jeder von uns mindestens ein Handy ständig bei sich trägt und uns WLAN sogar an Bushaltestellen begrüßt, bleibt nur die Frage, wie man sich selbst und seine Kinder bestmöglich schützen kann.

Anbei habe ich 10 Tipps zusammengestellt, die bei der Reduktion der Strahlenbelastung im Alltag helfen sollen, denn: Jede noch so kleine Änderung hilft – ganz besonders für Schwangere, Babys und Kinder.

Strahlenbelastung reduzieren: Unsere 10 Tipps für den Alltag und Familie

1. Schlechter Empfang ist schlechter

Warum? Da Dein Handy bei schlechtem Empfang besonders stark versucht,
Informationen zu senden oder zu empfangen und die Strahlung dadurch um einiges
höher ist, als bei gutem Empfang. Im Auto, in der Bahn, im Aufzug, im Wald oder im
Keller ist dies beispielsweise der Fall. Also: Handy weg und die kurze Auszeit genießen.

2. Handy auf Abstand

Achte beim Telefonieren unbedingt auf genügend Abstand zu Deinem Handy und halte
es nicht direkt an Deinen Kopf. Am besten mit Kopfhörern (Kabel) oder Lautsprecher
telefonieren. Beim Rufaufbau ist die Strahlung übrigens am höchsten, somit zu dem
Zeitpunkt ganz besonders auf Abstand achten. Bonus? Alle Hintergrundaktivitäten
während des Gesprächs schließen und für längere Unterhaltungen besser das Festnetz
nutzen.

3. Keine Strahlungsquellen im Kinderzimmer

Alle elektronischen Geräte sollten möglichst weit von Dir und Deinen Kindern entfernt
gehalten oder gestellt werden. Babyphon, WLAN-Router, Lichtwecker etc. nicht in die
Nähe des Kinderzimmers oder des Aufenthaltsbereichs stellen. Zudem sollten generell
keinerlei Strahlungsquellen im Kinderwagen oder im Schlafzimmer des Kindes zu finden
sein.

4. Mit Kabel ist besser, als ohne

Verwende, wann immer möglich, ein Kabel. Warum? Da mit einem Kabel weniger
Strahlung frei wird, als ohne. Den Laptop oder Computer somit am besten via Kabel mit
dem Internet verbinden und auch beim Telefonieren möglichst Kopfhörer mit Kabel
statt Bluetooth verwenden.

5. Gute Kaufentscheidung

Lies Dir Testberichte durch, bevor Du ein Babyphon, einen Lichtwecker, einen WLAN-
Router oder Ähnliches kaufst und treffe darauf basierend Deine Kaufentscheidung. Tipp:
Bei einem neuen Handy unbedingt auf einen niedrigen SAR-Wert achten.

6. Abstand zum Fötus

Alle elektronischen Geräte nicht in die unmittelbare Nähe Deines Babybauches halten,
da das heranwachsende Kind ganz besonders empfindlich auf die Felder reagiert. Den
Laptop und das Tablet somit unter keinen Umständen auf dem Bauch oder Beinen
abstellen, das Handy nicht in die Hosentasche stecken und keine Handykette
verwenden, sondern das Telefon in die Handtasche legen.

7. Abstand zum Baby

Elektronische Geräte sind nicht zum Spielen da. Stattdessen sollten sie möglichst weit
von Kindern entfernt werden. Ebenso sollten Instagram, WhatsApp und FaceTime nicht
direkt neben dem Nachwuchs verwendet werden.

8. Datenverbindungen minimieren

WLAN- und Bluetooth-Verbindungen am besten ausstellen, wenn Du unterwegs bist. Die
Anzahl der Apps sollte generell möglichst klein sein und Hintergrunddienste deaktiviert
werden. Bei Bedarf können Mails und Nachrichten manuell geladen werden.

9. Entertainment via Flugmodus

Für den Fall, dass Dein Kind unterwegs einen Film sieht oder ein Spiel spielt, sollte dieses
zuvor heruntergeladen und das Gerät anschließend auf Flugmodus gestellt werden.

10. Handys in der Nacht ausstellen

Nachts das Handy auf Flugmodus oder ganz ausstellen und weit vom Körper entfernt
legen. Den Laptop, das Tablet und die Internetverbindung ebenfalls ausstellen. Bonus?
Alle elektronischen Geräte aus dem Schlafzimmer verbannen.

Bonus Tipp

Es gibt bereits Produkte für Schwangere, Babys und Kinder auf dem Markt, die
elektromagnetische Strahlung durch die Verwendung eines speziellen Stoffes abschirmen.
Besonders während der Schwangerschaft sind beispielsweise leichte Tagesdecken für die
Abschirmung des Fötus empfehlenswert und Mützen für die Abschirmung des besonders
empfindlichen Babykopfes.

Fakt ist, dass Elektrosmog mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Lebens ist. Natürlich ist es
kein so schönes Thema wie der anstehende Kurztrip zum Disneyland, sollte jedoch besonders in
Hinblick auf die Gesundheit unserer Kinder ernst genommen werden. Die 10 Tipps sollen Dir
dabei helfen, die Strahlenbelastung für Dich und Deine Liebsten zu reduzieren und für einen
verantwortungsvollen Umgang mit den elektronischen Geräten sorgen, denn: Jeder noch so
kleine Schritt zählt.

Quellen: Strahlenschutzkommission: https://www.ssk.de/SharedDocs/Beratungsergebnisse_PDF/2006/BildgebendeDiagnostik_Kind.pdf?__blob=publicationFile

Bundesinstitut für Strahlenschutz: https://www.bfs.de/DE/themen/emf/kompetenzzentrum/mobilfunk/schutz/smartphone-tablet.html

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