Was ursprünglich dafür gedacht war, Babys erste Laufversuche sinnvoll zu unterstützen, entwickelt sich immer mehr ins Gegenteil. Denn Lauflernhilfen sind nicht nur umstritten, sondern auch unnötig und gefährlich.

Lauflernhilfen: Orthopäden schlagen Alarm!

Kinderärzte und Orthopäden schlagen seit Jahren Alarm! Lauflernhilfen rufen falsche Bewegungsabläufe hervor, die auf Kosten des Bewegungsapparates und der gesunden Fußstellung gehen.

Insbesondere das Abrollen der kleinen Füße kann in einem so genannten Geh-Frei oder einem Baby-Walker nicht erlernt werden. Das Kind steht mit nach vorne gebeugtem Oberkörper und tippelt auf Zehenspitzen. Dadurch werden Zehenspitzen und Oberkörper also weitaus mehr als nötig belastet.

Lauflernhilfen als Ursache späterer Entwicklungsdefizite

Kinderpsychologen, Therapeuten und Schulärzte sehen in den Lauflernhilfen zudem oftmals die Ursache für Konzentrationsschwierigkeiten. Kinder, die sich in Kindergarten oder Grundschule nur schwer konzentrieren können, haben oftmals ihre ersten Gehversuche in einer Lauflernhilfe unternommen. Dadurch haben Sie in den wichtigen Entwicklungsmonaten keine räumlichen Begrenzungen erfahren. Denn vor der nächsten Wand stoppt nicht das Kind selbst, sondern der Baby-Walker oder der Geh-Frei durch die äußeren Ränder seines Gestells.

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Baby-Walker, Gehfrei & Co. : Unfallgefahr!

Doch insbesondere betroffene Mütter und Väter können einer Lauflernhilfe nichts Positives mehr abgewinnen. Kein Wunder, denn in den letzten Jahren ist die Zahl der Unfälle in oder mit einem solchen Gerät zunehmend gestiegen. Schon eine einfache, umgeschlagene Teppichkante kann die Lauflernhilfe zum Umfallen bringen, was für das Kind darin genauso gravierende gesundheitliche Folgen haben kann, als wenn es darin die Treppe hinunter gestürzt wäre.

Auch Letzteres ist in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen. In beiden Fällen aber schlägt das Kind zumeist mit dem Kopf auf und ist gleichzeitig mit seinen kleinen Beinchen in Baby-Walker oder Geh-Frei gefangen. Schädelprellungen und Beinbrüche sind dabei leider keine Seltenheit.

Neue EU Sicherheitsnorm für Lauflernhilfen

Kanada hat bereits 2004 auf die Sicherheitsmängel und die Untersuchungen von Kinderärzten und Orthopäden reagiert und den Verkauf der Lauflernhilfen per Gesetz verboten. Seit 2001 zieht endlich die EU nach – zumindest mit einer neuen Sicherheitsnorm (DIN EN 1273:2005). Mit dieser soll eine höhere Stabilität in der Fertigung erreicht und das Unfallrisiko so minimiert werden.

Die Kritiker hingegen bleiben bei ihrer Meinung, dass auch eine höhere Stabilität weder die Bewegungsabläufe korrigiert, noch fördert, dass das Kind schneller laufen lernt, geschweige denn Treppenstürze verhindert. Dementsprechend bleiben Lauflernhilfen – trotz neuer EU-Norm – wohl auch weiterhin nach wie vor umstritten.