Ein ungeborenes Baby bekommt schon viel mehr Dinge von der Welt außerhalb das Bauches mit, als viele denken. In den letzten Jahren haben Forscher sich intensiv mit den Empfindungen von Ungeborenen beschäftigt. So fanden sie heraus, dass ein Baby im Mutterleib schon gewisse Dinge kennen und lieben lernt.

Vor einigen Jahrzehnten noch waren Ärzte und Forscher von der Überzeugung, dass Neugeborene und somit selbstverständlich auch das Ungeborene über keinerlei Schmerzempfinden oder gar Gefühle verfügt. In Wirklichkeit verhält es sich aber gegenteilig – Ungeborene können im Mutterleib sehr wohl Schmerzen empfinden und Berührungen spüren. Bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche spürt ein Embryo, wenn seine Backe berührt wird. Schmerzen werden in der frühen Schwangerschaft intensiver wahrgenommen, denn schmerzhemmende Vorgänge entstehen im Körper des Ungeborenen erst ab der 20. Woche. Wird ein Fötus vor der 20. Woche verletzt, schüttet es nachweislich Stresshormone aus, denn es nimmt Schmerz dann noch viel intensiver wahr.

Ohren und Augen funktionieren schon

Die Entwicklung der Ohren, und damit auch die des Gehörs, ermöglicht es dem Fötus, bestimmte Geräusche oder gar Melodien wahrzunehmen. Wenn es spürt, dass die Mutter sich dabei entspannt, weiß das Kind dies auch nach der Geburt noch und empfindet dieses Geräusch bzw. die Melodie dann als Sicherheit und fühlt sich wohl oder beruhigt sich dann leichter wieder.

Das Sehen beginnt auch schon im Mutterleib. So kann das Kind schon in der 16. Schwangerschaftswoche hell und dunkel unterscheiden. Bereits ab der 26. Woche reagieren Föten auf Lichtreflexe. Diese Fähigkeit des Ungeborenen kann genutzt werden, um es zu animieren, sich in die richtige Geburtsposition zu drehen.

Das Lernen beginnt schon lange vor der Geburt

Durch diese Reize, die über die Ohren, die Augen und vor allem über das Fühlen von Berührungen und Empfindungen auf das Kind regelrecht einprasseln, lernt das Kind schon früh gewisse Situationen kennen. Es lernt sich in gewissen Situationen, bei bestimmten Geräuschen, wohl und sicher zu fühlen. Außerdem lernt es Grenzen kennen. Zum Beispiel merkt es, wenn es gegen die Gebärmutterwand tritt, dass es dort nicht weitergeht.

Forscher konnten sogar nachweisen, dass Föten schon träumen. Genau wie jeder andere Mensch verarbeiten sie Eindrücke im Schlaf. Ab dem siebten Monat ist dies sogar schon eindeutig per Ultraschall zu beobachten.

Theoretisch ist es möglich, ein Ungeborenes schon im Mutterleib zu fördern. Aber hier ist extreme Vorsicht geboten. Denn aus einer wohlgemeinten Förderung kann schnell ein Überfordern und damit dauerhaft Stress für das Kind entstehen.