Der Baby-Blues ist nicht zu verwechseln mit einer Schwangerschaftsdepression. Denn Letztere trifft weniger Frauen und macht es der Mutter oftmals über einen langen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten unmöglich, ihr Neugeborenes als ihr Baby anzunehmen und vor allem zu lieben.

Vor dem Baby-Blues hingegen ist kaum eine frisch gebackene Mutter gefeit, auch wenn er ein sehr unliebsamer Gast ist. Pünktlich ab ca. dem dritten Tag nach der Entbindung besucht er das Krankenhaus und schleicht sich – natürlich ohne ein liebevolles Geschenk der Aufmerksamkeit – zu Mutter und Kind ins Wochenbett.

Woran man den Baby-Blues erkennt:

An seiner Angst einflößenden Aura, die sich auf die Mutter überträgt. Von Himmel hoch jauchzend ist sie auf einmal zu Tode betrübt und geplagt von der Angst, als Mutter zu versagen. Der Baby-Blues flüstert ihr dabei fortwährend ins Ohr, dass sie die Verantwortung nicht tragen kann, mit dem Baby nicht nur die eigene Existenz, sondern die ihrer gesamten Familie aufs Spiel gesetzt hat, dass sie das Ganze nie finanziell stemmen können wird, nicht wieder in den Beruf zurück findet und sich vor allem nicht gleichzeitig und gleichberechtigt um sich, ihr Baby und ihren Mann kümmern kann. Von Verlassen-Werden und Scheidung mal ganz zu schweigen. Kurz: Der Baby-Blues ist echt zum Kotzen!

Doch wenn Sie wissen, wer die Schuld an Ihrem Gefühlschaos trägt und wie Sie den Baby-Blues so schnell wie möglich wieder aus Ihrem Zimmer und vor allem aus Ihrem Gefühlsleben schmeißen können, ist der ungebetene Gast auch schon fast wieder aus der Tür. Schuld an den nagenden Ängsten sind auch hier wieder die Hormone. Doch Ihr Körper stellt sich nicht nur nach der Entbindung wieder um, sondern ihm fehlt auch die Plazenta mit all ihren darin vormals enthaltenen Botenstoffen. Diese können Sie natürlich nicht zurückholen, aber die stimmungsaufhellenden Hormone, die Ihr Körper jetzt braucht, können Sie selbst regulieren. Denn Sie werden immer genau dann frei gesetzt, wenn Sie Ihr Baby stillen. Je früher und je häufiger Sie Ihr Baby also in den ersten Tagen nach der Geburt anlegen, desto schneller ist der Baby-Blues vorbei. Und ganz nebenbei: Lassen Sie sich nichts einreden. Sie werden eine tolle Mutter sein!

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