Er ist nicht unbedingt Gesprächsthema Nummer eins unter jungen Müttern, aber der Wochenfluss gehört zu einer Geburt einfach dazu. Dieser auch als Wochenblutung oder Lochien bezeichnete Blutverlust ist bei jeder Frau unterschiedlich stark ausgeprägt und von etwa vier bis sechs Wochen Dauer – diese Zeit nennt man das Wochenbett. Manchen Wöchnerinnen gibt die Blutung Anlass zur Sorge, zum Glück aber meist unbegründet.

Wie der Wochenfluss entsteht

Nach der Geburt löst sich die Plazenta, der Mutterkuchen, der das Kind während der Schwangerschaft über die Nabelschnur versorgt hat. Da die Plazenta nun nicht mehr benötigt wird, stößt der Körper sie aus (Nachgeburt), und zurück bleibt eine relativ große Wunde in der Gebärmutter. Während diese verheilt, bildet sich der Wochenfluss, der im Grunde überflüssiges Gewebe aus der Gebärmutter löst und es aus dem Körper befördert.

Die Nachwehen, die jede Frau nach der Geburt erlebt, sorgen dafür, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Je schneller die Gebärmutter heilt, umso schneller ist der Wochenfluss vorbei. Übrigens: Stillen begünstigt die Heilung durch den Ausstoß des Hormons Prolaktin.

Wochenfluss: So groß ist die Wunde
Wochenfluss: Die abgelöste Plazenta hinterlässt eine ca. 20 cm große Wunde – das entspricht dem Durchmesser eines Frühstückstellers

Wieviel „Blut“ fliesst während des Wochenflusses?

Während des Wochenflusses werden ca. 500 Mililiter Blut und andere Flüssigkeiten ausgeschieden. Zum Vergleich: Während der Monatsblutung verliert die Frau nur ca. 50-80 Mililiter Blut.

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Zu Beginn ist die Wochenblutung am stärksten, normalerweise deutlich stärker als bei Ihrer gewöhnlichen Periode. Das ist kein Wunder, denn der Blutverlust ist ebenfalls viel höher.

Bei Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden haben, ist die Blutung meist nicht ganz so heftig. Doch auch, wenn sehr viel Blut fließt, gefährlich ist der Wochenfluss nicht.

Der Wochenfluss ist keineswegs infektiös, wie man früher noch glaubte. Auch die Farbe der Wochenblutung muss Sie nicht irritieren. Ist der Wochenfluss anfangs noch rot, kann die Wochenblutung nach etwa zwei Wochen auch eine bräunliche Färbung annehmen. Nach vier bis sechs Wochen ist die Blutung in den meisten Fällen vorbei, während dieser Zeit erscheint er immer heller und dünnflüssiger.

Wochenfluss: Die vier Stadien

1. Lochia ruba: Die ersten Tage nach der Enbindung

  • Farbe und Beschaffenheit: rot, flüssig
  • Stärke: stark (deutlich mehr als die Monatsblutung)
  • Geruch: süßlich, fade
  • Bestandteile: Blut, Gebärmutterschleimhaut, Reste der Eihaut, Kindspech, Käseschmiere

2. Lochia fusca: Eine Woche nach der Geburt

  • Farbe und Beschaffenheit: bräunlich, dünnflüssig
  • Stärke: läßt nach
  • Bestandteile: Blutsermum, Lymphe und Granulozyten (weiße Blutkörperchen)

3. Lochia flava: Zwei Wochen nach der Geburt

  • Farbe und Beschaffenheit: gelb-bräunlich, zähflüssig
  • Stärke: schwächer werdend
  • Bestandteile: abgestorbenes Gewebe und Schleim

4. Lochia alba: Drei Wochen nach der Geburt

  • Farbe und Beschaffenheit: weißlich, flüssig
  • Stärke: schwach
  • Bestandteile: Wundsekret

Hygiene während des Wochenfluss

Während Sie zu Beginn im Krankenhaus noch ausgesprochen dicke Binden (Wöchnerinnen Vorlagen) benutzen werden, können Sie nach einigen Tagen in der Regel auf handelsübliche Damenbinden umsteigen. Die meisten Wöchnerinnen bevorzugen auch jetzt noch die Produkte mit etwas höherer Saugfähigkeit.

Unsere Empfehlungen für das Wochenbett*:

Es ist natürlich auch möglich, bereits wieder Tampons zu verwenden. Am Anfang sind Tampons jedoch vielen Wöchnerinnen noch unangenehm, besonders wenn sie unter der Geburt einen Dammschnitt hatten. Was Sie bevorzugen, bleibt Ihnen überlassen; achten Sie jedoch darauf, Tampons oder Binden in der ersten Zeit häufig zu wechseln. Eine gründliche Handwäsche nach dem Wechseln ist ebenfalls wichtig.

Sie dürfen selbstverständlich im Wochenbett baden. Auch Geschlechtsverkehr ist erlaubt – allerdings verzichten die meisten Mütter freiwillig in dieser Zeit auf Sex, denn die Scheidenregion ist so kurz nach der Geburt noch für einige Zeit recht empfindlich. Wer allerdings wieder Lust verspürt, sollte in der ersten Zeit Kondome verwenden. Der Muttermund ist nämlich noch eine Weile leicht geöffnet, und Keime von außen, die an die Wunde in der Gebärmutter gelangen, könnten Infektionen auslösen.

Wochenfluss: Was ist normal – und was nicht mehr?

In der Regel ist die Blutung im Wochenbett überhaupt kein Problem. Es gibt aber Anzeichen dafür, dass etwas nicht normal verläuft. Achten Sie auf folgende Hinweise und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn:

  • die Wochenblutung überraschend stoppt
  • sich der Geruch des Wochenflusses stark verändert (wenn es z.B. „fischig“ riecht oder unangenehmer als zuvor)
  • Sie Schmerzen oder Fieber bekommen.

All diese Symptome können Anzeichen für eine Entzündung sein. Bei einer plötzlich gestoppten Blutung kann ein Wochenflussstau vorliegen. Können das Sekret und die Gewebereste nicht richtig abfließen, kann es zu einer Infektion kommen.

Der Wochenfluss wird plötzlich wieder stärker: Was tun?

Manche Wöchnerinnen erschrecken, wenn der schon leicht abgeklungene Wochenfluss plötzlich wieder stärker und dunkler wird. Das ist jedoch in der Regel ein Zeichen dafür, dass Schonung angesagt ist – wahrscheinlich ist die Wunde durch zu starke Belastung wieder aufgerissen.

Sie müssen das Wochenbett zwar nicht wörtlich nehmen, sollten sich aber auch nicht zu schnell zu viel zumuten. Suchen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt auf, wenn Sie beunruhigt über Stärke oder Intensität der Wochenblutung sind.

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