Die Nabelschnur ist die Schnur des Lebens. Sie verbindet das ungeborene Kind im Mutterleib mit dem Mutterkuchen. Von dort erhält es Sauerstoff und alle wichtigen Nährstoffe, die es zum Wachsen braucht.
Vorstellen kann man sich die Nabelschnur wie einen dünnen Schlauch in dem Arterien und Venen verlaufen, durch die das Blut von der Mutter zum Kind gelangt. Alle Nährstoffe werden durch den Nabelstrang zum Kind transportiert und das verbrauchte Blut wieder zurück in den mütterlichen Kreislauf.

Anfänglich, wenn das Kind noch winzig klein ist, wirkt der Nabelstrang wie ein blaues Knäuel. Mit der Größe des Kindes wächst jedoch auch die Nabelschnur. Sie wird immer länger und erreicht bis zum Zeitpunkt der Geburt eine Länge von fast 1 Meter. Sie ist bläulich gefärbt und schmiegt sich locker um das Kind, ohne dieses in der Fruchtblase in seiner Bewegung einzuschränken. Solange das Kind über die Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist, wird es mit Sauerstoff versorgt. Die Länge der pulsierenden Schnur macht es sogar möglich, dass eine Mutter ihr frisch entbundenes Kind im Arm hält, obwohl sie noch über die Plazenta mit ihm verbunden ist.

Der „Schnitt“ ins eigenständige Leben

Erst wenn das Kind richtig atmet, wird die Sauerstoffversorgung und damit das Nabelschnur-Pulsieren eingestellt. Die Nabelschnur wird blutleer und schlaff. Die „Ader des Lebens“ kann nun durchtrennt werden. Die Hebamme setzt eine Klemme, die meist aus Plastik ist, mit einem Abstand von 2-3 cm zum Bauch des Kindes an. Ist der Vater während der Geburt anwesend, ist das Durchschneiden meist sein Part. Viele Väter praktizieren diese Nabelschnurdurchtrennung feierlich. Denn schließlich wird ein kleines Menschlein durch diesen Akt zu einem eigenständigen Individuum. Junge Eltern brauchen sich keine Gedanken zu machen. Das Kind empfindet keinerlei Schmerzen während der Durchtrennung des Nabelstrangs. Dort liegen keinerlei Nervenzellen oder Schmerzrezeptoren.

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Der restliche, vorhandene Nabelstrang trocknet nun einfach am Bauch des Kindes ein. Er verschrumpelt, wird braun und fällt nach einiger Zeit einfach ab. Die Eltern müssen lediglich darauf achten, dass der Nabelstummel immer trocken liegt und nicht durch Urin oder Stuhlgang des Kindes verschmutzt ist. Dann heilt er anstandslos ab und das Baby bekommt einen wunderschönen Bauchnabel.

Stammzellen aus dem Nabelblut

Mittlerweile besteht die Möglichkeit, Stammzellen aus dem Nabelblut zu entnehmen und diese über ein spezielles Kühlverfahren viele Jahre lang zu konservieren. Diese Stammzellen können dann später verwendet werden, um das Kind bei bestimmten Erkrankungen zu therapieren. Es besteht auch die Möglichkeit, die Stammzellen zu spenden, um damit eventuell einem Krebskranken eine Stammzellenspende und damit große Heilungschancen zu geben.