Wie vieles andere verändert sich auch Ihr Bauchnabel in der Schwangerschaft. Er „ploppt“ nach außen – in der Fachsprache wird vom Nabelbruch gesprochen. Ob das für Sie oder Ihr Baby gefährlich werden kann und was Sie über die Veränderungen am Nabel als Schwangere wissen sollten, erfahren Sie hier.

Wie verändert sich der Bauchnabel in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft verwandelt sich der weibliche Körper: der Busen nimmt an Umfang zu und auch der Bauch wird immer rundlicher. Besonders am Ende der Schwangerschaft ist bei den meisten werdenden Müttern der Babybauch durch eine deutliche Wölbung erkennbar, der Nabel hat sich nach außen gewölbt. Ploppt der Bauchnabel, ist das zunächst ganz normal und erst einmal kein Grund zur Sorge. Die Bauchmuskeln dehnen sich im Verlauf der Schwangerschaft gemeinsam mit der Bauchdecke aus. Es entsteht ein Hohlraum, durch den sich der Bauchnabel nach außen wölbt.

Der Bauchnabel „ploppt“, ist das gefährlich?

Eigentlich liegt der wesentliche Teil des Bauchnabels im Inneren unseres Körpers verborgen. Nur unter sehr starker Dehnung schafft er es, sich nach außen zu stülpen – Mediziner sprechen von „Nabelhernie“.
Solange Sie keine Schmerzen haben, sollten Sie Ihre neue Wölbung sanft pflegen und bewundern, wie schön Ihr Schwangerschaftsbauch ist. Schauen Sie in den Spiegel und sehen Sie sich an, wie wunderschön Sie und Ihr Körper strahlen. Viele Schwangere empfinden ihren Babybauch erst als komplett, wenn der Bauchnabel in der Schwangerschaft zum kleinen Hütchen wird.

Wann genau der Nabel von innen nach außen wandert, ist bei Schwangeren unterschiedlich. Auch ob es überhaupt passiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die meisten Schwangeren erleben das der „Bauchnabel ploppt“ zwischen der 20. und der 37. Schwangerschaftswoche. Wie häufig es genau vorkommt, ist nicht wissenschaftlich erwiesen, da die meisten Nabelbrüche harmlos verlaufen. Eine überwiegende Mehrzahl der Schwangeren erlebt, dass sich der Bauchnabel glättet oder nach außen stülpt. Nur ein geringer Prozentsatz gilt als gefährliche Nabelhernie.

Tut das weh, wenn der Bauchnabel ploppt?

Die meisten Schwangeren merken es tatsächlich nicht, wenn sich der Nabel während der Schwangerschaft nach außen stülpt. Außer einer gewissen Druckempfindlichkeit an der weichen Stelle sind keine Schmerzen zu erwarten.

Ist der nach außen gestülpte Nabel ein Zeichen für die bevorstehende Geburt?

Nein! Das weitverbreitete Gerücht ist ein Ammenmärchen und hat keinerlei Wahrheitsgehalt. Ansonsten würde ein Großteil der Babys viel zu früh auf die Welt kommen. Der Nabel verändert sich durch die Spannung der Bauchmuskeln nicht, weil das Baby „schlüpfen möchte“. Auch sagt die Bauchnabelform genauso wenig über das Geschlecht aus wie die Geschwindigkeit des Haarwachstums oder ob der Vater in der Nacht der Empfängnis Socken trug oder eben nicht.
Eine bläuliche Verfärbung ist auch kein Hinweis darauf, dass Ihr ungeborenes Kind zu wenig Sauerstoff erhält. Es ist vielmehr ein dringendes Zeichen, dass Sie umgehend zum Arzt sollten. Es könnte sich um eine gefährliche Einklemmung handeln.

Wie wird ein Nabelbruch diagnostiziert und behandelt?

Ihre Hebamme oder der Frauenarzt kann durch Ertasten den Nabelbruch untersuchen und seine Stärke bestimmen. Bei ungefährlichen Brüchen versorgt Sie die Fachkraft mit einer Bandage oder einem Tape. Ein eingeklemmter Nabelbruch muss sofort operiert werden.

Nicht bei jeder Frau stülpt sich in der Schwangerschaft der Bauchnabel nach außen. Ob das passiert, ist in den meisten Fällen davon abhängig, wie fest Ihr Bindegewebe ist. Aber auch ein festes Bindegewebe ist kein Garant dafür, dass der Nabel innen bleibt. Stören Sie sich sehr an der zusätzlichen Erhebung am Bauch oder reibt die Kleidung unangenehm, gibt es Hilfe: Kleben Sie ein Pflaster großflächig über Ihren Bauchnabel oder legen Sie eine nicht zu fest gebundene Bandage um den Babybauch. Gern können Sie ihn mit ein wenig Mandelöl einreiben.Schwangere, die den Anblick nicht mögen: Keine Angst! Nach der Geburt des Babys verschwindet Ihr Bauchnabel allmählich wieder in seiner Höhle.

Was kann einen Nabelbruch in der Schwangerschaft begünstigen?

Vor allem die starke Dehnung des Bauchgewebes, was das Umstülpen des Nabels hervorruft. Zudem spielt die Festigkeit des Bindegewebes eine wichtige Rolle. Schwangere, die unter Übergewicht leiden oder bereits eine Nabelhernie hatten, erleiden häufiger einen Bruch. Auch schweres Heben oder eine starke körperliche Belastung können das “Nabelknöpfchen” sichtbar machen.

Begünstigt ein Bauchnabel Piercing einen gefährlichen Nabelbruch?

Immer mehr Schwangere haben bereits ein Bauchnabel-Piercing und fragen sich nun, ob sie es entfernen sollten. Während ein Piercing durch den Nabel die werdende Mutter zunächst kaum stört, sollte es in den letzten Wochen vor dem Geburtstermin sicherheitshalber entfernt werden. Es begünstigt zwar keinen Bruch, die Einstichstelle kann aber schmerzhaft einreißen und anschließend unschön vernarben. Es gibt spezielle Piercings, die auch bei wachsendem Babybauch nicht stören. Informieren Sie sich auf unserem Artikel über Tattoos und Piercings in der Schwangerschaft über alles was Sie wissen sollten.

Mein Bauchnabel hat sich in der Schwangerschaft verfärbt und schmerzt!

Schmerzen am oder im Bereich des Bauchnabels sollten Sie in der Schwangerschaft immer bei einem Mediziner abklären lassen. Bemerken Sie, dass sich Ihr Bauchnabel zusätzlich bläulich verfärbt, ist schnelles Handeln gefragt. Rufen Sie umgehend bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme an oder fahren Sie ins nächste Krankenhaus. Die genannten Symptome können auf eine Einklemmung von Darmgewebe in Folge einer Nabelhernie hinweisen. Das ist ein Notfall und muss sofort operativ behandelt werden. Ihr Baby im Mutterleib ist dabei nicht gefährdet. Ein Bruch bei Schwangeren ist allerdings extrem selten, die meisten sind nicht gefährlich und verlaufen harmlos. Eine Einklemmung tritt etwa bei drei bis fünf Prozent aller Nabelbrüche auf.

Braucht mein Bauchnabel in der Schwangerschaft besondere Pflege?

Fühlt sich die Haut am Bauch und der Bauchnabel trocken an, können Sie ihn gerne mit einer Extraportion Pflege verwöhnen. Nehmen Sie hierfür ein paar Tropfen hochwertiges Pflanzenöl wie Mandelöl oder Olivenöl. Massieren Sie Ihren Babybauch und die kleine zweite Wölbung sanft ein oder lassen Sie sich am besten mit weichen Berührungen einreiben. Übrigens ist die Partnermassage ein schöner Weg für den werdenden Vater, um mit seinem ungeborenen Kind in Kontakt zu treten. So wächst die Vater-Kind-Bindung schon im Mutterleib.

Was geschieht mit dem Bauchnabel nach der Geburt?

Der weibliche Körper durchlebt während der Schwangerschaft viele verschiedene Veränderungen. Nach der Geburt des Babys sind die meisten Veränderungen nicht sofort verschwunden. Nach und nach verlieren Sie die zusätzlichen Wölbungen und auch Ihr „kleines Knöpfchen“ verschwindet wieder in seiner Höhle. Auch harmlose Verfärbungen verblassen und in einigen Monaten wird von dem „kleinen Knöpfchen“ nichts mehr zu sehen sein.
Gezielte Rückbildungsgymnastik hilft dabei, Ihre Körpermitte wieder in ihre alte Form zu bringen. Um die Rückbildung des Bruchs zu beschleunigen, trainieren Sie vor allem die schrägen Bauchmuskeln.

Mein Nabel zieht sich nach der Geburt nicht wieder zurück!

Bleibt der Nabel auch nach der Geburt nach außen gestülpt oder schmerzt, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder an die Hebamme. Je nach Stärke des Bruches wird die Hebamme eine unterstützende Bandage anlegen.
In einigen Fällen, besonders bei starken Nabelhernien, ist ein operativer Eingriff ratsam. Bei einer folgenden Schwangerschaft könnte es ansonsten zu Komplikationen kommen. Bei der Operation legt der Arzt ein Kunststoffnetz analog zu dem Bruch und verbindet es mit der Muskelschicht. Oft passiert das bei einer schonenden Operation mittels Bauchspiegelung. Der Bruch wird dabei von Ihnen heraus verschlossen. Das stabilisiert die Bauchdecke und einem erneuten Bruch wird vorgebeugt.
Nach der Nabelbruch-OP ist für mindestens sechs Wochen körperliche Schonung wichtig, auch wenn Sie sich vielleicht schon früher wieder fit fühlen.
Ist der Bruch nicht so stark ausgeprägt, kann es sein, dass Ihr Arzt Ihnen dazu rät, mit einer Operation zu warten, bis die Familienplanung komplett abgeschlossen ist. Ansonsten besteht die Gefahr, dass bei erneuter Dehnung der Bauchdecke ein erneuter Bruch entsteht.

Der Bauchnabel in der Schwangerschaft: Alles was Sie wissen müssen

  • Zum Ende der Schwangerschaft ploppt der Bauchnabel bei den meisten Frauen nach außen, wenn sich das Bauchgewebe stark spannt
  • Ein Bruch des Nabels ist in den meisten Fällen ungefährlich
  • Bläuliche Verfärbungen und Schmerzen am Nabel sind ein Anzeichen für einen Notfall
  • Besondere Pflege braucht der Nabel in der Schwangerschaft nicht – gegen eine sanfte Massage mit hochwertigem Öl ist niemals etwas einzuwenden
  • Gegen unangenehmes Reiben an der Kleidung helfen Pflaster und Bandagen
  • Nach der Geburt verschwindet der Bruch wieder
  • Rückbildungsgymnastik hilft unterstützend bei dem Zurückziehen des Nabels
  • das „Bauchknöpfchen“ am Bauchnabel ist kein Vorzeichen der Geburt!
  • Ein gefährlicher Bruch ist sehr selten und bei medizinischer Begleitung harmlos für die Schwangere und ihr ungeborenes Kind

Ein Umstülpen des Nabels ist der Schwangerschaft ganz normal und kommt häufig vor. Unterschiedlich ist, wie stark sich der Bauchnabel in der Schwangerschaft verändert. Wenn es „ploppt“, dann sind die meisten Frauen am Ende Ihrer Schwangerschaft angekommen. Viele körperliche Veränderungen haben Sie auf ihrem Weg bis hierher erlebt und – hoffentlich – lieben gelernt. Trotzdem ist die harmlose Veränderung für viele Schwangere ungewohnt. Gefährlich ist ein Nabelbruch trotz seines bedrohlichen Namens im Normalfall nicht. Bei einer bläulichen Verfärbung oder starken Schmerzen ist umgehend medizinischer Rat einzuholen. Der „kleine Knopf“ am Bauch verschwindet nach der Geburt wieder komplett.