Der Ring durch den Bauchnabel, das Tattoo am Schulterblatt, Frauen lieben diese Art von Körperschmuck und stehen dem männlichen Geschlecht in nichts mehr nach.

Tattoos haben ebenso, wie der Piercing-Schmuck, ihren Ursprung vor vielen Hundert Jahren – keine Neuheit also, vielmehr ein Körperschmuck mit Tradition.

Tattoos findet man heute an den unterschiedlichsten Körperstellen. Sowohl das bekannte „Arschgeweih“, als auch die Tätowierung an Schulterblatt oder Bauch, Tattoos liegen voll im Trend. Piercing lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Ob ein Piercing im Ohr, an der Augenbraue, auf der Zunge oder im Intimbereich, heute ist alles und an fast jeder Körperstelle möglich.

Viele tätowierte und gepiercte Frauen machen sich bei bestehendem Kinderwunsch, bereits im Vorfeld ihre Gedanken:
Übersteht das Tattoo am Bauch die Schwangerschaft oder verzieht es sich und wird unansehnlich? Muss das Piercing im Intimbereich heraus genommen werden oder ist es auch während der Schwangerschaft unbedenklich?
Können schwangere Frauen ein neues Piercing stechen lassen oder birgt es Gefahren für das Ungeborene? Tattoos und Piercing in der Schwangerschaft, wie sollen Frauen damit umgehen?

1. Alles rund um Tattoos in der Schwangerschaft

Bestehende Tattoos im Bauch- und Leistenbereich, verändern sich durch den Babybauch und sehen nach der Geburt des Kindes, nicht mehr wie vorher aus. Die Haut muss sich an diesen Körperstellen dehnen und aus dem kleinen Sternchen auf dem Buch wird während der Schwangerschaft ein Riesenstern, der sich nach der Geburt etwas verzogen zeigen wird. Das schwache Bindegewebe sowie bestehende Schwangerschaftsstreifen sind in der Regel für das „unansehnliche Bild“ verantwortlich. Viele Tattoo-Studios weisen jüngere Frauen im Vorfeld darauf hin und empfehlen mit Tattoos im Bauchbereich, bis nach einer Schwangerschaft zu warten.
Was kann man tun, wenn es nun mal passiert ist? Wenn das Tattoo, völlig aus der Form geraten, einfach nicht mehr schön aussieht?

Reparaturen sind möglich

Verzogene Tattoos können repariert werden. Mittels Nachtätowieren ist es möglich, verschobene Tattoos wieder schöner aussehen zu lassen. Dennoch ist es nicht ganz einfach und wer ein perfektes Ergebnis erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist empfehlenswert einen erfahrenen Tätowierer aufzusuchen, der sich mit Schwangerschaftsstreifen auskennt. Bei kleineren Tattoos sind gute Ergebnisse zu erwarten, größere Motive hingegen müssen oftmals komplett neu gestochen werden.
Die Kosten für eine Reparatur können nicht pauschal genannt werden, sie sind immer abhängig von der Größe und den daraus resultierenden Aufwand.

Ein neues Tattoo während der Schwangerschaft?

Wer ganz sicher gehen will und jegliche Komplikationen ausschließen möchte, sollte den Wunsch eines neuen Tattoos während der Schwangerschaft zurückstellen. Generell gilt, kleinere Motive können auch bei schwangeren Frauen gestochen werden, von größeren Tattoos ist abzuraten.
Schmerzen und Stress während des Stechens müssen sich in Grenzen halten, außerdem sollte der Körper der Frau durch die Farbpartikel nicht allzu sehr gereizt werden. Nach der Tätowiermittelverordnung vom Mai 2009 dürfen nur bestimmte Farben benutzt werden. Erkundigen Sie sich vorab über Farben und deren Wirkungen, und entscheiden Sie sich in aller Ruhe für oder gegen ein Tattoo in der Schwangerschaft.

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Eine PDA trotz Rückentattoo?

Eine PDA (Periduralanästhesie) wird von vielen Frauen zur Schmerzbekämpfung während der Geburt gewünscht oder aus medizinischen Gründen eingesetzt. Sind Sie am unteren Rücken tätowiert, kann es Ihnen passieren, dass der diensthabende Narkosearzt sich weigert, eine PDA zu setzen. Es ist durchaus möglich, dass durch die verfärbte Haut in diesem Bereich, eine exakte Lokalisierung des Punktionspunktes nicht ermittelt werden kann. Des Weiteren sollen die dort vorhandenen Farbpigmente nicht in den Rückenmarkskanal gelangen, da Schäden nicht ganz auszuschließen sind.
Haben Sie ein Tattoo an dieser Stelle, informieren Sie sich zur Sicherheit im Vorfeld über medizinische Alternativen.

2. Piercing mit Babybauch

Wie ist das nun mit Piercing in der Schwangerschaft? Kann bedenkenlos ein neues Piercing gestochen werden? Muss ein Bauchnabel- oder Intimpiercing abgenommen werden, weil er bei Untersuchungen stört?

Ein bestehendes Bauchpiercing stört bei der Ultraschalluntersuchung nicht, auch das Piercing im Intimbereich stellt bei der normalen Untersuchung keinen Störfaktor da. Meist entfernen schwangere Frauen diesen Körperschmuck irgendwann selbst, weil die anschwellenden Schamlippen oder der wachsende Babybauch, das Piercing unangenehm werden lassen. Dies gilt natürlich nicht für jede schwangere Frau und ist nicht zu pauschalisieren.

Adee Piercing

Spätestens im letzten Schwangerschaftsdrittel müssen Sie sich nun doch von Ihrem Bauchnabelpiercing verabschieden. Der Babybauch nimmt immer mehr an Umfang zu und die Gefahr besteht, dass die Einstichstelle einreist. Damit die Einstichstelle nicht zuwächst und die Frau nach der Schwangerschaft ohne Probleme das Piercing wieder tragen kann, entscheidet sich „Frau“ zwischen zwei Alternativen. Wählen Sie zwischen dem anatomischen Stecker aus PTFE-Kunststoff oder medizinischem Silikon, als Platzhalter, damit ist die Einstichstelle vor dem Zuwachsen geschützt. Oder Sie entscheiden sich für ein Schwangerschaftspiercing, dass mit dem Babybauch mitwächst und in wunderschönen Motiven erhältlich ist.
Ein Intimpiercing muss ebenfalls kurz vor der Geburt entfernt werden. Auch für diesen Körperbereich stehen die sogenannten Platzhalter zur Verfügung, die das Zuwachsen verhindern und selbst bei der Geburt keinen Störfaktor darstellen.

Ein neues Piercing für schwangere Frauen?

Verboten ist das Stechen eines neuen Piercings nicht, allerdings aber auch nicht empfehlenswert, da auch hier, die Gefahr von Komplikationen besteht. Durch die gute Durchblutung der Haut in der Schwangerschaft kann es vermehrt zu Nachblutungen kommen, ebenso ist das Risiko einer Entzündung erhöht.

Ob nun Tattoos und Piercing in der Schwangerschaft gewünscht und vertretbar sind, sollte jede Frau mit bestehendem Kinderwunsch, für sich selbst entscheiden