Der Menstruationszyklus wird von jeder Frau anders wahrgenommen – manch eine spürt die hormonellen Veränderungen, die sich Monat für Monat in ihrem Körper vollziehen, sehr deutlich, eine andere nimmt sie kaum wahr, eine dritte leidet unter Unterleibschmerzen vor oder nach dem Einsetzen der Regelblutung, eine weitere fühlt sich besonders während der Menstruationsblutung, als könne sie „Bäume ausreißen“. So unterschiedlich das Erleben ist – der Grund, warum Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren mit dem Zyklus leben, ist stets der gleiche: Im weiblichen Körper arbeiten Hormone wie Östrogen und Progesteron darauf hin, eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

Als Beginn eines neuen Zyklus gilt der erste Tag der Monatsblutung. Mit der Periode wird überschüssige Gebärmutterschleimhaut aus dem Körper geschwemmt, der Uterus wird sozusagen von altem Gewebe befreit, um sich auf die nächste fruchtbare Phase vorzubereiten. In den Tagen bis zum nächsten Eisprung wird in der Gebärmutter neue Schleimhaut aufgebaut, damit sich dort ein befruchtetes Ei einnisten kann. Gleichzeitig wachsen neue Eibläschen heran, von denen sich im Regelfall eines besonders stark ausbildet – dieses Follikel löst sich während des Eisprungs vom Eierstock und wandert in den Eileiter, wo es befruchtet werden kann. Geschieht dies tatsächlich und gelingt es dem befruchteten Ei, sich in der Gebärmutter einzunisten und dort zu entwickeln, bleibt die nächste Monatsblutung aus – die Frau ist schwanger. Kommt es nicht dazu, entledigt sich der Uterus erneut der nicht benötigten Schleimhaut. Etwa zwei Wochen nach dem Eisprung setzt somit die nächste Regelblutung ein, ein neuer Zyklus beginnt.

Sobald bei einem Mädchen die Menstruation zum ersten Mal einsetzt, ist sie geschlechtsreif. Bis zu den Wechseljahren, in denen die Blutungen unregelmäßiger werden und schließlich ganz aufhören, kann sie schwanger werden, sofern sie eine Empfängnis nicht verhütet beziehungsweise keine anderen Faktoren vorliegen, die eine Schwangerschaft verhindern. Die Menopause bezeichnet die Zeit nach den Wechseljahren, in der die Frau keine Menstruationsblutungen mehr hat – in der sie nicht mehr schwanger werden kann. Wann Geschlechtsreife und Menopause einsetzen, ist individuell unterschiedlich. In der Regel erleben Mädchen zwischen zehn und 14 Jahren ihre erste Monatsblutung, die Wechseljahre fangen bei einigen Frauen mit Anfang vierzig, bei anderen erst mit Ende fünfzig an.

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Auch die Dauer eines Monatszyklus ist von Frau zu Frau verschieden. Manche Frauen haben ihre Regelblutung alle drei Wochen, bei manchen liegen vier Wochen und mehr dazwischen. Es ist zudem nicht ungewöhnlich, wenn bei einer Frau die jeweilige Zyklusdauer leicht schwankt. Diese Unregelmäßigkeiten sind der Grund dafür, dass die fruchtbaren Tage nicht pauschal bestimmt werden können, sie variieren von Frau zu Frau und teilweise von Monat zu Monat einfach zu stark – was sowohl in Verhütungsfragen als auch bei dem Wunsch nach einem Kind eine wesentliche Rolle spielt.

Frauen, bei denen der Zyklus extremen Schwankungen unterliegt oder die unter sehr starken Unterleibschmerzen leiden, sollten sich untersuchen lassen, ob hierfür andere Gründe als die „normalen“ Zykluserscheinungen vorliegen. Umwelteinflüsse wie Stress oder auch ein starker Klimawechsel (beispielsweise nach einer Reise) können sich zusätzlich auf die Dauer und auf die Intensität der Monatsblutung auswirken, ebenso auf das Empfinden möglicher Unterleibschmerzen.

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