Wenn ein neues Leben das Licht der Welt erblickt, ist die Freude groß. Die wird jedoch getrübt, sobald erste Probleme beim Stillen auftreten: Wenn ein Säugling nichts trinken will, glaubt die frischgebackene Mutter gleich, sie würde etwas falsch machen. Sofort macht sich Panik breit, dass nicht genug Muttermilch in den Brüsten ist und das Kind unterversorgt sein könnte. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren!

Tatsächlich haben die meisten Frauen nach der Geburt Probleme beim Stillen – nur 2 bis 3 % von ihnen können ihr Kind überhaupt nicht stillen. Alle anderen brauchen nur ein wenig Übung, bis sich Mutter und Baby eingespielt haben. Um Ihnen die Angst zu nehmen, Sie könnten etwas falsch machen, listen wir Ihnen die fünf häufigsten Probleme beim Stillen auf und zeigen Ihnen verschiedene Lösungsansätze.

Was mache ich falsch beim Stillen?

  1. Die Brüste sind prall gefüllt mit Muttermilch, trotzdem schläft Ihr Baby immer wieder ein, anstatt zu trinken? Das kann durchaus vorkommen, vor allem dann, wenn Ihr Kind die Brustwarzen nicht richtig zu fassen kriegen, deshalb von den Brüsten ablässt und einnickt. Die richtige Anlegetechnik hilft Ihnen dabei, dass Ihr Baby wieder mehr trinkt – fragen Sie diesbezüglich Ihre Hebamme um Rat!
  2. Wenn der Säugling ständig schreit, glauben viele frischgebackene Mütter, er würde nicht genug Milch bekommen. Das kann sogar sein, ist aber kein Grund zur Sorge: Stattdessen müssen Sie Ihre Brüste mehr anregen, Milch zu produzieren, indem Sie Ihr Baby häufiger anlegen (auch nachts) und beide Brüste gleich oft einsetzen.
  3. Ein typisches Problem beim Stillen sind auch entzündete Brustwarzen, weil das Baby zu stark daran saugt. Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass Sie ein gieriges Baby haben, sondern vielmehr mit der falschen Anlegetechnik. Wichtig ist hier, dass der Mund des Babys nicht nur die Brustwarzen umfasst, sondern auch den Brustwarzenhof. Frische Muttermilch hilft übrigens bei der Wundheilung sehr gut!
  4. Obwohl das Baby fleißig trinkt, fühlen sich die Brüste hart an. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um einen sogenannten Milchstau: Er kommt zustande, wenn nicht alle Milchkanäle vollständig leer getrunken werden. Die Milch fließt dann nicht richtig ab und es kommt zu einer Entzündung. Feuchtwarme Umschläge vor und Quark auf den Brüsten (Quarkwickel) nach dem Stillen helfen.
  5. Wird zu viel Milch produziert, können die Brüste ebenfalls schmerzen. Um den Milchüberschuss auszugleichen, sollte Ihr Baby bei jedem Stillvorgang nur noch aus einer Brust trinken, damit die Milchdrüsen nicht mehr angeregt werden, so viel Milch zu produzieren. Danach kann man die Brüste wieder mit Quark kühlen, um die Schmerzen zu lindern.