Wirkungsweise von Quarkwickeln

Quarkwickel sind ein beliebtes Hausmittel. Durch den Temperaturunterschied wird das unter dem Quark liegende Gewebe gekühlt. Dadurch wirkt der Quark temperatursenkend und abschwellend. Schmerzen und Entzündungen lassen sich so rasch lindern.

Quark enthält das Milchprotein Kasein. Dieses Protein öffnet die Poren und dringt in den Körper ein, wo es die Durchblutung fördert. So können Gifte und Entzündungsstoffe aus dem Körper in den Quark geleitet werden.

Anwendungsgebiete

Eine Quarkauflage kann bei zahlreichen Beschwerden helfen. Die Anwendungsgebiete lassen sich in die folgenden vier Bereiche unterteilen:

Quarkwickel bei stillenden Müttern

In der Stillzeit kann es zu verschiedenen Beschwerden der Brust kommen. Viele davon können mit einer Auflage aus Quark wirkungsvoll gelindert werden. Dazu zählen:

Dank der natürlichen Behandlung müssen sich stillende Frauen keine Sorgen machen, dass ein Risiko für das Baby bestehen könnte.

Quarkwickel haben schon so mancher Frau die Stillzeit erleichtert, sind schnell hergestellt und tragen dazu bei, dass das Stillen reibungslos funktioniert und nicht mit Schmerzen verbunden ist.

Fieber und Entzündungen

Quarkauflagen senken die Körpertemperatur und helfen dadurch gegen Fieber. Auch bei Venenentzündungen, Krampfadern oder geschwollenen Lymphknoten sorgen sie durch ihre entzündungshemmende und abschwellende Wirkung für Besserung.

Gelenkbeschwerden und Sportverletzungen

Hier können Sie ruhig zwei oder drei Quarkauflagen hintereinander anwenden. Sobald der Quark bröckelig und warm wird, sollten Sie die Auflage wechseln. Quarkwickel können sowohl bei Zerrungen und Verstauchungen als auch bei Überbeanspruchung lindernd wirken. So helfen sie beispielsweise dabei, einen Tennisarm zu heilen oder ihn gar nicht erst entstehen zu lassen.

Auch bei Zerrungen, Quetschungen und Blutergüssen sind Wickel mit Quark ein hilfreiches Hausmittel.

Erkrankungen und Verletzungen der Haut

Bei einem Sonnenbrand kann Quark die Haut betäuben und kühlen. Sie wirken dadurch schmerzlindernd und beschleunigen die Heilung .Bei Insektenstichen, Akne, Neurodermitis und leichten Verbrennungen werden Quarkwickel ebenfalls oft mit Erfolgt angewendet.

Quarkwickel bei Kindern

Quarkwickel können ab einem Alter von ungefähr 6 Monaten angewendet werden. Bei jüngeren Kindern sollte dagegen auf die Anwendung verzichtet und die Behandlung mit einem Arzt abgesprochen werden. Hier besteht vor allem deswegen ein Risiko, weil die Säuglinge ihre Körpertemperatur noch nicht ausreichend regulieren können. Auch allergische Reaktionen sind im sehr jungen Alter deutlich riskanter als bei älteren Kindern.

Da die Wickel kühlen, sollten sie bei jüngeren Kindern nicht länger als 10 Minuten angelegt werden. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass das Kind zu sehr auskühlt. Wenn das Kind friert oder sogar Schüttelfrost hat, dürfen keine Wickel gemacht werden. Der Quark kann dünner aufgetragen werden, als bei einem Wickel für Erwachsene. Nach der Anwendung sollte das Kind nach Möglichkeit noch ungefähr eine halbe Stunde zugedeckt liegen bleiben.

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Vor allem bei Halswickeln dürfen Kinder nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, da ansonsten Strangulationsgefahr besteht. Empfindet das Kind den Wickel als unangenehm, sollte er umgehend entfernt werden.

Anleitung: So werden Quarkwickel hergestellt

Um Beschwerden mit Quark zu behandeln, benötigen Sie lediglich ein Handtuch oder eine Kompresse und natürlich Speisequark. Der Fettgehalt des Quarks spielt dabei keine Rolle. Unter Umständen ist es außerdem sinnvoll, den Wickel mit einer Mullbinde zu fixieren und die Möbel durch Handtücher oder andere Auflagen zu schützen. Wickeln Sie aber niemals Folie um den Quarkwickel. Das kann zu Hitzestau führen und schadet dann mehr, als das es nützt.

Der Quark sollte nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen, da es ansonsten zu Krämpfen der Muskulatur kommen könnte. Stattdessen sollte er etwa Zimmertemperatur haben. Streichen Sie das Milchprodukt ungefähr einen halben Zentimeter dick auf das Handtuch beziehungsweise die Kompresse und falten Sie diese anschließend so zusammen, dass sie den Quark umgibt. Nun kann sie auf die betroffene Stelle gelegt werden und dort ihre Wirkung entfalten.

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, den Quark direkt auf die Haut zu streichen. Dies bietet sich beispielsweise bei leichtem Sonnenbrand oder bei Insektenstichen an. Auf offene Wunden sollte dagegen auf keinen Fall direkt Quark aufgetragen werden.

Wie oft und wie lange sollte die Anwendung erfolgen?

Der Wickel sollte maximal 20 Minuten auf der Haut gelassen werden. Bei einer längeren Verwendung schlägt nämlich der kühlende Effekt ins Gegenteil um: Die Hitze staut sich, und es kommt zu einer zusätzlichen Erwärmung. Bei kleinen Kindern sollte die Dauer auf 10 Minuten begrenzt sein.

Körperwarme Quarkwickel als Alternative

Halsschmerzen, Husten & Co.

Bei einer Erkältung, Entzündungen im Halsbereich oder fiebrigen Erkrankungen kann der Quark vor der Behandlung auf Körpertemperatur erwärmt werden. So kann sich Schleim am besten lösen, und Husten und Schnupfen werden gelindert.

Bei Halswickeln muss die Wirbelsäule frei bleiben. Im Gegensatz zu kühlenden Wickeln können körperwarme Quarkauflagen länger auf der Haut gelassen werden. Optimal ist eine Behandlung von ungefähr 30 Minuten, bis der Quark zu trocknen beginnt.

Im Anschluss sollte der Patient die Haut gut abtrocknen und noch eine Weile ruhen.

Gegenanzeigen:

Quark ist ein Naturprodukt, durch das nur in Ausnahmefällen unerwünschte Nebenwirkungen zu erwarten sind. Nur bei einer Milcheiweiß-Allergie sollten Sie auf dieses Hausmittel besser verzichten. Offene Wunden sollten nicht direkt mit dem Quark in Kontakt kommen. Bei Durchblutungsstörungen oder Lähmungen ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Wickel aus Quark sorgen oft für eine schnelle Verbesserung des Befindens. Konsultieren Sie bei starken Beschwerden aber immer auch einen Arzt und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Wirkung dieses Hausmittels!