Nicht jedes Paar, das sich Nachwuchs wünscht, kann sich den Traum von der Familiengründung gleich erfüllen. Manch ein Paar hat das Glück, bereits nach den ersten Versuchen erfolgreich zu sein. Die meisten jedoch müssen sich in Geduld üben – es ist nicht ungewöhnlich, wenn der Schwangerschaftstest erst nach neun oder zehn Monaten das heiß ersehnte positive Ergebnis anzeigt. Von Empfängnisproblemen wird in der Regel erst nach einem Jahr regelmäßigen Probierens gesprochen.

Viele Paare, die über einen solch langen Zeitraum vergeblich versucht haben, ein Kind auf natürlichem Wege zu bekommen, denken über eine Hormonbehandlung nach, eventuell in Kombination mit einer künstlichen Befruchtung. Jedoch kann eine solche Therapie nicht nur kostspielig werden, sondern auch eine Reihe mitunter sehr belastender Nebenwirkungen mit sich bringen, so dass die Entscheidung keineswegs leichtfertig oder vorschnell getroffen werden sollte. Eine umfassende ärztliche Beratung vor und Begleitung während der Behandlung ist absolut erforderlich – sowohl aus medizinischer Sicht als auch im Hinblick darauf, die emotional richtigen Entscheidungen zu treffen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ist es dann auch, der oder die sie über die Höhe der jeweils entstehenden Kosten informieren wird, wenn eine Hormonbehandlung in Frage kommt.

Zunächst wird jedoch untersucht, ob andere als körperliche Faktoren eine Rolle dabei spielen, dass der Kinderwunsch über längere Zeit unerfüllt bleibt. Stress im Berufsleben, aber auch der steigende Erwartungsdruck können sich beispielsweise ungünstig auf die Fertilität beider Partner auswirken. Starker Alkoholgenuss oder regelmäßiges Rauchen beeinflussen die Fruchtbarkeit ebenfalls negativ.

Erst wenn alle sonstigen Faktoren ausgeschlossen sind – ebenso wie eine mögliche Unfruchtbarkeit des männlichen Partners –, wird eine hormonelle Behandlung der Frau in Betracht gezogen. In Frage kommen dann reine Hormontherapien zur Unterstützung des Eisprungs oder unterstützende Hormongaben in Verbindung mit einer künstlichen Befruchtung.

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Neben der finanziellen Frage sind vor allen Dingen die möglichen Folgen zu bedenken. Die Chance auf Mehrlingsgeburten nach einer erfolgreichen Hormonbehandlung steigt, es kann aber auch zu einer so genannten „Überstimulation“ der Eierstöcke mit unangenehmen und teilweise sogar gefährlichen Nebenwirkungen kommen.

Daneben spielt der Umgang mit der veränderten emotionalen Situation eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nicht nur der unerfüllte Kinderwunsch, sondern auch die Fruchtbarkeitsbehandlung kann bei beiden Partnern starke Stresssymptome auslösen. Auch ist die Hormonbehandlung keine Garantie für eine Schwangerschaft, wodurch sich zahlreiche Paare zusätzlich belastet fühlen.

Eine Hormonbehandlung kann demnach eine echte Belastungsprobe für ein Paar bedeuten, birgt auf der anderen Seite aber die wunderbare Möglichkeit, sich den Wunsch nach einem leiblichen Kind erfüllen zu können. Und wie schön ist es, wenn ein Paar die Zeit der Ungewissheit gemeinsam durchgestanden hat und am Ende durch das Lächeln eines Babys belohnt wird …