Heftige Ohrenschmerzen und die typisch dick angeschwollene „Backe“ kennzeichnen Mumps. Auch diese Virusinfektion wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie ist wie die meisten Kinderkrankheiten überaus ansteckend. Bricht bei einem Kind der Ziegenpeter aus, bekommt ihn meist der ganze Kindergarten. Allerdings tritt Mumps kaum noch auf, was der flächendeckenden Schutzimpfung zu verdanken ist. Nach zwei Gaben von Lebendimpfstoff besteht eine jahrelange Immunität.

Mumps Symptome:

  • anfänglich Kopf- und Gliederweh, Appetitlosigkeit und Unwohlsein
  • etwa nach zwei Tagen geschwollene Ohrspeicheldrüse (Paroditis), die massiv schmerzt und die entsprechende Wange zu einer „Hamsterbacke“ vergrößert
  • bei circa 80% aller Patienten zeigen sich die Symptome nach 24 bis 72 Stunden auch auf der anderen Gesichtsseite
  • Kauen, Schlucken sowie weitere Kopfbewegungen verursachen starke Schmerzen
  • nur leichter Temperaturanstieg, in wenigen Fällen Fieber
  • entzündete Mundschleimhaut, vergrößerte Lymphknoten, Schwellung weiterer Speicheldrüsen

Krankheitsverlauf:

Zwischen Ansteckung und Ausbruch von Mumps vergehen in der Regel 2 ½ bis 3 Wochen. Mit den ersten Anzeichen (kränklich, flaues Gefühl) kann der kleine Patient für eine Woche sein noch nicht immunes Umfeld infizieren. Normalerweise ist Mumps nach sieben Tagen ausgestanden, die Schwellungen klingen völlig ab. Trotzdem ist mit Ziegenpeter nicht zu spaßen, denn die Virusinfektion hat bisweilen eine Meningitis und bei Jungen eine Hodenentzündung im Schlepptau. Klagt das Kind über schwere Kopfschmerzen, sollte an eine Beteiligung des Gehirns gedacht werden.

Maßnahmen:

Da der Erreger ein Virus ist, beschränken sich die therapeutischen Schritte auf Schmerzlinderung und Bettruhe. Schließlich soll Ihr Kind niemand weiteren anstecken.

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Hilfreiche Tipps für Eltern gibt es einige:

  • Hausmittel Wärmflasche lindert Beschwerden, kühlende Wickel auch (Ausprobieren, was das Kind als angenehmer empfindet)
  • Schluck- und Kauschmerz wird durch breiige Kost entschärft
  • sauere Speisen und Fruchtsäfte meiden, um das Innere des Mundes nicht noch mehr zu reizen
  • Gurgeln mit desinfizierenden Mundspülungen, auch Salbeitee
  • sorgfältige Mundhygiene (Zähneputzen)
  • Fieber bedingt ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Jungen mit Hodenentzündungen (Orchitis) gehören aufs Sofa oder ins Bett, Hoden hochlagern

Auch hier gibt es unterstützende homöopathische Arzneien:

  • Belladonna: heftiger Krankheitsbeginn mit Fieber, dabei sind Hände und Füße allerdings kalt
  • Rhus toxicodendron: ruheloser Patient (besonders nachts), geschwollene Ohrspeicheldrüsen greifen sich hart an und sind äußerlich (Haut) gerötet, Zungenspitze ebenfalls rot
  • Bryonia: stechende Kopfschmerzen (bei Hirnhautbeteiligung), jede Bewegung verschlimmert

Komplikationen:

Wie bereits erwähnt verläuft Mumps unterschiedlich. In etlichen Fällen kann die Hirnhaut reagieren (Meningitis), bei Buben sind oft die Hoden mit betroffen. Erstere trifft viermal mehr Jungen als Mädchen. Dabei hat die Gehirnentzündung eine gute Prognose, zieht sie ab und an eine Schwerhörigkeit nach sich. Ab und zu wurden auch Entzündungen von Bauchspeicheldrüse und Brustdrüsen beobachtet. In der Frühschwangerschaft führt der Mumpsvirus zu erhöhten Fehlgeburten, in den späteren Monaten ist er nicht gefährlich und führt zu keinerlei Fehlbildungen oder Behinderungen. Generell gilt: Je fortgeschrittener das Patientenalter, umso schwerer der Verlauf. Sind dann die Keimdrüsen (Hoden, Nebenhoden und Eierstöcke) mitinfiziert, kann eine Unfruchtbarkeit folgen.

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