Das Norovirus greift wieder um sich. Es breitet sich rasant aus, rafft ganze Kindergartengruppen oder Schulklassen dahin. Verständlich, dass Eltern in Sorge sind und sich fragen, wie sie ihrem Kind Durchfall, Erbrechen und das elende Krankheitsgefühl ersparen können.

Zuerst die gute oder die schlechte Nachricht?

Zunächst die guten Informationen:

So plötzlich wie die Krankheit ausbricht, so schnell ist sie auch wieder vorbei. Frühestens zwölf Stunden nach dem ersten Durchfall und Erbrechen geht der Spuk dem Ende zu; selten dauert er drei Tage. Doch ansteckend ist er immer noch und zwar hochgradig.

Die lausige Botschaft heißt:

Schon minimale Spuren des Erregers reichen aus, um den Brechdurchfall weiter zu geben. Selbst Temperaturen von minus 20 bis 60 Grad plus machen dem Virus nichts aus. „Auf Türklinken, Polstern oder Spielzeug überleben sie bis zu sechs Wochen“, erklärt Klaus Ritter, Leiter des Forschungsgebietes Virologie am Uniklinikum Aachen (1).

Wie gefährlich ist das Norovirus?

Gesunde Schulkinder und Erwachsene haben eigentlich nichts zu befürchten, solange sie während der Infektion genügend Flüssigkeit aufnehmen. Kleine Kinder und ältere Menschen sind oft anfälliger, ihnen setzt das Virus mehr zu und es besteht das Risiko des Dehydrierens. Meist können sie gar nicht soviel Flüssigkeit aufnehmen, wie ihr Organismus durch Erbrechen oder Durchfall verloren hat. Dabei geht der Erreger perfide vor. Gelangt er in die Darmwand, geht ein sagenhafter Prozess von statten. Scharenweise neue Keime werden gebildet, die dann den Darmzellen Schaden zufügen. Deshalb gelangt wasserreiche Kost in Darm, Durchfall entsteht. Ähnlich versucht die Magenschleimhaut sich des Quälgeistes zu entledigen. Übergeben ist die andere Form der Gegenwehr.

Was tun?

Hände waschen und normale Toilettenhygiene setzen dem Virus wirksame Grenzen. Einige Tipps:

  • die durch den Brechdurchfall verschmutzten Flächen und Gegenstände mit Einwegmaterialien reinigen (Handschuhe, Küchentücher)
  • jeder hat sein eigenes Handtuch, kein gemeinsames Händehandtuch
  • nach jedem WC-Gang und vor jedem Essen, Hände waschen nicht vergessen
  • jeder trinkt aus seinem eigenen Glas (Becher, Tasse) und isst von seinem Teller mit seinem Besteck
  • verunreinigte Wäsche möglichst bei 90 Grad Celsius waschen

Ist ein Familienmitglied erkrankt, reicht meist die Hausapotheke zur Selbstbehandlung aus. Ein wirksames Medikament oder gar eine Impfung gegen das Norovirus gibt es nicht.

  • Wer unter dem Virus leidet, legt sich freiwillig ins Bett. Aber auch im Anschluss ist Ruhe wichtig, nur so kann der Körper gesunden.
  • Trinken, trinken, trinken. Ob Fenchel-Anis-Kümmel oder Kamillentee, Hauptsache Flüssigkeit. Setzen Sie den Getränken ruhig eine Prise Salz oder Traubenzucker zu.
  • Mittel gegen Übelkeit oder Bauchkrämpfe sind erlaubt, allerdings bei Kindern in Rücksprache des Kinderarztes.
  • Wärme hilft und entkrampft den Magen-Darm-Trakt.
  • Mut zusprechen! Streicheleinheiten und Zuwendung machen die Situation erträglicher.
  • Ist der Appetit noch so groß: Langsam die Kost aufbauen. Geriebener Apfel (mit Schale), zerdrückte Banane oder Zwieback schmeicheln dem Magen. Milch und fettige Speisen sollten noch warten.
  • Sobald der Verdacht besteht, dass die Ausscheidungen reichlicher sind als die Flüssigkeitszufuhr, müssen Risikopatienten ärztlich behandelt werden. Scheuen Sie nicht den Weg in die Klinik!