Sobald eine kleine Eizelle anfängt, sich im mütterlichen Körper einzunisten, geht es für die werdende Mutter auch schon los mit den Veränderungen. Diese sind nicht nur körperlicher Art. Auch die Gefühle spielen verrückt. Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft kommen besonders in den ersten 3 Monaten vor. Tränen bei der kleinsten Gelegenheit , übermäßige Freude oder in Traurigkeit verfallen – meist nur für einen kurzen Moment und schon geht wieder alles seinen normalen Gang.

Die Gefühlswelt einer Schwangeren zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Freude, Trauer, Glück und Unsicherheit geben sich fast die Hand im Verlauf eines Tages. Manchmal reichen nur kleine, sonst unscheinbare Dinge oder Erlebnisse aus, um die Stimmung in ungeahnte Höhen oder in ein tiefes Tal zu stürzen. Da überfällt einen der Wunsch, die ganze Welt zu umarmen, dicht gefolgt von einem wolkenbruchartigen Tränenausbruch.

Woher kommen sie – diese Stimmungsschwankungen?

Bei manchen Schwangeren halten diese Berg- und Talfahrten der Gefühle nur wenige Tage an. Andere Schwangere leiden tage- oder wochenlang unter extremsten Stimmungen. Hierfür sind, die Hormone verantwortlich. Denn neben dem Körper verändert sich auch der Hormonhaushalt.

Östrogen und Progesteron werden normalerweise, im nicht-schwangeren Zustand, in den Eierstöcken produziert. Die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, übernimmt mit Beginn der Schwangerschaft nun nach und nach diese Funktion. Hierdurch kann es zwischenzeitlich zu einem Überschuss an Hormonen kommen, bis der Mutterkuchen diese Funktion vollständig übernommen hat. In der Regel geschieht dies innerhalb der ersten drei Monate der Schwangerschaft. Dieser Überschuss an Hormonen und vor allem auch die Schwankungen im Hormonspiegel sind dafür verantwortlich, dass aus manch „harter“ Frau plötzlich ein kleines Sensibelchen wird.
Aber – keine Panik! Sobald die Eierstöcke ruhen und die Plazenta richtig arbeitet verschwinde diese Gefühlsachterbahn wieder genau so schnell, wie sie gekommen ist.

Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft – was hilft?

Ein Mittelchen, welches die Stimmungsschwankungen verhindert oder gar verschwinden lässt, gibt es leider nicht. Allerdings kann es sehr hilfreich sein, seine Gefühle raus zu lassen, ihnen freien Lauf zu lassen. Der Versuch, die Stimmungsschwankungen zu unterdrücken, scheitert meist schon im Ansatz. Ist man gereizt, muss man ja nicht mit Dingen um sich werfen oder in einem Anfall von überschwänglicher Freude, sollte man nicht gleich jedem um den Hals fallen, der einem gerade über den Weg läuft. Die Stimmungswelt einer Schwangeren ist in etwa mit der eines Pubertierenden zu vergleichen. Und bei einer Schwangeren hat die Mitwelt da wesentlich mehr Verständnis, als bei einem hormongesteuerten Teenager.

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Es gibt jedoch einige kleine Tricks, mit denen man sich besser steuern kann, bzw. mit denen die Schwankungen nicht so heftig werden. Hat man etwas, das einen in der Regel entspannt, kann dies schon sehr hilfreich sein. Dies können nicht nur lange Spaziergänge an der frischen Luft sein. Auch ein schönes Bad, ein entspannendes Hobby oder einfach nur ein gemütlicher Tag auf der Couch mit einem guten Buch oder bei einem guten Film können helfen die Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft etwas ausgeglichener zu überstehen.

Für den Partner kann diese erste Zeit der Schwangerschaft auch eine harte Probe sein. Denn diese Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft können zu großen Missverständnissen und damit zu Problemen werden. Deswegen sollte eine Schwangere mit ihrem Partner darüber sprechen, wenn es ihr nicht gut geht, wenn sie von wirren Gedanken oder von Angst geplagt wird. Nur so kann der Partner verstehen, was vorgeht und das nötige Verständnis für die Besonderheit der Situation aufbringen. Vor allem sollte der werdende Vater sich stets vor Augen halten, dass die Gefühlsachterbahn bei der Partnerin schon nach wenigen Wochen ein Ende hat. Bis dahin heißt es Zähne zusammenbeißen, Geduld haben und vor allem viel Verständnis aufbringen. Es geht wieder vorbei!

Gespräche mit einer Freundin oder Bekannten, die vielleicht schon eine Schwangerschaft hinter sich hat, sind auch sehr hilfreich. Denn diese Person kann sich ziemlich genau in die Gedanken einer Schwangeren hineinversetzen. Sie kennt die Fragen und Ängste, die einem selbst durch den Kopf gehen, und hat sehr viel Verständnis für für andere nicht-schwangere unverständliche Probleme. Im Notfall kann die Schwangere sich auch jederzeit an eine Hebamme oder ihren Arzt wenden, wenn sie sich vom Rest der Welt unverstanden fühlt.

Wenn es kein Ende nimmt – Depression?

In ganz wenigen Fällen kann es vorkommen, dass die Stimmungsschwankungen so schlimm werden, dass die Schwangere nicht mehr damit fertig wird. Es besteht die Gefahr einer Depression. Hat die Schwangere das Gefühl, dass sie selbst ihre Gefühle nicht mehr beherrschen kann, sollte sie sich unbedingt an ihren Arzt wenden. In schlimmen Fällen kann eine psychologische/psychiatrische Behandlung notwendig werden.