Nach der Geburt eines Kindes ist das Glück unendlich groß. Fast genauso groß sind aber die Sorgen, wenn die frischgebackenen Eltern bemerken, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmen könnte. Wenn Ihr Baby schielt, kann dies aber in der Regel gut behandelt werden, sofern es sich überhaupt um ein echtes Schielen handelt. Häufig tritt nämlich auch das sogenannte Pseudoschielen auf, welches der Augenarzt aber gut vom echten Schielen unterscheiden kann. Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen, die sich Eltern stellen, wenn ihr Baby schielt.

Hilfe, mein Baby schielt!

Bei Neugeborenen ist ein latentes Schielen normal

In den ersten Monaten ist es normal, dass das Baby schielt. Die Augen und das Gehirn müssen erst noch trainiert werden. Grade nach dem Aufwachen oder wenn es besonders müde ist, hat das Kind seine Augen oft noch nicht besonders gut unter Kontrolle. Erst nach ungefähr einem halben Jahr ist die Koordination der Augen so weit entwickelt, dass ein schielender Blick nur noch selten vorkommt.

Sehfehler frühzeitig erkennen

Wenn das Baby schielt, spricht der Mediziner vom sogeannten Strabismus, dieser ist in der Regel gut behandelbar. Das gilt allerdings nur, wenn Sie rechtzeitig mit der Behandlung beginnen. Daher sollten Eltern nicht zu lange zögern, das Baby einem Augenarzt vorzustellen, wenn sie den Verdacht haben, dass ein Strabismus vorliegen könnte.

Wenn das Baby schielt: Die Behandlung von Strabismus

Wenn das Baby schielt, kann der Augenarzt als Sofortmaßnahme eine Brille verschreiben, wodurch der Sehfehler ausgeglichen werden kann. Bei der langfristigen Behandlung geht es dann darum, die Augen so zu trainieren, dass es seine normale Funktion erfüllen kann. Dies kann mit der sogenannten Oklusionstherapie erreicht werden.

Was ist eine Oklusionstherapie?

Hierbei wird das stärkere Auge des Kindes mit einem Pflaster abgeklebt, so wird das Gehirn dazu gezwungen das schwächere Auge zu nutzen. In vielen Fällen ist es erforderlich, beide Augen im Wechsel abzukleben, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

So wird dafür gesorgt, dass jede Seite einzeln trainiert wird. Nicht nur für den Erfolg der Therapie ist es einfacher, wenn Sie frühzeitig mit dem Abkleben beginnen, sondern auch die Kinder akzeptieren es oft in jüngerem Alter besser, als wenn sie bei Therapiebeginn schon mehrere Jahre alt sind. Oft kann durch diese Therapie das Schielen beim Baby komplett beseitigt werden.

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Ist eine Operation notwendig?

Eine Operation ist bei einem Baby das schielt ist in den seltensten Fällen nötig. Nur wenn der Schielwinkel so groß ist, dass er durch eine konventionelle Therapie voraussichtlich nicht ausgeglichen werden kann, ist eine solche OP die einzige Möglichkeit.

Das Baby schielt: Was sind die Ursachen?

Die Veranlagung für eine Fehlstellung der Augen ist erblich. Schielende Eltern haben also häufiger schielende Kinder, auch wenn der Sehfehler bei den Eltern erfolgreich behandelt wurde. Die Vererbung ist aber nicht die einzige mögliche Ursache. Auch andere Gründe können dazu führen, dass das Baby schielt. So kann es beispielsweise auch an anderen Problemen mit den Augen oder den Augenmuskeln liegen, dass sich entsprechende Symptome zeigen. Unter anderem können eine angebotere Kurz- oder Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung ursächlich für den sogeannten Silberblick sein.

Pseudoschielen: Was bedeutet das?

Häufig wirkt es nur so, als ob das Baby schielt. Der Eindruck kann nämlich auch dadurch entstehen, dass Babys einen im Vergleich zum älteren Kind oder Erwachsenen deutlich breiteren Nasenrücken haben. Dadurch ist das innere Weiß der Augen manchmal zu einem großen Teil verdeckt, während vom äußeren Weiß deutlich mehr zu sehen ist.

So entsteht der Eindruck, dass der Blick auf die Nasenspitze gerichtet ist, auch wenn die Blickachsen der beiden Augen in Wirklichkeit vollkommen parallel verlaufen.
Im Zweifelsfall sollten Sie auch ein Pseudoschielen immer durch den Arzt abklären lassen. Der Laie kann hier nicht immer eindeutig unterscheiden.

Wenn das Baby schielt: Das können Eltern tun

Die Untersuchung der Augen gehört zur regulären Vorsorge

Eine Fehlstellung der Blickachsen und andere Sehprobleme sollten möglichst frühzeitig behandelt werden. Damit die Sehkraft nicht dauerhaft beeinträchtigt wird, gehört die Untersuchung der Augen zu den Vorsorgeuntersuchungen, an denen alle Kinder teilnehmen sollten.

Muss ich mit dem Baby zum Augenarzt?

Diese Untersuchungen werden vom Kinderarzt durchgeführt. Er ist in der Regel gut in der Lage, eine Abweichung von der Norm zu erkennen. Zur weiteren Abklärung wird er ihr Kind dann zum Spezialisten überweisen. Wenn das Baby schielt kann er durch gezielte Untersuchungen feststellen, ob es sich wirklich um eine Fehlstellung der Augen handelt. Möglicherweise verwächst sich schielen beim Baby einfach. Auch die Behandlung des Schielens und die Nachkontrollen erfolgen dann durch den Facharzt.