Überall liest man, Muttermilch sei das Beste für´s Baby. Doch warum ist das so? Was hat Muttermilch, was künstliche Säuglingsnahrung nicht hat?

Doch Muttermilch kann noch mehr als „bloß“ Ihr Baby ernähren: In ihr tummeln sich Milliarden lebende Zellen, darunter weiße Blutkörperchen, Präbiotika und sogar Stammzellen.

Des Weiteren enthält Muttermilch Enzyme, die Ihrem Baby bei der Verdauung helfen, Mineralstoffe sowie Vitamine.
Ihr Baby erhält von Ihrer Muttermilch also alles, was es zum Wachsen und Gedeihen braucht. Doch das ist noch lange nicht alles. Sie ist auch fast ein Allheilmittel.

Hat Ihr Baby einen wunden Po? Tupfen Sie etwas von Ihrer Milch darauf und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Sie werden sehen, die wunden Stellen heilen rasch ab. Das Gleiche gilt im Übrigen für wunde Brustwarzen. Lassen Sie nach dem Stillen einfach die restliche Milch darauf trocknen. Sie enthält so viel Fett, dass sie wie eine pflegende Creme wirkt.

Muttermilch: Maßgeschneidert auf Babys Bedürfnisse

Mamas Milch ist nicht nur sättigend, sondern kann auch etwas, was künstliche Säuglingsnahrung nicht kann: Sie verändert ihre Zusammensetzung. So schafft es die Muttermilch, sich stets perfekt an die Bedürfnisse des Babys anzupassen.

Vormilch, Kolostrum

In den ersten Tagen nach der Geburt wird zunächst das Kolostrum, die Vormilch, gebildet. Dieses enthält nicht nur alle Nährstoffe, die das Neugeborene braucht, es ist auch besonders reich an schützenden Antikörpern und legt sich wie ein Film über die Darmwand des Säuglings. Dadurch wird diese vor allem vor Magen-Darm-Erkrankungen geschützt.

Übergangsmilch

Nach wenigen Tagen schießt die Übergangsmilch ein, danach die reife Muttermilch. Diese besteht aus Wasser, Proteinen und Fett. Übrigens teilt sich die reife Milch wiederum in Vorder- und Hintermilch.

Vordermilch, Hintermilch

Beginnt Ihr Baby an der Brust zu saugen, erhält es zunächst die Vordermilch, die hauptsächlich aus Wasser besteht und seinen Durst löscht. Mit zunehmender Dauer der Stillmahlzeit wird die Milch immer fettreicher und sättigender; dies ist die Hintermilch.

Unterschiedliche Geschmacksrichtungen

Durch die Muttermilch erfährt das Baby außerdem sehr viele verschiedene Geschmacksrichtungen. Ihre Milch schmeckt immer unterschiedlich, je nachdem, was Sie zu sich genommen haben. So werden die Geschmacksnerven Ihres Babys sogar bereits dann auf unterschiedliche Weise stimuliert, wenn Ihr Baby noch gar keine Beikost erhält.

Muttermilch – nicht umsonst ein Superfood

Bei der Muttermilch handelt es sich um die ideale Zusammensetzung hinsichtlich der einzelnen Nährstoffe, die ein Baby benötigt, um sich optimal zu entwickeln und wachsen zu können. Die einzelnen Bestandteile sind ausgewogen und sorgen dafür, dass es nicht zu einer Belastung des Stoffwechsels beim Kind kommt. So sind zum Beispiel Mineralstoffe nur ein geringer, aber ausreichender Bestandteil der Muttermilch, um die kindlichen Nieren nicht unnötig zu belasten.

Die Muttermilch ist Nahrungsmittel und Getränk in einem und somit die optimale Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr für das Baby. Außerdem kann es beim Kind nicht zu einer Übersättigung an Muttermilch kommen.

Wichtig ist auch, dass die Muttermilch immer bestmöglich auf die Bedürfnisse des zu stillenden Kindes abgestimmt ist, das heißt, die Zusammensetzung verändert sich im Laufe der Entwicklung und des Wachstums des Babys und verfügt immer über die für das Kind wichtigen Nähr- und Inhaltsstoffe.

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Die Muttermilch kann vom Baby sehr leicht verdaut werden, zudem werden die Inhaltsstoffe  vom Organismus optimal aufgenommen und sofort verwertet, man bezeichnet dies als hohe Bioverfügbarkeit. Spezielle in der Muttermilch enthaltene Enzyme sorgen für eine zusätzliche Unterstützung des Verdauungsprozesses.

Schließlich trägt die Ernährung mit Muttermilch zu einem milden Stuhl bei, der nicht durch einen unangenehmen Geruch auffällt.

Das Stillen hat keinerlei Nach-, dafür aber viele Vorteile:

  • verringert nachweislich die Säuglingssterblichkeit
  • reduziert die Wahrscheinlichkeit für Atemwegs- und Durchfallerkrankungen beim Säugling
  • gestillte Kinder haben ein geringeres Allergierisiko
  • vollgestillte Babys haben ein geringeres Risiko für Übergewicht und Diabetes Typ 2
  • Stillen wirkt sich auf die Gehirnentwicklung aus; so erzielen gestillte Kinder in Intelligenztests etwas bessere Ergebnisse als Kinder, die mit künstlicher Säuglingsnahrung ernährt wurden
  • Selbst als Mutter genießen Sie durch das Stillen einige positive Effekte. So sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs oder an Eierstockkrebs zu erkranken, mit der Dauer der Stillzeit.

Das Stillen des Säuglings sorgt für eine Befriedigung von dessen psychischen, emotionalen und physischen Bedürfnissen und hat darüber hinaus auch noch für die stillende Mutter einige positive Aspekte.

Muttermilch: Interessante Fakten

Leicht antibiotische Wirkung

Sich eingehend über die natürlichste aller Säuglingsnahrungen zu informieren lohnt sich, denn es gibt einige hochinteressante Fakten dazu.

Muttermilch hat nämlich eine leicht antibiotische Wirkung. Dies fanden japanische Forscher heraus. Ein Protein in der Milch, das Lactoferrin, entzieht Bakterien das für ihre Vermehrung wichtige Eisen und durchlöchert ihre Zellmembran. So können körpereigene Abwehrstoffe leichter in den Zellkörper eindringen. Im Kolostrum ist besonders viel Lactoferrin enthalten.

Muttermilchsahne: Boost für Babys Gewicht

Mögen Sie Sahne? Ihr Baby sicher auch! Nimmt es schlecht zu, obwohl es genügend Muttermilch von Ihnen erhält, stellen Sie doch einmal Muttermilchsahne her. Sie ziehen abgepumpte Milch mit einer 10ml-Einwegspritze auf und stellen diese mit der Spitze nach unten in ein Glas. Das Glas kommt in den Kühlschrank. Nach wenigen Stunden hat sich die sehr nahrhafte Sahne unten in der Spritze abgesetzt und kann dem Baby nach dem Stillen in den Mund gegeben werden. Der wässrige Teil in der Spritze wird verworfen. Ein echter Boost für´s Babygewicht!

Muttermilch: Morgens Muntermacher – Abends Schlafelexier

Genau so wie sich die Muttermilch immer wieder neu den entwicklungsbedingten Bedürfnissen des Kindes anpasst, verfügt sie auch zu jeder Tages- und Nachtzeit über eine andere Zusammenstellung.

So ist die morgendliche Muttermilch ein echter Muntermacher, denn sie enthält wach machende Hormone. Gegen Abend verändert sich die hormonelle Zusammensetzung – dann wirkt sie beruhigend.

Dabei ist nicht der Trink-Rhythmus des Babys entscheidend, sondern der jeweilige Blick auf die Uhrzeit. Und exakt mit dieser verändern sich die in der Muttermilch enthaltenen Biomoleküle.

Für Kinder, die jederzeit an Mamas Brust gestillt werden, macht das keinen Unterschied. Für Kinder, die die abgepumpte Muttermilch aus dem Fläschchen bekommen – und sei es auch nur zwischendurch – hingegen schon. Denn bei der abgepumpten Muttermilch gilt: Jede Milch hat ihre Zeit – deshalb sollten Sie zum Datum auch die Uhrzeit auf der abgepumpten Muttermilch notieren.