Wer nicht immer gleich Cremes, Salben oder Puder verwenden möchte, wenn Babys Po wund ist, greift zu alten Hausrezepten wie schwarzem Tee oder Kartoffelmehl. Heilwolle hilft bei wundem Baby-Po, so lautet ein weiterer Geheimtipp. Doch hält er was er verspricht?

Geheimtipp Heilwolle

Hinter dem Begriff Heilwolle verbirgt sich naturbelassene Schafwolle, die nur mit Wasser gewaschen wird. Dementsprechend enthält die Schafwolle einen hohen Wollfettanteil, der auch als Wollwachs oder Lanolin bekannt ist. Sie wird als hautpflegend, wärmend und entzündungshemmend deklariert und soll unangenehmen Juckreiz lindern.

Als Multitalent in der Hausapotheke soll Heilwolle wunder oder entzündeter Haut entgegenwirken, bei nässenden Wunden Linderung verschaffen, als wärmende Wickel, bei Rheuma, Verspannungen und Gelenkschmerzen einzusetzen sein. Bei Husten und Bronchitis soll Heilwolle wohltuend wirken und bei Dreimonatskoliken Entspannung bringen.

Wie bei vielen Hausmitteln und Geheimtipps gilt jedoch auch für die Heilwolle, dass sie weder klinisch getestet noch wissenschaftlich untersucht wurde. Dennoch: Viele Mütter schwören drauf, Apotheken, Reformhäuser und Bioläden empfehlen sie, wohingegen einige Hautärzte sich weiterhin skeptisch zeigen – insbesondere, was ihre Anwendung bei wunder Babyhaut betrifft.

Heilwolle bei wundem Baby-Po

Für die Anwendung bei wundem Baby-Po wird wahlweise ein windelgroßes oder ein handtellergroßes Stück Heilwolle dünn in die Windel eingelegt. Wichtig ist dabei, dass Babys Po vorher nicht gesondert eingecremt wird, sondern die Wolle direkt mit der Haut in Berührung kommt. Auch die Bündchen der Windel sind von der Heilwolle auszusparen.

Der hohe Fettgehalt der Heilwolle soll dabei die wunde Haut trocken halten, ohne sie auszutrocknen oder luftdicht abzuschließen, den Juckreiz lindern, die Durchblutung anregen und gleichzeitig verhindern, dass sich Krankheitskeime ausbreiten. Hierin sehen jedoch gerade Hautärzte ein Problem.

Heilwolle im Visier der Hautärzte

Viele Hautärzte halten die Verwendung von Heilwolle bei einem wunden Baby-Po deshalb für bedenklich, da die wunde Babyhaut gerade jetzt keine angeregte Durchblutung braucht. Denn genau das reizt sie noch mehr.

Auch interessant:  Hausmittel bei Halsschmerzen

Gleichzeitig kann die in die Windel eingelegte Heilwolle mit jeder Bewegung des Babys mitrutschen, in der Windel also hin und her, was für eine zusätzliche Reibung und Reizung sorgen kann.

Und auch die Aussage, dass sich an Wolle Keime nicht weiterentwickeln, sehen viele Hautärzte nicht als überzeugendes Argument. Denn gerade, wenn das Kind in die Windel gemacht hat, muss die Heilwolle ausgetauscht oder gewaschen werden, um Keime oder Pilze abzutöten. Und genau dann – also wenn die Wolle gewaschen wird – verliert sie durch das Ausspülen des Fettes ihre Wirkung.

Heilwolle bei wundem Baby-Po verwenden oder nicht

Wie bei allen Hausmitteln gilt wohl auch für die Heilwolle, dass Probieren über Studieren geht. Und wenn sie Babys wundem Po hilft, warum nicht?

Ob sie das tut, sollte sich spätestens innerhalb eines Tages oder noch besser über Nacht zeigen. Achten Sie aber darauf, dass die Wolle in der Windel nicht verrutschen kann und dass sie bei jedem Windelwechsel ein neues Stück Heilwolle verwenden.

Tritt innerhalb eines Tages keine Besserung ein, sollten Sie doch zu den speziellen Salben und Cremes greifen, die dann vielleicht schützender und behutsamer Babys Haut wieder in den Griff bekommen.