Es liegt im Wesen des Kleinkindes sich zu bewegen. Beim Laufen, Rennen, Springen, Klettern und Balancieren macht es fundamentale Erfahrungen. Experten verweisen hier auf das sogenannte „Bewegungsfenster“ im kindlichen Gedeihen. Sobald das Kind sicher auf zwei Beinen steht und geht, eröffnen sich neue Sinneswahrnehmungen, die ihm Freude und Lust bereiten. Durch seine körperliche Anstrengung erlebt es Selbstbestätigung und Unabhängigkeit, Bewegung formt also den Geist und den Körper. Deshalb braucht der Nachwuchs genügend Freiraum, um sich auszuprobieren. Dann lernt er flexibel und flott schwierige Situationen zu meistern und auf persönliche Stärken zu vertrauen.

Laufen, Rennen, Springen, Klettern und Balancieren

Wie sieht der Alltag von 1 bis 3-jährigen aus? Zunächst gilt wieder, dass alle Kinder, egal ob Mädchen oder Jungen, sich verschieden und nach ihrem eigenen Tempo entwickeln. Während die einen schon koordiniert laufen und kaum ein Wort von sich geben, plaudern die anderen munter drauf los und tapsen noch vorsichtig durch die Gegend. Alles braucht seine Zeit!

Ist der Gang dann sicher, will der Sprössling experimentieren. Sein reger Eifer aktiviert die Muskulatur und legt den Grundstein für die spätere Konstitution. Dabei darf er ruhig rote Bäckchen bekommen und schwitzen, denn Belastung bringt den Kreislauf auf Trab und stärkt das Herz. Werden beispielsweise auf dem Spielplatz sandgefüllte Eimerchen „geschleppt“, mobilisiert die Tätigkeit nicht nur Arme und Beine. Sie vermittelt auch Eindrücke, wie schwer oder leicht das Behältnis zu tragen ist.

Bewegung bringt Selbstbewusstsein. Vielfältige Spiele fördern motorische Entwicklung und Sprache. Anregungen gibt dazu die nachstehende Auflistung.

12 bis 18 Monate:

Verstecken und Toben sind angesagt! Das Kind lernt dabei sich zu orientieren, zu bücken und leise zu verhalten. Große Freude bereitet das Galoppieren auf dem Rücken eines Erwachsenen. Dabei muss sich der kleine Reiter ausbalancieren und trainiert sein Gleichgewicht.

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Frische Luft tut dem kleinen Organismus gut, sie bringt das Immunsystem Schwung. Beliebte Fortbewegungsmittel für draußen sind Bobbycar, Dreirad oder Puppenbuggy. Allerdings dauert es noch ein Jahr, ehe der Nachwuchs selbst in die Pedale treten kann.

Selbst Schaukeln und Rutschen sind in diesem Kleinkindalter attraktiv; sie vermitteln bleibende sensorische Erfahrungen.

18 bis 24 Monate:

Von nun an gehören Matschhose und Gummistiefel zur Standardausrüstung. Für Eltern heißt es: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Beim Spielen im Freien benutzt das Kind jetzt Sand, Förmchen, kleinere Autos sowie Schippe und Eimer. Steine, leere Schneckenhäuser, Zapfen oder auch ein Regenwurm sind so anziehend, dass sie befühlt und gesammelt werden oder in Jackentaschen verschwinden. Die kleinen Racker wollen gerne an den Alltagsarbeiten teilnehmen. Mit etwas Hilfe können sie schon den Handfeger führen oder Blumen gießen.

24 bis 40 Monate:

Singen und Spielen begünstigen Motorik und Sprache. Kinder lieben die bewährten Kinderreime mit Hand- oder Körperbewegungen. Zum einen vertiefen sie die Auge-Hand-Koordination, zum anderen fördert das Hören von Wörtern und Sprachmelodie deren Entwicklung.

Auf dem täglichen Weg zum Kindergarten finden sich verschiedene Hindernisse, die zum Balancieren, Klettern, Stehen und Gehen einladen. Als Begleitperson sollte man etwas mehr Zeit dafür einplanen, die dem Kind effektiv zugute kommt.

Etwa im Alter von drei Jahren beherrschen Kleinkinder die Technik des Laufradfahrens. Ob sich eine derartige Anschaffung lohnt, hängt von den jeweiligen motorischen Fähigkeiten und den Wegverhältnissen vor Ort ab. Benutzt der Nachwuchs sein Laufrad regelmäßig, trainiert er damit sein Gleichgewicht und bekommt ein Gefühl für Geschwindigkeit. Das spätere Fahrradfahren erlernt sich leichter.