Die leidigen Problemzonen – es gibt kaum eine Frau, die nicht gegen sie ankämpft. Kurse mit charmanten Kürzeln wie BBP für die Problemzonen Bauch, Beine und Po. Oder der klassische BOP, hinter dem sich der rigorose Angriff auf die Fettpölsterchen an Bauch, Oberschenkeln und Po verbirgt, haben Hochkonjunktur.
Die gute Nachricht vorweg: In der Schwangerschaft können Sie Ihre Problemzonen getrost vernachlässigen. Die schlechte Nachricht: Sport steht trotzdem auf dem Programm! Denn jetzt ruft – ebenfalls sportlich charmant als Kürzel formuliert – das BBT: das Beckenbodentraining!

Der Beckenboden

Beim Beckenboden handelt es sich um eine Muskelgruppe, die – auch wenn wir sie in dieser Form nicht als Muskeln wahrnehmen – trotzdem trainiert werden kann. Das Training ist gerade deshalb schon unumgänglich, da der Beckenboden nicht nur mit zunehmender Schwangerschaftswoche immer mehr beansprucht wird, sondern vor allem bei der Geburt. Denn während des Geburtsvorgangs muss er sich – und damit die Beckenbodenmuskulatur – extrem dehnen können. Je besser die Muskulatur darauf vorbereitet ist, desto einfacher wird sie das bewerkstelligen können. Ebenso wie die Fähigkeit, sich nach der Geburt wieder zusammenzuziehen, was allerdings ebenfalls trainiert werden muss.

Das Beckenbodentraining

Das Beckenbodentraining wird teilweise auch als Kegeltraining bezeichnet und führt damit zurück auf seinen Erfinder Dr. Arnold H. Kegel.
Für Frauen ist das Kegeltraining unentbehrlich. Der Beckenboden muss nach der Geburt wieder gestärkt werden um Folgeschäden nach der extremen Belastung zu vermeiden. Zu diesen Folgeschäden zählen unter anderem:

  • Blasenabsenkung und/ oder Gebärmutterabsenkung
  • Harninkontinenz und / oder Stuhlinkontinenz
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Der richtige Zeitpunkt für das Beckenbodentraining

Dass ein Beckenbodentraining nach der Geburt unerlässlich ist, darüber sind sich alle Experten einig. Deshalb ist es auch ein elementarer Bestandteil der Rückbildungsgymnastik. Was hingegen das Training während der Schwangerschaft betrifft, darüber scheiden sich die Geister. So wird auf der einen Seite die Meinung vertreten, dass der Beckenboden während der Geburt so wenig muskulös wie möglich sein sollte, um

  • a) völlig entspannt zu sein und
  • b) das Baby sanft und ungehindert hindurch gleiten zu lassen.

Die andere Seite hingegen vertritt die Meinung, dass ein trainierter und somit gestärkter Beckenboden die Geburt erleichtert, den Strapazen souverän standhält und vor allem weniger gefährdet ist, einzureißen.

Beckenbodentraining in der Schwangerschaft

Ob und wann Sie mit dem Beckenbodentraining während der Schwangerschaft beginnen möchten, sollten Sie in einem offenen Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt und Ihrer Hebamme besprechen. Sie können die Veranlagung Ihrer Muskulatur einschätzen und Ihnen die Vor- und Nachteile des Trainings für Ihren spezifischen Körperbau am besten erläutern. Vor allem können Sie sich von Ihrer Hebamme, sofern Sie das Beckenbodentraining während der Schwangerschaft befürwortet, direkt die effektivsten Übungen zeigen und einen regelmäßigen “Trainingsplan“ ausarbeiten lassen. Denn gerade beim Beckenbodentraining ist es wichtig, die Übungen richtig, konsequent und vor allem mit einem wirklichen Gespür für die Muskelgruppe des Beckenbodens durchzuführen.

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