Nach der eigentlichen Geburt eines Kindes folgt die Nachgeburt, bei der Mutterkuchen und Eihäute ausgestoßen werden.
Die Nachgeburtsphase ist relativ schmerzfrei und dauert circa 10 Minuten. Um die Nachgeburt ausscheiden zu können, machen sich erneut Kontraktionen bemerkbar. Dies geschieht frühestens 15 Minuten nach dem das Baby geboren wurde.

Bleiben die Nachwehen zunächst aus, können sie, durch das Anlegen des Babys an die mütterliche Brust, hervorgerufen werden. Förderlich ist auch ein Haltungswechsel der Mutter oder eine kreisende Bauchmassage. In manchen Fällen wird auch Oxytozin oder ähnliche Medikamente zur Förderung der Gebärmutter-Kontraktion und zur Vermeidung von Nachblutungen eingesetzt.

Werden solche Präparate der Mutter verabreicht, spricht man von der medizinisch kontrollierten Nachgeburt. In manchen Fällen muss die Mutter noch mal pressen, genauso wie bei der eigentlichen Geburt des Kindes. Jedoch geht das Auspressen der Nachgeburt viel leichter vonstatten, als die Geburt selbst.

Der Mutterkuchen, auch Plazenta genannt, ist ungefähr zwei bis drei Zentimeter dick, hat die Größe eines Kuchentellers und zeigt sich in einer weichen und schwammigen Konsistenz. Die Plazenta wiegt in etwa ein Sechstel vom Gewicht des Babys.

Es kann in seltenen Fällen auch einmal vorkommen, dass sich die Plazenta nicht von selbst löst und ärztliche Schritte eingeleitet werden müssen. Dann wird es nötig, die Plazenta manuell zu lösen, dafür bedienen sich die Geburtshelfer unterschiedlicher Handgriffe. Prinzipiell sollte dem Körper aber genügend Zeit gelassen werden, bevor der Arzt manuell nachhilft. Bestimmte Plazentablösungszeichen geben außerdem Aufschluss, ob sich der Mutterkuchen bereits zu lösen beginnt.

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Foto: © Kristin Gründler Adobe Stock

Die Untersuchung auf Vollständigkeit

Ist die Nachgeburt ausgeschieden, muss die Hebamme oder der Arzt eine sehr genaue Untersuchung des Mutterkuchens durchführen, vor allem ob er vollständig ist und keine Rückstände davon, im Körper der Mutter verblieben sind. Sollte die Untersuchung positiv ausfallen, wird gegebenenfalls eine Ausschabung notwendig, um die dadurch resultierenden Komplikationen zu vermeiden.

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Komplikationen nach einer unvollständigen Nachgeburt

Befinden sich Reste der Plazenta in der Gebärmutter, kann sie sich nicht richtig zusammenziehen, es kann zu gefährlichen Nachblutungen und Entzündungen kommen oder die Frau läuft Gefahr, am sogenannten Kindbettfieber zu erkranken. Das Kindbettfieber, trug in früheren Zeiten erheblich dazu bei, dass Frauen die Geburt eines Kindes nicht überlebt haben.

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