Erkrankt eine frischgebackene Mutter am Kindbettfieber, so handelt es sich dabei um eine bakterielle Infektion der Gebärmutter, die bei Nichtbehandlung zu einer Blutvergiftung und damit zu einer lebensgefährlichen Situation für die Wöchnerin führen kann. Ausgelöst wird die in der Fachsprache auch Puerperalfieber, Puerperalsepsis oder Wochenbettfieber genannte Infektion, wenn Bakterien in Folge mangelnder Hygiene von außen in die Gebärmutter gelangen und diese sich dann entzündet.

Vor 200 Jahren noch war das Kindbettfieber eine gefürchtete Krankheit, die viele junge Mütter das Leben kostete. Mangelnde Hygiene im Wochenbett war der Auslöser für eine Infektion der Gebärmutter. Diese führte dann fast immer zu einer Sepsis (Blutvergiftung) mit tödlichem Verlauf. Der Arzt Ignaz Semmelweiß fand jedoch heraus, dass entsprechende Hygiene, die heute zu den Standardmaßnahmen bei jedem Arzt und in jeder Klinik gehört, der Auslöser für die schreckliche Infektion war. Durch Einführung entsprechender Maßnahmen (Reinigung der Hände, Desinfektion der Gerätschaften) und den Einsatz einer Behandlung mit Antibiotika konnte er fortan vielen Frauen das Leben retten.

Die Auslöser und die Gegenmaßnahmen des Kindbettfiebers

Kurz nach der Entbindung löst sich die Plazenta aus der Gebärmutter. Eine große, blutende Wunde bleibt in der Gebärmutter zurück. Der Wochenfluss ist also nichts anderes als Wundsekret, das aus dieser heilenden Wunde herausfließt. In der Regel spült der Wochenfluss eindringende Bakterien wieder aus der Gebärmutter heraus, bevor diese Schaden anrichten können. Ist diese Blutung jedoch zu schwach oder gelangen zu viele Bakterien wegen mangelnder Hygiene in die Gebärmutter, kann sich diese Wunde entzünden und es kann zu einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen, wenn keine Antibiose durchgeführt wird.

Auch interessant:  Der Wochenfluss: Wie lange und was ist normal?

Deswegen ist eine gute Hygiene während des Wochenflusses das A und O für einen gefahrlosen Verlauf der Heilung der Gebärmutter. Dies beginnt mit dem Händewaschen vor und nach dem Toilettengang und endet mit der täglich mehrfachen Reinigung der Scheide mit warmem Wasser.

Weitere Auslöser für das Kindbettfieber können eine Fehlgeburt oder ein nicht vollständiger Abgang der Nachgeburt sein.

Druck in der Gebärmutter, Übelkeit, Erbrechen und vor allem Fieber können Anzeichen für entstehendes Kindbettfieber sein. Auch ein übel riechender Wochenfluss gibt Hinweise auf eine mögliche Infektion. Wird die Mutter jedoch rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, verläuft die Infektion zwar schmerzhaft, heilt aber ohne weitere Probleme ab.