Jeder Damm, der unter der Geburt gerissen ist oder der via Schnitt geweitet werden musste, braucht einige Wochen, um wieder richtig zu heilen. Dieser Heilungsprozess verursacht gerade in den ersten Tagen nach der Entbindung bei den meisten Frauen Schmerzen. Insbesondere beim Wasserlassen und beim Stuhlgang kann eine Dammriss oder Dammschnitt Probleme bereiten. Selbst das Sitzen auf einer gemütlich gepolsterten Couch kann dabei manchmal noch zur Tortur werden. Doch auch hier gibt es Methoden, um die Dammriss Schmerzen zu lindern und den Heilungsprozess ein wenig zu beschleunigen.

Die Dammnaht

Schnitte und größere Risse im Dammbereich müssen nach der Geburt vernäht werden. Dies geschieht meistens in mehreren Schichten, um auch das tiefer liegende Gewebe wieder miteinander zu verbinden. Dafür werden Fäden genommen, die sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen selbst auflösen und dementsprechend nicht gezogen werden müssen.

Sofern sich innerhalb der ersten Tage ein Faden löst, ist das nicht gleich ein Grund zur Panik. Meistens handelt es sich hierbei fast ausschließlich um einen gelösten Knoten, der dem oberen Nahtgewebe entstammt. Wenn er allerdings als störend empfunden wird, weil er unangenehm zieht oder zwickt, sollten Sie Ihre Hebamme oder Ihren behandelnden Gynäkologen konsultieren. Eventuell muss der Faden dann entfernt werden.

Wie lange dauert es bis die Dammnaht verheilt ist?

Zu beachten ist jedoch, dass auch, wenn nach zwei Wochen keine Fäden mehr im von außen zu sehen sind, der Heilungsprozess weiterhin andauert. Die tiefer liegenden Gewebeschichten brauchen länger, um sich vollständig zu regenerieren. In der Regel dauert dieser Prozess zwischen sechs bis acht Wochen. Doch bis dahin sind Sie schon längst wieder beschwerdefrei, da zumeist nur die ersten Tage nach der Entbindung wirklich unangenehm sind.

Wie schnell Sie nach einem Dammriss oder Dammschnitt wirklich wieder fit sind, lässt sich pauschal nicht sagen, da es neben Ihrem persönlichen Schmerzempfinden auch darauf ankommt, wie lang und wie tief die eigentliche Naht ist, und dementsprechend Riss oder Schnitt gewesen sind. Und: Ob median oder lateral, also längst oder seitlich der natürlichen Dammführung genäht werden musste.

Dammschnitt oder Dammriss Schmerzen lindern

Um die unangenehmen Begleiterscheinungen eines Dammrisses oder eines Dammschnittes in den ersten Tagen nach der Geburt so erträglich wie möglich zu gestalten, können Sie Folgendes tun:

1. Linderung der Wundschmerzen durch Kühlung

Da Ihr Damm nach Dammriss oder Dammschnitt geschwollen sein wird, ist es wichtig, die Wunde regelmäßig und ausreichend zu kühlen. Das hilft dabei die Schwellung und den unangenehmen Druckschmerz so schnell wie möglich loszuwerden. Zudem verschafft die Kühlung gleichzeitig eine Schmerzlinderung, weil sie auch ein wenig betäubend wirkt. Am besten fangen Sie damit schon so früh wie möglich an – vorzugsweise noch im Kreißsaal. Weitere Tipps zur Kühlung sind:

  • In den ersten 24 Stunden nach der Entbindung sollte die Naht alle 4 bis 6 Stunden für etwa 5 Min. gekühlt werden. Kliniken und Geburtshäuser halten dafür zumeist entsprechende Kühlkompressen bereit.
  • Achten Sie beim Kühlen darauf, die Kühlkompresse oder das Kühlpad immer mit Stoff umwickelt zu haben. Zum Beispiel mit einem Stofftaschentuch, einem Gästehandtuch oder einem Waschlappen.
  • Zur Kühlung geeignet sind Binden oder mit Wasser gefüllte Kondome, die Sie ins Gefrierfach legen. Die Binden können Sie ohne Zusatz, oder aber im gefrorenen Zustand mit einigen Tropfen Muttermilch, Kamille oder Eichenrinde-Extrakt benetzen und dann zum Kühlen verwenden.
  • Kühlend und gleichzeitig schmerzlindernd, reinigend und entzündungshemmend wirkt eine Kompresse mit Hamamelis-Extrakt. Dazu einen Teelöffel des Extraktes in 100 ml handwarmes Wasser geben und ein Tuch oder eine Binde darin eintauchen und anschließend für 20 Min. auf Schambereich und Naht auflegen. Bei Bedarf bis zu 3 x täglich.
  • Die gleiche Wirksamkeit wie oben beschrieben, haben auch die so genannten Quarkwickel, die schon seit Jahrhunderten als bewährtes Haus- und Heilmittel gelten. Früher wurden diese sehr aufwändig in der eigenen Küche hergestellt. Heutzutage gibt es sie glücklicherweise als Topfenpack, Topfenkühlkompresse oder als Quarkpack fix*  und fertig in der Apotheke zu kaufen.

2. Linderung der Schmerzen beim Sitzen

Insbesondere das Sitzen ist in den ersten Tagen nach einem Dammschnitt oder einem Dammriss unangenehm, da beim Sitzen ein erhöhter Druck auf die Wundnaht ausgeübt wird. Hier die hilfreichsten Tipps:

  • Auch wenn es schwer fällt: Ihr Dammbereich wird entlastet, wenn Sie gerade in den ersten drei Tagen nach der Entbindung so wenig wie möglich sitzen.
  • Lässt sich das Sitzen nicht vermeiden, probieren Sie aus, wie es für sie am angenehmsten ist. Viele Krankenhäuser bieten Sitzringe an. Diese nehmen zwar den Druck von der Dammnaht, aber üben dafür Druck auf den Beckenboden aus, womit ein erneuter Zug auf die Wunde ausgelöst werden kann. Testen Sie sich einfach durch – Sitzring aus Gummi oder Schaumstoff*  , über einen Schwimmring bis hin zu einem  oder einem simplen Handtuch, das Sie in sich verdrehen.
  • Mit dem Baby wieder Zuhause angekommen, sollte hingegen der weichste Sessel für die nächsten Tage Ihnen gehören.
  • Ebenfalls kann Ihnen das Tragen einer Miederhose*  in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt sehr helfen.
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Unsere Empfehlungen*

3. Linderung der Schmerzen beim Wasserlassen

Vor allem Wasserlassen und Stuhlgang sind in den ersten Tagen nach einem Dammriss sehr unangenehm. Beides ist oft mit einem starken Brennen verbunden. Beim Wasserlassen vor allem durch winzig kleine Risse und Schrammen in der Nähe der Harnröhre oder an den inneren Schamlippen.

Lässt der brennende Schmerz nicht innerhalb weniger Tage nach oder hört komplett auf, sollten Sie sich auf jeden Fall hinsichtlich eines möglichen Harninfekts von Ihrem behandelnden Gynäkologen oder Hausarzt untersuchen lassen. Bis dahin können folgende Maßnahmen die Dammriss Schmerzen lindern:

  • Was sich nicht unbedingt hygienisch anhört, wird dennoch von vielen Hebammen empfohlen. In den ersten Tagen sollte man bevorzugt im Stehen in der Badewanne oder Dusche urinieren und dabei gleichzeitig mit einem warmen Wasserstrahl den Genitalbereich abbrausen. Das hilft dabei diesen so frei wie möglich vom aggressiven Urinstrahl zu halten, und das Brennen zu lindern.
  • Setzen Sie sich nicht auf, sondern hocken Sie sich über den Toilettensitz. Dadurch verhindern Sie, dass der brennende Urin über die Naht läuft. Auch hier können Sie via Plastikflasche oder einem anderen Behältnis warmes Wasser parallel über Ihren Genitalbereich laufen lassen.
  • Anstelle von warmem Wasser wird oftmals auch kaltes empfohlen, das mehrmals täglich über die Naht laufen sollte. Beispielsweise in Form einer Dusche und mit Hilfe eines mobilen Bidets* 
  • Zudem sollten Sie viel trinken, um den Urin zu verdünnen und die Blase regelmäßig zu leeren. Dafür eignet sich vor allem Natrium armes Mineralwasser.
  • Frühestens nach 4 bis 5 Tagen, dürfen Sie zur Linderung der Schmerzen oder Spannungen auch ein angenehmes Sitzbad machen. Dafür eignen sich Kamille-Zusätze, Eichenrinde-Zusätze oder auch ein Schwarztee-Aufguss. (2 EL Schwarztee mit einem Liter kochendem Wasser aufbrühen, 7 – 10 Min. ziehen lassen, sieben und dann dem Sitzbad hinzufügen).
  • Ab dem 3. oder 4. Tag nach der Geburt können Sie damit beginnen, die ersten leichten Beckenbodenübungen durchzuführen. Das Gewebe wird dadurch besser zu durchblutet und so zur schnelleren Heilung angeregt.

4. Linderung der Schmerzen beim Stuhlgang

Verständlicherweise haben viele Frauen Angst vor dem ersten Stuhlgang nach der Geburt. Nicht nur, weil Sie die Schmerzen fürchten, sondern auch besorgt sind, ob die Naht auch wirklich halten wird. Zur Beruhigung: Das tut sie meistens!

  • Starkes Pressen vermeiden! Halten Sie den Stuhlgang weich. (z. B. Leinsamen und Backpflaumen im Müsli)
  • Trinken Sie viel – am besten Mineralwasser.
  • Ernähren Sie sich ballaststoffreich als auch mit trockenen oder frischen Früchten und frischem Gemüse.
  • Bei einer Verstopfung, die sich nicht lösen lassen will, fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt nach einem verträglichen Abführmittel.

5. Sorgfältige Reinigung des Dammbereichs

Um Infektionen oder Entzündungen zu vermeiden, sind auch bei der Reinigung der Wundnaht einige Dinge zu beachten:

  • Waschen und trocknen Sie den Bereich nach jedem Toilettengang vorsichtig ab.
  • Am einfachsten funktioniert die Reinigung, wenn Sie warmes oder kaltes Wasser (je nachdem, was Ihnen angenehmer erscheint) nach dem Wasserlassen über Ihren Genitalbereich gießen um den Urin abzuspülen. Unsere Empfehlung: mobiles Bidet* 
  • Beginnen sollten Sie die Reinigung am Schambein, über die Scheide und dann über den Damm.
  • Nach dem Stuhlgang wird der Dammbereich ebenfalls von vorne nach hinten gereinigt, um eine Infektion der Wunde oder der Harnröhre mit Darmbakterien zu verhindern.

Mit unseren Tipps sollten Sie die Schmerzen nach dem Dammriss lindern können und die Wundheilung beschleunigt werden.

Dammpflege nach der Geburt

Cremes, Salben und Schmerzmittel

Als Unterstützung zur Wundheilung können Salben auf Basis von Kamille oder Arnika angewendet werden.

Narbenmassage

Nach etwa einem Monat sollte die Dammnaht verheilt sein. Sollen Sie die Dammnaht immer noch spüren, empfiehlt sich eine Narbenmassage mit einer speziellen Narbensalbe.

Achtung: Bitte die Narbenmassage nur bei verheilter Dammnaht durchführen!

Unsere Empfehlung : APM Creme* 

Lassen sich die Dammriss Schmerzen nicht lindern, oder unerträglich werden, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihrer Hebamme konsultieren.

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