Letztes Update: 27.03.2019

Viele Eltern staunen nach den ersten Wochen mit dem Baby darüber, dass sich ihre Gespräche so häufig um den Windelinhalt drehen. Mit der Hebamme und Freundinnen wird ausgiebig inspiziert, was sich da in der Windel angesammelt hat.

Das Interesse an der Verdauung des Kindes ist groß. Kein Wunder, sind Eltern doch davon überzeugt, dass eine gut funktionierende Verdauung ein Indikator für die Gesundheit des Babys und außerdem für gutes Schlafen und ein entspanntes Gemüt verantwortlich ist.

Doch welche Rückschlüsse lassen sich überhaupt aus Babys Stuhlgang ziehen? Wie sieht ein normaler Stuhlgang eines Babys aus und wann müssen sich Eltern sorgen machen?

Der Stuhlgang von Neugeborenen

Manche Eltern bekommen schon im Kreißsaal einen ersten Eindruck von der kindlichen Verdauung. Beim ersten Kennenlernen nach der Geburt scheiden einige Kinder eine zähe grün-schwarze Masse aus.

Diese Ausscheidung wird Mekonium oder Kindspech genannt und ist im Wesentlichen eine Mischung aus Galle, Fruchtwasser und Schleim. Sie wurde im Darm gebildet, als das Baby im Mutterleib heranreifte. Auch wenn Farbe und Konsistenz die meisten Eltern überraschen werden, die Ausscheidung des Mekoniums ist ein Hinweis darauf, dass der kindliche Darm seine Arbeit aufgenommen hat.

Je nachdem, wie das Baby fortan ernährt wird, ändert sich der Windelinhalt, sobald das Mekonium vollständig ausgeschieden wurde. Bei einem Stillbaby trauen viele Menschen ihrer Nase kaum, wenn sie an der vollen Windel riechen.

Denn der Babys Stuhlgang riecht nach frischen Brötchen und somit keineswegs unangenehm. Auch das Aussehen birgt einige Überraschungen: Der Stuhlgang hat eine gelbe Farbe und ist am ehesten als dünner Brei zu beschreiben. Manchmal ist er körnig, manchmal gebunden.

Kinder, die mit Flaschenmilch ernährt werden, haben einen grundlegend anderen Stuhlgang als Stillkinder. Dieser riecht säuerlich und deutlich intensiver als bei Kindern, die Muttermilch bekommen. Dennoch kann von einem Gestank, wie man ihn von älteren Kindern kennt, keine Rede sein. Das Aussehen ist hellbraun bis gelb, die Konsistenz ist die eines festeren Breis.

Wie oft macht ein Baby in die Windel?

Die Häufigkeit des Stuhlgangs ist von Baby zu Baby äußerst unterschiedlich. Bei Stillkindern variiert sie von mehrmals täglich bis einmal pro Woche. Viele Stillkinder erleichtern sich direkt nach den Stillmahlzeiten.

Eltern dieser Kinder sollten mit dem Wickeln also immer bis nach dem Stillen warten. Meist haben Stillkinder nur wenige Probleme, ihren Stuhlgang herauszupressen. Macht ein Baby nur einmal pro Woche in die Windel und ist dabei froh, ist der seltene Stuhlgang völlig unproblematisch. Da bei einem so seltenen Stillgang oft große Mengen ausgeschieden werden, sollten Eltern auch unterwegs immer Wechselkleidung und ausreichend Wickelmaterial griffbereit haben.

Quält sich das Baby allerdings mit festem Drücken, läuft im Gesicht rot an und weint, sollten Eltern versuchen, ihrem Kind zu helfen. Eine Bauchmassage entspannt das Kind und gibt ihm Kraft zum Loslassen. Manche Eltern versuchen, mithilfe eines Fieberthermometers den Pressdrang auszulösen. Solche Eingriffe sollten aber nur im akuten Notfall und nach Absprache mit einer Hebamme oder dem Kinderarzt vorgenommen werden. Bei wiederkehrenden Beschwerden empfehlen einige Kinderärzte eine osteopathische Behandlung.

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Ein Baby, das mit der Flasche ernährt wird, macht in der Regel einmal täglich in die Windel, scheidet dabei mehr aus als Stillkinder und tut sich dabei schwerer. Flaschenmilch ist komplizierter zu verdauen als Muttermilch und verweilt deshalb länger im Darm. Deshalb ist regelmäßiger Stuhlgang für diese Kinder besonders wichtig.

Wie der Übergang zur Beikost Babys Stuhlgang verändert

Mit etwa einem halben Jahr ist ein Baby bereit, Beikost zu sich zu nehmen. Ganz gleich, ob Eltern mit dem Gemüsebrei beginnen oder am Abend einen Getreidebrei verabreichen, der Übergang zur Beikost bedeutet für die Verdauung des Babys eine fundamentale Herausforderung. Sehr ballaststoffhaltige Lebensmittel werden noch gar nicht verdaut.

Deshalb sollten Eltern sich nicht wundern, wenn sie Brokkoli-Stückchen exakt so in der Windel wiederfinden, wie sie vorher in der Breischale lagen. Viele Lebensmittel sind im Inhalt der Windel klar wiederzuerkennen. Karottenbrei tritt als grellorangefarbene Masse wieder auf. Je mehr Lebensmittel ein Kind zu sich nimmt, desto dicker wird der Stuhlgang. Die Farbe wird dunkler und der Geruch intensiver. Schon bald können Eltern aus mehreren Metern Entfernung am Geruch deutlich identifizieren, dass ihr Kind eine volle Windel hat.

Ungewöhnlicher Stuhlgang – nicht immer ein Grund zur Sorge

Erwachsene wissen, dass Stuhlgang nicht an jedem Tag gleich beschaffen ist. Auch bei Babys verändert er sich häufig und gibt Auskunft darüber, ob das Kind gesund ist.

Wenn das Baby Durchfall hat

Stillkinder haben in der Regel einen sehr weichen Stuhl, weshalb es den Eltern schwerfällt, festzustellen, ob ihr Kind an Durchfall erkrankt ist. Generell haben sie kaum Grund zur Besorgnis, leiden Stillkinder doch deutlich seltener unter Durchfall als ihre Altersgenossen, die mit der Flasche großgezogen werden.

Dennoch gilt für alle Babys: Übermäßiger Saftkonsum, das Zahnen, ein Virus oder die Nebenwirkung eines Medikaments können Auslöser eines Durchfalls sein. Bei Durchfallerkrankungen, die länger als 24 Stunden anhalten, sollten Eltern mit ihrem Baby immer einen Arzt aufsuchen. Weil der kindliche Körper schnell austrocknen kann, wird dieser dem Kind Flüssigkeit zufügen, im Ernstfall auch intravenös.

Blut im Stuhl

Immer wieder passiert es, dass Eltern einen regelrechten Schock erleiden, wenn sie ihr Baby wickeln möchten und in der Windel deutlich erkennbare Blutspuren finden. Blut in der Windel kann mehrere Ursachen haben. Bei Stillkindern kann es Blut der Mutter sein, etwa wenn die Brustwarzen stark entzündet sind. Egal ob Still- oder Flaschenkind, das Blut kann auch aus dem Darm des Babys stammen, wenn die Schleimhäute beispielsweise bei Verstopfung leicht eingerissen sind. Ein Arzt wird in der Regel rasch feststellen können, woher das Blut stammt und es in den allermeisten Fällen für harmlos erklären.

Verstopfung

Finden Eltern in der Windel ihres Babys steinharte kleine Kotknödel, ähnlich wie Hasen sie absondern, leidet das Kind höchstwahrscheinlich unter Verstopfung. Der Kinderarzt kann hier mit Medikamenten helfen und Ernährungstipps geben. Grüner Windelinhalt kann auf unverdaute Laktose, aber auch auf Krankheiten und Mangel-, bzw. Überernährung hindeuten. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Der Inhalt der Babywindel kann wichtige Hinweise enthalten, um eine Krankheit zu erkennen. Dennoch sollten Eltern dem Thema Stuhlgang mit der größtmöglichen Gelassenheit begegnen. Die meisten Probleme rühren von der Schwierigkeit des Kindes, bestimmte Nahrungsmittel zu verwerten. Das löst sich nach wenigen Wochen oder Monaten ganz von alleine.

Baby Stuhlgang – Das Windelkunde 1×1

Baby Stuhlgang - Das Windelkunde 1x1
Baby Stuhlgang – Das Windelkunde 1×1

Infografik zur Verfügung gestellt von CLICKDOC