Wenn der Bauch rumort, kneift oder zwickt, ist meist etwas faul. Erfahrungsgemäß lässt der Durchfall nicht lange auf sich warten. Kleine Leute haben immer wieder einmal breiige oder flüssige Stühle. Hektik, Gewusel, Vorfreude oder Angst schlagen ihnen schnell auf den Magen. Verrichtet Ihr Kind öfter sein „großes Geschäft“, sollten Sie dies abklären lassen. Manchmal ist die Ursache in Lebensmitteln zu suchen, wie z. B. Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder gar Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).

Akuter Durchfall (Diarrhoe)

Plötzlich und unerwartet hat Ihr Kind „Durchmarsch“. Wenn er länger als einen Tag anhält, die Abstände zwischen den Toilettengängen immer kürzer werden, steckt gewöhnlich eine Magen-Darm-Infektion mit Bakterien oder Viren dahinter. Die wohl bekanntesten Erreger sind Rota- oder Noroviren. Letztere suchen Jahr für Jahr bei feucht-kaltem Wetter komplette Kindergartengruppen, Schulklassen und Familien heim. Kolikartiges Bauchweh, Erbrechen, Fieber zwingen die Patienten in die Knie und einige ins Krankenhaus.
Denn jeder Durchfall geht mit Flüssigkeitsverlust einher. Und genau hier liegt die Gefahr: Babys und Kleinkinder brauchen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Flüssigkeit als Teenies und Erwachsene. Durch die intensive Entleerung verlieren sie eher lebenswichtige Mineralien und Spurenelemente. Kann dieser Mangel nicht ausgeglichen werden, führt der gestörte Elektrolythaushalt zum Kreislaufversagen. Erste Maßnahme bei Durchfall ist immer: Trinken, trinken, trinken!
Setzen dem Kind noch Erbrechen und Fieber zu, bringen Sie es unbedingt zum Arzt. Jüngere Patienten dehydrieren schneller als vermutet.

Hausmittel als erste Wahl

Tee, Zwieback und Banane finden sich in jedem Haushalt. Diese Dreier-Kombi reicht für die Erstversorgung der lieben Kleinen aus. Für Babys und Kleinkinder sollten Sie eine Glucose-Elektrolyt-Trinklösung parat haben. (Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach geeigneten Präparaten!) Weitere bewährte Maßnahmen sind:

  • Cola & Salzstangen sind out: Okay, beide liefern Zucker und Salz. Doch der empfindlich gestörte Darm braucht stufenweise Nahrungszufuhr. So genannte Rehydratationsarzneien (Glucose-Elektrolyt-Lösungen) eignen sich für den kurzfristigen Einsatz.
  • Schwarzer Tee: Gut, für Kinder ist er nicht der Renner. Aber seine Gerbstoffe beruhigen die Darmschleimhaut, binden das Wasser und wirken „stopfend“. Außerdem soll er antibakteriell wirken. Dazu bitte Tee mindestens 10 min ziehen lassen, leicht süßen (nicht mit Sorbitol) und verdünnen.
  • Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille: Alle diese Tees helfen dem angeschlagenen Magen-Darm-Trakt. Rühren Sie pro Tasse eine Prise Salz und etwas Traubenzucker unter. Verweigert das Kind das Trinken, Flüssigkeit löffelweise zuführen.
  • Schonkost: Sobald das Gröbste überstanden ist, bekommen viele Kinder wieder Appetit. Geriebener Apfel, gedrückte Banane, altbackene Brötchen oder Laugengebäck sind gut für den Anfang. Hat der kleine Bauch den Test erfolgreich bestanden, dürfen Kartoffelbrei (ohne Milch und Butter), Möhren, Fenchel oder die geliebte Pasta folgen.
  • Sonderfall Säugling: Stillen Sie Ihr Baby in den gewohnten Abständen; wenn möglich ziehen Sie die nächste Mahlzeit an der Brust etwas hinaus. Zusätzlich Elektrolyt-Glucoselösung verabreichen. „Flaschenkinder“ erhalten verdünnte Milchmahlzeiten und die Rehydratationslösung. Spezielle Heilnahrung ist zum Kostaufbau gedacht.
  • Fett & Milch vermeiden: Joghurt, Quark, Kakao oder Käse sind für das irritierte Verdauungssystem zunächst tabu. Denn während der Durchfallerkrankung fehlt im Darm Lactase. Laktosehaltige Milchprodukte werden nicht vertragen – Blähungen und Bauchschmerzen sind die Folge. Würstchen, Pommes, Pizza oder Schnitzel müssen ebenfalls noch warten. Auch wenn der Appetit noch so groß ist.