Nummer fünf im Bund der Kinderkrankheiten, die mit einer Hautreaktion (Ausschlag) einhergehen, sind Ringelröteln. Ihr Erreger wurde erst Mitte der 1980er Jahre wissenschaftlich bewiesen, bekannt sind sie schon seit Jahrhunderten. Deutschlandweit trägt über 50% der Erwachsenen das Virus in sich, meistens ohne Symptomatik und Probleme. Ihre Infektion verläuft inkognito. Im Vergleich zu den anderen „populären“ Viruserkrankungen im Kindesalter treten Ringelröteln weit seltener auf. Dennoch ist ihr Erreger global nachzuweisen.

Ringelröteln Symptome:

  • oft ohne jegliche Anzeichen
  • hin und wieder Kopf- und Gliederschmerzen, manchmal Fieber
  • hat sich der Virus ausgebreitet, folgt erhöhte Temperatur
  • dann bezeichnende Rötung (Exanthem) an Wangen und Nasenwurzel
  • Nasenspitze, Lippen und Kinn davon nicht betroffen Schmetterlingsform)
  • einen Tag später Übergreifen des Exanthems auf Extremitäten und Gesäß, selten auch Brust und Rücken
  • ring- oder girlandenförmiges Aussehen des juckenden Ausschlags
  • häufig in Kombination von Gelenkschmerzen
  • Intensität und Ausmaß von Patient zu Patient unterschiedlich

Ringelröteln Krankheitsverlauf:

Via Tröpfcheninfektion wird das sogenannte Parvovirus B19 übertragen. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, seltener leiten schmutzige Hände oder verunreinigte Blutprodukte das Virus weiter. Die Atemwege gewähren den Erregern Zugang zum Körper. Dabei beträgt die Inkubationszeit vier Tage bis zwei Wochen und der bereits Infizierte kann bis zum Ausbruch der sichtbaren Pusteln sein Umfeld anstecken.

Ringelröteln verlaufen in zwei Phasen:

Zuerst vermehrt sich das Virus und befällt den gesamten Organismus. In diesem einwöchigen Stadium vermutet keiner die Erkrankung, da ihre charakteristischen Merkmale fehlen. Abgeschlagenheit, Muskelschmerz und erhöhte Temperatur lassen eher einen grippalen Infekt vermuten, in vielen Fällen merkt der Patient gar nichts. Danach kündigt leichtes Fieber das Exanthemstadium an. Nach zwei bis drei Tagen zeigt sich dann, welche Erkrankung der kleine Patient „ausgebrütet“ hat. Sobald Nase und Wangen spezifisch rot leuchten, steht die endgültige Diagnose. Vollkommen überstanden sind Ringelröteln im Zeitraum von zwei bis sieben Wochen. Dann besteht im Allgemeinen eine lebenslange Immunität. Gegen das Virus existiert keine Schutzimpfung.

Auch interessant:  Mama ist noch immer die bessere Krankenschwester

Maßnahmen:

Auch hier steht kein geeignetes Medikament zur Verfügung. Aber selbst der kindliche Körper kann dieser Virusinfektion Herr werden. Gegen Juckreiz, Fieber und Gliederschmerzen gibt es geeignete Präparate. In manchen Fällen ist Bettruhe angemessen. Zum Schutz von schwangeren Frauen und ihren ungeborenen Kindern wird zur Quarantäne geraten!

Komplikationen:

Ringelröteln gehen meist unproblematisch vonstatten. Bei Personen mit geschwächter Abwehr oder Blutarmut können langfristige Veränderungen des Blutbildes auftreten. Ferner wurden chronische Gelenkbeschwerden beobachtet.

Schwangere Frauen sollten das Virus ernst nehmen. Infizieren sie sich erstmals mit dem Erreger, ist der Fötus in Gefahr. Denn ehe beide Immunsysteme geeignete Antikörper gebildet haben, schreitet die Ausbreitung der Ringelröteln fort. Selten befallen sie dann Mutterkuchen und erreichen über die Nabelschnur das Baby. Sie sabotieren die Blutbildung, das Ungeborene leidet an einer Anämie. Flüssigkeitsansammlungen oder eine Herzschwäche folgen. Vereinzelt kommt es zu Fehl- oder Totgeburten. Zur Rettung des Kindes werden Austauschtransfusionen vorgenommen.

Trägt die Mutter Antikörper gegen das Virus in sich, nimmt der Fötus keinen Schaden. Missbildungen oder Behinderungen sind nicht bekannt.