„Spinat enthält besonders viel Eisen!“, „Das Lesen im Dunkeln schadet den Augen!“ und „Wunden heilen besser an der frischen Luft!“. Weisheiten, die wohl jeder schon einmal gehört hat und die sich so hartnäckig halten, dass kaum jemand mitbekommen hat, dass ihr Wahrheitsgehalt schon vor langer Zeit widerlegt wurde.

Denn beispielsweise gilt für alle Wunden wie Abschürfungen, Schnitte oder Stiche, dass sie eben nicht an der Luft trocknen sollten. Zum einen, um das Eindringen von Schmutz, Keimen oder Bakterien zu verhindern, zum anderen, weil die Wunde an der Luft austrocknet und sich dadurch wesentlich langsamer wieder schließt und auch insgesamt langsamer verheilt. Abschürfungen, Schnitte oder Stichwunden benötigen zur Heilung also ein Pflaster. Nur welches, das ist hier die große Frage.

Deshalb an dieser Stelle eine kleine Rundreise durch das Pflaster-Sortiment. Denn: Je besser das Pflaster auf die Wunde abgestimmt ist, desto besser sind die Chancen auf eine unkomplizierte und schnelle Heilung.

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Elastische Pflaster

Elastische Pflaster machen jede Bewegung mit und sind dementsprechend strapazierfähig. Ihre Eigenschaft, sich an die Haut zu schmiegen und sich ihren Bewegungsabläufen anzupassen, macht sie oftmals für Kinder zu einem idealen Begleiter. Denn sie halten auch beim Toben, Spielen und vor allem dann, wenn Kinder sich wie so oft verausgaben und dementsprechend viel schwitzen. Die Wunde ist auch bei solchen Manövern weiterhin zuverlässig vor Schmutz, Keimen und dem daraus resultierenden Risiko einer Infektion geschützt.

Hydrokolloide Pflaster (auch Gel-Strip-Pflaster genannt)

Ebenso für Kinder eignen sich die so genannten Gel-Strip-Pflaster. Sie absorbieren das Wundsekret und legen sich dadurch wie ein schützendes Polster über die Verletzung. Entsprechend halten die hydrokolloiden Pflaster die Wunde feucht, regen das Zellwachstum an und sorgen so dafür, dass die Wundränder sich schnell wieder zusammenziehen. Insgesamt heilt die Wunde dadurch schneller. Was diese Pflaster für Kinder besonders attraktiv macht, ist jedoch die Tatsache, dass das Gel-Strip-Pflaster nicht mehr mit der Wunde verklebt. Damit gehört das oftmals als unangenehm empfundene Abreißen des Pflasters der Vergangenheit an. Allerdings: Hydrokolloide Pflaster sollten generell so lange auf der Wunde verbleiben, bis sie sich allein lösen. Denn werden sie vorher abgenommen, kann es passieren, dass die neue und noch extrem zarte Hautschicht dabei direkt wieder mit abgerissen wird.

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Hypoallergene Pflaster:

Die * hypoallergenen Pflaster sind – wie der Name vermuten lässt – sowohl für Allergiker gedacht als auch für die generell empfindliche Haut. Aus diesem Grund basiert ihre Beschaffenheit auf einem besonderen Material und einem besonderen Klebstoff, der sich auch bei einer Latex-Unverträglichkeit/ Latex-Allergie einsetzen lässt. Der Klebstoff bewirkt – wie auch bei den * hydrokolloiden Pflastern –, dass sie einfach und schmerzfrei wieder entfernt werden können, ohne die umliegende Haut überflüssigerweise zu reizen. Zudem sind hypoallergene Pflaster besonders luft- und wasserdampfdurchlässig und unterstützen die empfindliche Haut in ihrer Wundheilung daher optimal. Sie finden sich teilweise auch unter der Bezeichnung als “sensitive Pflaster“.

Kunststoffpflaster:

Kunststoffpflaster sind zwar luftdurchlässig, aber so konzipiert, dass sie nicht nur Schmutz, sondern auch Wasser von der Wunde fernhalten. Insbesondere ihre feuchtigkeitsabweisende Eigenschaft macht sie also zur ersten Wahl bei Wunden, die immer wieder mit Wasser in Berührung kommen. Beispielsweise Schnitt- oder Schürfverletzungen an Händen und Fingern.

Silberpflaster:

*Silberpflaster sind spezielle Pflaster, die verwendet werden, wenn die Wunde entzündet ist. Allerdings gilt bei entzündlichen Verletzungen, dass diese generell und immer vorab von einem Arzt untersucht und behandelt werden sollten. Für den Pflasterwechsel können dann Silberpflaster verwendet werden, die ihren Namen auf Grund ihrer mit Silber beschichteten Wundauflage tragen, die sich den eingedrungenen Keimen tatkräftig in den Weg stellt. Sie wirkt antibakteriell und zerstört gleichzeitig den Stoffwechsel als auch die Erbinformation der Angreifer. Da es keine Altersbegrenzung für die Anwendung von Silberpflastern gibt, sollten diese auch für Kinder geeignet sein. Fragen Sie vor ihrer Verwendung sicherheitshalber jedoch noch einmal Ihren behandelnden Arzt oder Ihren Apotheker. Silberpflaster gibt es – wie bei vielen der anderen Pflastersorten auch – in der elastischen, wasserabweisenden oder hautsensitiven Ausführung.

Textile Pflaster:

Die textilen Pflaster sind die Langzeit-Klassiker unter den Pflastern. Ihren Namen verdanken sie dem textilen Gewebe, aus dem sie hergestellt werden und das entsprechend dehnbar ist, wodurch es sich mit der Haut besonders gut verbindet. Sie gehören damit aber auch genau zu den bei Kindern nicht besonders beliebten Pflastern, weil ihre Entfernung durch den hohen Klebeeffekt eher unangenehm ist. Dafür jedoch haben sie eine gut aufsaugende Wundauflage, die das Wundsekret zuverlässig in sich aufnimmt. Das textile Pflaster ist also damit nicht unbedingt der Alleskönner für Kinder, sollte aber dennoch in keiner Hausapotheke bzw. in keinem Verbandskasten fehlen.

Sprühpflaster:

Sprühpflaster werden – wie der Name sagt – nicht aufgeklebt, sondern aufgesprüht, sind aber nur geeignet für Wunden, die nicht bluten. Beim * Sprühpflaster handelt es sich um einen luftdurchlässigen Lack, der sich als Schutzfilm über die Wunde legt. Dennoch empfehlen sich die unkomplizierten Sprühpflaster nicht immer. Denn sobald sie nicht richtig aufgetragen werden, kann es passieren, dass sie die Wunde nicht vollständig abdecken. Zudem brennen viele von ihnen beim Auftragen, was dem Kind erst recht die Tränen in die Augen steigen lässt. Lassen Sie sich vor der Anschaffung dementsprechend beraten, um ein Sprühpflaster zu erhalten, das nicht noch unangenehmer ist als die Wunde selbst. Und beachten Sie bitte: Im Bereich der Schleimhäute hat die Anwendung von Sprühpflastern überhaupt nichts zu suchen. Demgegenüber eignen sich Sprühpflaster vor allem für unzugängliche Stellen, die ein normales Pflaster nicht abdecken kann wie beispielsweise bei einer Abschürfung am Kopf. Ansonsten kann man sie auch bedenkenlos bei sehr kleinen und vor allem sauberen Verletzungen verwenden.

Und zu guter Letzt: Blasenpflaster

Wen sich Ihr Kind in seinen Schuhen eine Blase gelaufen hat, sollten Sie auch hier vielleicht das dafür geeignete Pflaster, also ein * Blasenpflaster, verwenden. Denn diese lindern den Druckschmerz oder die Reibung an der offenen Wunde, wenn sich die oberste Hautschicht bereits abgelöst hat mit Hilfe eines Gel-Kissens, das sich schützend – und vor allem druckfrei – über die Verletzung legt.