Jede 40. Schwangerschaft – und dementsprechend gar nicht mal so selten –  ist eine Zwillingsschwangerschaft. Wer jetzt geschockt ist, darf auch direkt wieder aufatmen, denn diese Zahl gilt nicht allein für Deutschland, sondern weltweit.

Dennoch sind Zwillinge – ganz gleich, ob ein- oder zweieiig – faszinierend, vor allem aber ihre Entstehung. Oder wussten Sie, dass Zwillinge sowohl an verschiedenen Tagen als auch von verschiedenen Vätern gezeugt sein können?

Bei zweieiigen Zwillingen ist das durchaus möglich, auch wenn so manchem vor Staunen erst einmal der Mund offen stehen bleibt. Dennoch ist die Erklärung einfach. Denn zweieiige Zwillinge, deshalb der Name, entstehen aus zwei verschiedenen Eizellen, die von jeweils zwei verschiedenen Samenzellen befruchtet werden.

Wer bisher gedacht hat, dass diese Samenzellen aus ein- und demselben Geschlechtsakt bestehen müssten, der irrt. Denn auch nach dem Eisprung sind die gereiften Eizellen durchaus noch befruchtbar – zumindest in einem Zeitraum von bis zu 36 Stunden. Hat die Frau also innerhalb dieses Zeitraums wiederholt Sex, kann zur bereits befruchteten Eizelle eine weitere hinzukommen.

Zudem haben auch die Spermien selbst unendlich viel Geduld, wenn es darum geht, eine ledige, reife und “den Bund fürs Leben“ eingehen wollende Eizelle zu finden. Ihnen bleiben für ihre Brautschau sogar 4 bis 5 Tage. Das ist die Zeitspanne, innerhalb derer Samenzelle im Körper der Frau überleben.

Folglich:

Je häufiger eine Frau um den Zeitpunkt des Eisprungs herum Sex hatte, desto weniger gewiss kann sie sein, dass ihre Zwillinge zum selben Zeitpunkt gezeugt wurden. Zwillinge, die an verschiedenen Tagen gezeugt wurden, werden medizinisch gesehen noch nicht einmal als Zwillinge bezeichnet.

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Zwillinge, die von zwei verschiedenen Vätern stammen, entstehen auf eine ähnliche Weise, auch dann hat die Frau um den Zeitpunkt ihres Eisprungs herum mehr als einmal Sex – allerdings auch mit mehr als einem Mann.