Honig ist auf Grund seiner zahlreichen Vitamine nicht nur gesund, sondern auch eines der beliebtesten Süßungsmittel, um Tee, Milch, Brei und Quarkspeisen schmackhafter zu machen. Und dennoch: Für Säuglinge, Babys und Kleinkinder ist Honig tabu – mindestens bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres.

Denn kaltgeschleuderter Honig kann Sporen von Bakterien enthalten, die für Kinder unter zwölf Monaten mit erheblichen, gesundheitlichen Risiken verbunden sind. Verursacher ist der Erreger “Clostridium botulinum“, der zu Säuglingsbotulismus führen kann.

Die Erkrankung ist zwar eher selten, dafür aber lebensbedrohlich, sofern sich der Erreger im Darm des Kindes ausbreitet, oder im Fachjargon: auskeimt. Diese bakteriellen Keime produzieren im Körper des Babys ein muskellähmendes Gift. Das so genannte “Botulinumtoxin“ gelangt ungehindert in den Blutkreislauf und lähmt von dort aus die einzelnen Muskeln. So kommt es zu Verstopfungen, Sehstörungen, einer generellen Muskelschwäche in Armen, Beinen und  der Halsmuskulatur, wodurch der Kopf nicht mehr gerade gehalten werden kann. Im schlimmsten Fall zu einer Schluck- und Atemlähmung, die nicht rechtzeitig behandelt oftmals zum Tod des Kindes führt.

Unbemerkt oder undiagnostiziert kann der Säuglinsbotulismus im Todesfall des Kindes auf den ersten Blick mit dem plötzlichen Kindstod, auch als Wiegentod bekannt, verwechselt werden.

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Um eine mögliche Infektion auszuschließen, sollten Babys also bis zum Ende ihres ersten Lebensjahres keinen Honig bekommen. Danach sollte ihre Darmflora so weit entwickelt und widerstandsfähig genug sein, um den Erreger abzuwehren und eine Auskeimung zu verhindern.

Sicherheitshalber aber empfehlen viele Hebammen und Kinderärzte jedoch, das Honig-Tabu für Kinder bis zum zweiten, manche sogar bis zum vierten Lebensjahr auszuweiten. Danach sind dem Genuss von Honig keine Grenzen mehr gesetzt, da er wertvolle Vitamine, Spurenelemente und das wie ein natürliches Antibiotikum wirkende Propolis enthält.

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Ebenfalls zu bedenken ist, dass Honig auf Grund der in ihm enthaltenen Pollen Allergien auslösen kann.

Honig in Großmutters Hausrezepten

Vergessen Sie alle noch so gut gemeinten Ratschläge, die Ihnen empfehlen, den Tee Ihres Babys zum besseren Geschmack mit Honig zu süßen, den Schmerz des Zahnens mit einer sanften Honig-Massage  von Zahnfleisch und Zahnleisten zu lindern, oder Ihre Brustwarzen bei Stillproblemen vor dem Anlegen Ihres Kindes mit Honig einzureiben.

Denn all diese Maßnahmen oder Rezepte haben mit Sicherheit ihre Berechtigung, bergen aber leider auch ein Krankheitsrisiko für ihr Baby.

Honig in Baby-Nahrung

Honig in Babygläschen, Baby-Brei oder auch Keksen hingegen ist von der Vorsichtsmaßnahme ausgenommen, da all diese Produkte innerhalb ihres Herstellungsprozesses so hoch erhitzt werden, dass die möglichen Erreger in diesem Vorgang absterben.

Ebenfalls unbedenklich für Säuglinge, Babys und Kleinkinder ist Fenchelhonik* , der nicht kaltgeschleudert wird und entsprechend keine Giftstoffe enthält.