Insbesondere in den ersten Tagen nach der Geburt kann es zu Stillproblemen kommen: Dazu gehören auch Milchbläschen. Die weißen Bläschen auf der Brustwarze sind eine unangenehme und schmerzende Angelegenheit. Wenn die Milchbläschen – die sogenannten Milchalveolen – nicht richtig entleert werden, kann es zu einem Milchstau im Brustgewebe kommen.

Wie lassen sich Milchbläschen erkennen?

Bei einem Milchbläschen handelt es sich um einen kleinen weißen Punkt auf der Brustwarze einer stillenden Mutter. Die Bläschen wirken vom äußeren Erscheinungsbild so, als ob sich unter der dünnen Brustwarzenschicht Muttermilch angesammelt hätte. Die Ursache für die Bildung von Milchbläschen sind häufig gestaute Milchkanäle und genau das macht die Brust in den betroffenen Bereichen auch sehr berührungsempfindlich und hart.

Sobald sich das Milchbläschen öffnet, fühlt sich auch der gestaute Brustbereich wieder angenehm weich an. Infolgedessen verschwindet das Milchbläschen dann schließlich.

Bläschen ist nicht gleich Bläschen…

Es ist wichtig, die Milchbläschen von anderen Bläschenbildungen auf der Brustwarze zu unterscheiden, denn nur auf dieser Grundlage kann eine angemessene Behandlung angestoßen werden.

  • Milchbläschen treten im Allgemeinen als einzelne, weiße Bläschen auf der Mamille, also der Brustwarze auf. Kommt es zu einem Druck auf die Milchgänge, wölbt sich das Milchbläschen prall hervor. Infolgedessen wird ein Milchkanal von einem dünnen Häutchen überzogen, sodass es ein Milchstau entsteht: Der Milchkanal kann sich nicht mehr ordnungsgemäß entleeren.

Unterschied zu Saugblasen, Blutbläschen, verstopfte Talgdrüsen, Herpesbläschen

  • Zu Beginn der Stillzeit können Saugblasen auftreten: Hierbei handelt es sich um hellere Bläschen mit einer sich abhebenden obersten Hornschicht. Saugbläschen können vom Aussehen her mit einer Wasserblase verglichen werden. Sie entstehen durch das intensive Saugen des Babys an der Brustwarze oder durch falsches ansetzen der Milchpumpe und zu hoher Einstellung des Vakuumsogs.
  • Blutbläschen sind rötlich bis sogar fast schwarz gefärbt.

Auch sie werden hervorgerufen durch starkes Saugen des Babys an der Brustwarzenspitze: Das passiert oftmals, um den Milchspende-Reflex auszulösen. Auch wenn das Baby zum Stillen nicht richtig an der Brust angelegt wird, kann es zur Bildung solcher Blutbläschen kommen.

  • Gelb-weißliche Bläschen auf der Brustwarze oder dem Brustwarzenhof können auf verstopfte Talgdrüsen hindeuten. Auch Fettablagerungen können dahinterstecken. Im Allgemeinen verursachen diese Bläschen keine Beschwerden, sie können aber einen Milchkanal verstopfen.
  • Weiße Flecken oder gar weiße Brustwarzen können auf einen möglichen Magnesiummangel hindeuten. Auch intensive Kältereize oder der Konsum gefäßverengender Substanzen wie Nikotin oder Koffein können zu einer solchen Fleckenbildung führen.
  • Auch Herpesbläschen können auf der Brust auftreten: Diese kleinen Bläschen sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt und sehr infektiös. Diese Bläschen müssen unbedingt ärztlich behandelt werden. In einem solchen Fall sollten Sie auch nicht mehr stillen. Halten Sie unbedingt bei Verdacht Rücksprache mit Ihrer Hebamme oder dem behandelnden Arzt.

Anzeichen & Symptome – wie äußern sich Milchbläschen?

Kommt es zu einem verstopften Milchkanal, kann die Brust nicht mehr vollständig von der Muttermilch entleert werden. Infolgedessen bildet sich in der Brust der stillenden Mutter ein Klumpen, er diverse Brustbeschwerden hervorrufen kann.

Häufige Anzeichen sind:

  • Der betroffene Brustbereich fühlt sich warm an.
  • Im betroffenen Brustbereich treten Schmerzen auf
  • Auf der Brustwarze kommt es zur Bildung einer kleinen weißen Blase.

Hinweis: Sollten zusätzlich grippeähnliche Symptome wie etwa Fieber auftreten, kann es sich auch um eine Mastitis (Brustentzündung) handeln. Halten Sie hier bitte umgehend Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Welche Ursachen stecken hinter einem Milchbläschen?

Weiße Brustwarzen-Bläschen können aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen:

  • Es kann in manchen Fällen sein, dass ein dünnes Häutchen einen Milchgang an der Brustwarze überwächst: Es kommt zu einem Milchbläschen. Die Folge sind intensive und stechende Schmerzen beim Stillen des Babys, denn der Milchfluss wird durch das Häutchen stark beeinträchtigt. Es kommt zum Milchstau.

Das weißliche, mit Milch gefüllte Bläschen an der Brustwarze tritt im Allgemeinen erst nach mehreren Stillmahlzeiten dauerhaft hervor.

  • Auch verstopfte Talgdrüsen können eine Ursache sein: In diesem Fall sind die Bläschen an der Mamillen-Spitze oft gelblich wie ein Fettpfropf.
  • Diverse Haut- und Infektionserkrankungen können ebenfalls zur Bläschenbildung führen.
  • Eine weitere Ursache für Milchbläschen – sogenannte „White Blister“ – können auch bestimmte Bestandteile der Muttermilch sein, die einen oder mehrere Milchgänge verstopfen.
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Milchbläschen- wie sieht die Behandlung und Vorbeugung aus?

Milchbläschen werden im Allgemeinen als sehr schmerzhaft empfunden und sollten so schnell wie möglich behandelt werden.

Dafür bieten sich folgende Möglichkeiten an:

Milchbläschen durch Wärme lösen

Feuchte Wärme – zum Beispiel durch nasse und warme Kompressen oder Waschlappen – können hier sehr gut weiterhelfen. Auch eine sanfte Massage des betroffenen Bereichs kann beim Lösen der Milchbläschen helfen.

Legen Sie nach der Behandlung das Baby an der Brust an, öffnet sich meistens ganz einfach das Milchbläschen.

Auch eine Stehposition fördert den Milchfluss

Unterstützend kann in einem solchen Fall auch die Schwerkraft wirken: Begeben Sie sich dafür in den Vierfüßler-Stand und stillen Sie das kniend das unter Ihnen liegende Baby. Zugegebenermaßen ist das nicht die bequemste Stillposition. Doch im Fall eines Milchstaus kann es sehr hilfreich sein.

Kann sich das Milchbläschen durch die oben beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten nicht lösen, kann es notwendig sein, es gezielt zu öffnen. Wichtig ist hierbei, sehr steril und hygienisch zu arbeiten, denn schließlich sollen keinerlei Keime in den Körper eindringen und gefährliche Infektionserkrankungen hervorrufen. Sprechen Sie im Vorfeld unbedingt mit Ihrer Hebamme oder dem behandelnden Arzt!

Milchbläschen öffnen

Gehen Sie nach der Freigabe Ihres Arztes oder Ihrer Hebamme dann folgendermaßen vor:

Nehmen Sie eine sterile Nadel oder Lanzette* zur Hand. Heben Sie ganz vorsichtig das Häutchen über dem Milchbläschen an und öffnen Sie es ganz vorsichtig mit der Nadel. Oft gibt es genau für solche Zwecke einzeln verpackte, sterile Akupunktur-Nadeln. Diese Nadeln sind sehr dünn und somit wird die Eigenbehandlung von stillenden Mamas nicht so schmerzhaft empfunden.

Unter Umständen muss der betroffene Brustbereich nach dem Öffnen des Milchbläschens mit einer antibiotischen Salbe nachbehandelt werden.

  • Legen Sie Ihr Baby häufig genug an und lassen Sie es auch ausreichend lang an der Brust saugen. Achten Sie aber bitte darauf, dass auch andere – möglicherweise vorhandene Stillprobleme – beseitigt werden.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Reduzieren sie Milchfette, also den Konsum von Milchprodukten und setzen Sie stattdessen auf hochwertige Pflanzenfette. Achten Sie auch unbedingt darauf, ausreichend zu trinken.
  • Vermeiden Sie gefäßverengende Substanzen, so beispielsweise Salbei, Tee, Schokolade, Nikotin, Koffein oder bestimmte Arzneimittelpräparate.
  • Geben Sie Ihrem Körper ausreichend Zeit zur Erholung und Entspannung, insbesondere dann, wenn Sie mit einem Milchstau und Milchbläschen zu kämpfen hatten.

Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie jegliche Stressfaktoren wie etwa zahlreiche Termine oder Verabredungen. Lassen Sie sich auch im Haushalt helfen, so etwa beim frischen Kochen oder beim Putzen. Konzentrieren Sie sich nur auf sich, Ihr Baby und die Stillmahlzeiten und genießen Sie wunderschöne Mama-Kind-Momente.

  • Bei chronischen Problemen können Sie auch Lecitin*  einnehmen: Dieses finden Sie in Apotheken. Massieren Sie in solchen Fällen nach dem Stillen die Brustwarzen einfach mit dem flüssigen Lecithin ein.

Unser Fazit zu Milchbläschen

Es kann in den ersten Stilltagen immer wieder zu Stillproblemen kommen. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen und auch nicht stressen. Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und ernähren Sie sich gesund. Tragen Sie lockere, angenehme Kleidung und ebenso einen passenden Still-BH, der Ihre Brust nicht einengt. So werden zusätzliche Stauungen vermieden. Sollten die Milchbläschen und Beschwerden länger anhalten, sollten Sie unbedingt medizinischen Rat einholen. Sie können auch sehr gerne mit Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin sprechen.

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