Was ist ein Reflux?

Nach dem Kauen gelangt der Nahrungsbrei durch die Speiseröhre in den Magen, wobei er den sogenannten Pförtner passiert. Dieser stellt einen muskulären Verschluss des Mageneingangs dar und hat die physiologische Funktion, den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre und den Mundraum zu verhindern. Trotzdem kommt es aus verschiedenen Gründen manchmal zu dieser Situation, die medizinisch folgerichtig Reflux beim Baby genannt wird.

Nicht verwechselt werden sollte die Regurgation, wie der Reflux ebenfalls genannt wird, mit dem Erbrechen, da das Erbrechen ein mit Übelkeit verbundener, durch Muskelkraft aktiv durchgeführter Vorgang ist. Der Reflux stellt hingegen ein passives Aufstoßen von Mageninhalt dar, vergleichbar mit einem Bäuerchen.

Aus welchen Gründen kann es zu einem Reflux beim Baby kommen?

In den ersten Lebensmonaten ist der Reflux ein Phänomen, welches bei vielen Babys auftritt. Der Grund hierfür ist, dass der muskuläre Verschlussmechanismus des Magens noch nicht voll entwickelt ist und daher seine Funktion nicht perfekt ausüben kann. Daher kommt es bei den meisten Kindern in den ersten Monaten zu einer entsprechenden, manchmal mehrmals täglich auftretenden Symptomatik.

Ist der Baby Reflux gefährlich?

Wie bereits erwähnt, ist das Aufstoßen von Mageninhalt bei Babys normal. Innerhalb des ersten Jahres verschwindet dieses Verhalten allerdings bei den meisten Kindern. Nur bei fünf Prozent der Kinder kann es auch nach dem 12. Lebensmonat beobachtet werden. Auch dann stellt es allerdings nicht zwingend ein behandlungswürdiges Problem dar. Falls das Verhalten auf lange Sicht nicht abebbt, sollte allerdings ein Arzt hinzugezogen werden.

Wann sollte man den Baby Reflux behandeln lassen?

Trotz der eigentlichen Harmlosigkeit des Geschehens gibt es Zeichen und Symptomatiken, die eine Konsultation eines Arztes erforderlich machen.
Dazu gehört wiederholtes, äußerst lautstarkes Schreien des Kindes beim Stillen. Dies kann durch eine durch wiederholten Reflux entzündete Schleimhaut der Speiseröhre, die dem Kind beim Trinken Schmerzen bereitet, verursacht werden.

Auch eine pro Tag ungewöhnlich stark erhöhte Anzahl an Refluxvorgängen beim Kind oder andauernder starker Husten sollten durch einen Arztbesuch kontrolliert werden.

Ebenso gilt dies, wenn das Kind die Nahrungsaufnahme verweigert oder starke Schluckbeschwerden hat. Die Beobachtungen können beim Arzt abgeklärt werden und bei bereits älteren Kindern ab 2 Jahren eventuell durch Medikamente behandelt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Reflux beim Kind häufig beobachtet werden und demnach im ersten Lebensjahr als normal angesehen werden kann. Sobald es allerdings zu einer ungewöhnlich starken Symptomatik oder anderen aus dem Rahmen fallenden Beobachtungen kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da es keine Beweise gibt, dass das weitverbreitete Hochhalten des Kindes oder auf den Bauch legen tatsächlich gegen den Reflux hilft.