Der erste Zahn wird von den Eltern meist sehnsüchtig erwartet. Manchmal zeigt er sich plötzlich am Morgen, oder er kündigt sich bereits Wochen vorher an. So manch durchwachte Nacht haben Mama und Papa hinter sich, oft geplagt von Selbstzweifeln und schlechtem Gewissen. Weiß man ja nicht wieso das Baby schreit. Meistens zumindest nicht.

Denn was viele gar nicht wissen, schon alleine das Einschießen der Zähnchen verursacht mitunter große Schmerzen. Und das passiert oft schon lange bevor das erste Beisserchen da ist. Nämlich so um den dritten Lebensmonat herum. Das Baby hat, wenn es denn zu den schmerzempfindlichen Babys gehört, ein nicht umgängliches Gemüt. Oft verzweifeln Mama und Papa, denn sie können sich gar nicht erklären, dass das Kind, wo doch die Drei-Monats-Koliken vorbei sein müssten, trotzdem Tag und Nacht quengelt und schreit. Erklärungen werden gesucht. Bin ich eine schlechte Mutter? Oder gar Entschuldigungen, denn welcher Nachbar würde sich nicht gestört fühlen von einem schreienden Kind und das Nacht für Nacht? Hier gilt auch wieder „jedes Kind ist anders“ und wenn bei vielen Babys die ersten Zähne quasi über Nacht erscheinen, ohne das es vorher Erkennungsmerkmale gab, so gibt es aber auch viele Kinder, die richtiggehend darunter leiden und das auch dementsprechend ankündigen.

Erkennbare Anzeichen können hier sein:

• sabbern

• rote bis feuerrote Wangen (manchmal auch mit Pusteln übersät)

• dünner Stuhlgang oder Durchfall

• das Baby beißt überall drauf und manchmal beißt es sogar

• Quengelei oder richtiges Schreien vor allem in der Nacht

• entzündetes Zahnfleisch (manchmal auch mit Bläschen und offenen blutenden Stellen)

Das das Baby rote Wangen bekommt vom sabbern liegt daran, dass die Kinder auch in der Nacht weiter sabbern und die Spucke natürlich dann das Gesicht herunter läuft. Da Speichel nun mal vorverdauend wirkt, greift er die empfindliche Babyhaut an.

Das Baby jammert und quengelt. Manchmal weckt das Kind die erschrockenen Eltern nachts mit schrillen und durchdringenden Geschrei, welches aber nur kurz anhält aber sehr heftig wirkt. Wenn wir Erwachsenen Weisheitszähne bekommen, wissen wir was für Schmerzen die Kleinen leiden. Doch der Unterschied ist, dass wir wissen wieso wir Schmerzen haben, wir wissen was Schmerz ist. Babys werden mit dem Schmerz konfrontiert und geradezu überrollt und können natürlich kaum damit umgehen, weswegen ein Baby, welches Schmerzen hat auch immer mit der ganzen Seele leidet. Sie sollten versuchen Ihr Baby zu beruhigen und es zu trösten. Eventuell lässt es sich auch (zumindest tagsüber) gut mit Spielen oder Liedern ablenken. Wenn alle Stricke reißen und sie das Gefühl haben, dass das Baby mit dem Schmerz gar nicht mehr klar kommt, suchen Sie am besten einen Kinderarzt auf, welcher eventuell Schmerzmittel (meist Paracetamol Zäpfchen und bei älteren Babys Ibuprofensaft) verschreibt oder schmerzlindernde Gels oder Cremes.

Auch Sie können den Schmerz des Babys lindern. Kaufen Sie einen Beißring und legen Sie ihn in den Kühlschrank (bitte nicht in das Gefrierfach, denn hier besteht Erfrierungsgefahr). Das Kleine kann dann darauf beißen und lindert so den Schmerz und kühlt gleichzeitig das gereizte Zahnfleisch. Wenn das Baby älter ist, können Sie ihm auch einen Brotkanten zum Knabbern geben oder ein Stück Apfel. Helfen tut eigentlich alles was Druck beim kauen auf das Zahnfleisch auslöst.

Wenn der erste Zahn endlich das Licht der Welt erblickt hat, machen Sie sich dennoch darauf gefasst, dass das erst der Anfang war. Denn bis das Kind alle seine Zähne hat vergehen noch 2-3 Jahre, denn erst dann ist das Milchzahngebiss komplett. Vor allem die durchbrechenden Backenzähne machen hierbei Ihrem Kind zu schaffen. Manche Babys zahnen quasi in einem Rutsch. Das bedeutet dass ein Zahn nach dem anderen erscheint. Andere Kinder zahnen etappenweise. Das merkt man daran dass das Kind manchmal eine Woche lang nachts nicht schläft, weinerlich ist, sobald die Mutter den Raum verlässt und an schlechter Laune leidet. Dann ist wieder ein paar Tage alles wieder normal und der ganze Spuk geht dann wieder von vorne los.

Wie sooft mit einem kleinen Baby müssen Eltern sehr viel Geduld aufbringen, damit Sie die schweren Stunden einigermaßen gelassen durchstehen können. Doch manchmal kann das Zahnen des Kindes Eltern auch ganz schön aufs Gemüt schlagen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn die Eltern nachts nicht mehr durchschlafen können. Eventuell sollten sie dann abwechselnd nachts das Baby hüten, damit einer nachts ein paar Stunden Schlaf bekommt. Vielleicht kaufen sie ja dem Kind auch eine Bernsteinkette (bitte nicht dem Kind um den Hals hängen). Dem Glauben nach soll Bernstein ja beruhigen und viele Eltern schwören darauf dass das Kind mit dem Bernstein zusammen nachts gut durchgeschlafen hat. Ob das wirklich daran liegt vermag niemand zu sagen. Vielleicht sind auch nur die Eltern so beruhigt, dass sie die Ruhe auf das Kind übertragen und das Baby deshalb nachts besser schläft? Wer weiß das schon genau, aber wenn es hilft soll es einem ja recht sein.

Sobald der erste Zahn da ist, fängt ein weiteres wichtiges Kapitel im Leben von Eltern und Kind an. Nun wird es Zeit für die richtige und gründliche Mundhygiene. Es gibt in Drogerien eigens für Baby mit Milchzähnen geschaffene Zahnbürsten, welche besonders sanft sind und das Zahnfleisch nicht reizen. Dazu kann man Zahnpasta erwerben mit vielen Geschmacksrichtungen und mit Zusätzen wie Kalzium und Vitamin D. Putzen Sie Ihrem Kind mindestens 2-mal täglich die Zähnchen. Wenn das Kind aber den Mundraum entzündet hat, sollten sie ihn in dieser Zeit nicht zusätzlich mit Zahnbürsten belasten. Solange reicht auch das spülen oder abputzen mit einem feuchten Tuch.

Wenn ein Kind zahnt, kommt es manchmal vor, dass es Fieber bekommt. Lange Zeit wurde das Fieber dem Zahnen zugeschrieben. Das stimmt aber nur teilweise. Denn wenn der Zahn durchbricht, bahnt sich sozusagen ein Fremdkörper seinen Weg in den Mund des Babys. Außerdem reizt der Durchbruch das Zahnfleisch und es kann zu Entzündungen kommen. Das Fieber entsteht dann entweder, weil das Zahnfleisch stark entzündet ist, oder aber weil der kleine Körper und die Abwehrmechanismen stark beschäftigt sind und deswegen andere Krankheitserreger leichte Bahn haben das Baby zu infizieren. Schnupfen, Grippe usw. haben es dann natürlich nicht schwer und das Baby erleidet in der Zeit des Zahnens schnell einen Infekt nach dem anderen. Mit viel Geduld und Ruhe meistert man auch diese anstrengende Zeit und schon bald ist das Baby groß und begrüßt Sie mit einem wunderschönen, zahnreichen Lächeln!