Eine Schwangerschaft ist genaugenommen ein Wunder. Zwei Zellen – die Eizelle der Mutter und das Spermium des Vaters – vereinigen sich zu einer sogenannten Zygote und beginnen sich zu teilen. Sie werden zu einem Zellhaufen, der sich in der Gebärmutter der Frau einnistet und sich zu Geweben und Organen entwickelt. Im Prinzip verhält sich ein Embryo wie ein Fremdkörper und die Wissenschaft hat bis heute nicht verstanden, warum der Körper der Mutter ihn nicht abstößt. Umso erfreulicher ist es, dass in den meisten Fällen alles gut geht und sich ein gesundes Kind entwickelt. Dennoch gibt es Gründe, die das Risiko einer Fehlgeburt oder von Entwicklungsstörungen steigen lassen. Deshalb wird die Mutter bei einer Risikoschwangerschaft vom Arzt besonders sorgfältig beobachtet.

Das Alter

Im Eierstock der Frau befinden sich von ihrer Geburt an etwa eine halbe Million potenzielle Eizellen, die in einem bestimmten Entwicklungsstadium verharren. Je später eine Schwangerschaft eintritt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei der empfindlichen Eizelle ein Schaden im Erbgut entstanden ist und ein missgebildetes Kind entsteht. Während es beim Mann dieses Problem nicht gibt, hat die Natur für die Frau die Wechseljahre eingerichtet, um das Risiko zu minimieren. Allerdings spricht man von einer Risikoschwangerschaft bereits ab dem 35. Lebensjahr.

Mehrlingsschwangerschaft

Eine Schwangerschaft mit Mehrlingen zählt automatisch zu den Risikoschwangerschaften, da die Belastungen für den Körper der Mutter steigen und die Kinder sich aufgrund des geringen Platzangebots unter Umständen nicht alle vollständig entwickeln können. Auch die Mutter setzt sich der erhöhten Gefahr von Krankheiten aus.

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Rhesus-Faktor

Bei den Menschen gibt es verschiedene Blutgruppen, wie beispielsweise A, B, AB und 0, die inkompatibel zueinander sind. Bei der Schwangerschaft spielt das zunächst eine untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es den sogenannten Rhesus-Faktor, den 80 Prozent der Menschen besitzen. Sie werden rhesuspositiv genannt. Eine rhesusnegative Mutter entwickelt durch den Blutkontakt bei der Geburt ihres ersten, rhesuspostiven Kindes Antikörper gegen den Rhesusfaktor.
Bei einer zweiten Schwangerschaft können diese Antikörper in den Blutkreislauf des Kindes übertreten und zu einer Blutarmut und Sauerstoffmangel führen.

Nikotin und Alkohol

Nikotin und Alkohol sind Nervengifte und absolut schädlich für das empfindliche, sich in der Entwicklung befindende Nervensystem des Kindes. Zellen sterben und es kann zu Missbildungen kommen. Außerdem sind Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht haben, erwiesenermaßen kleiner und auch öfter hyperaktiv als Kinder von nicht rauchenden Schwangeren.

Kindslage

Ein Kind wird normalerweise mit dem Kopf zuerst auf die Welt gebracht. Es kommt allerdings vor, dass ein Embryo in einer verdrehten Lage in der Gebärmutter liegt. Auch das ist eine Risikoschwangerschaft, weil es bei der Geburt zu Komplikationen kommen kann. Das Kind könnte beispielsweise unter Sauerstoffmangel leiden oder nicht durch den engen Geburtskanal passen. Dann muss ein Kaiserschnitt vorgenommen werden.