Neben dem Namen und dem Geschlecht des Kindes ist das Geburtsgewicht eine der Angaben, die meistens in der Geburtsanzeige genannt werden. Viele Eltern wissen auch nach Jahren noch genau, wie groß und schwer ihr Nachwuchs bei der Geburt war.

Auch während der Schwangerschaft ist es für die werdenden Eltern interessant, wie viel ihr Baby bereits wiegt und wie viel es bis zur Entbindung noch zunehmen wird. Wir haben einige interessante Informationen rund um das Geburtsgewicht zusammengetragen und zeigen, welche Faktoren einen Einfluss darauf haben.

Was beeinflusst das Geburtsgewicht?

Auf die Geburtsgröße und -gewicht nehmen unterschiedliche Faktorne einen Einfluss. Dabei spielen die Gene die wahrscheinlich wichtigste Rolle, wie Wissenschaftler in einer im Jahr 2016 in England durchgeführten Studie feststellten. Darüber ist auch bei den folgenden Aspekten ein Einfluss nachgewiesen:

  • Je länger die Schwangerschaft dauert, desto länger hat natürlich auch das Baby Zeit, um zu wachsen und zuzunehmen
  • Das zweite Kind ist meistens schwerer als das erste. Das liegt anscheindend daran, dass die Gebährmutter bereits besser auf die Einnistung und die anschließende Versorgung des Kindes vorbereitet ist. So kann eine optimale Entwicklung erfolgen.
  • Männliche Neugeborene sind im Durchschnitt etwas schwerer als weibliche.
  • Die Ernährung der Mutter hat einen Einfluss darauf, ob das Kind alle Nährstoffe für eine gute Entwicklung erhält.
  • Eine schlechte Durchblutung der Plazenta kann dazu führen, dass die Versorung unzureichend und das Neugeborene dadurch zu leicht ist.
  • Ein Schwangerschaftsdiabetes führt oft zu Neugeborenen mit einem überdurchschnittlichen Geburtsgewicht.

Wovon hängt es ab, ob ein Baby im Mutterleib gut zunimmt?

Wie groß und schwer Säuglinge zum Geburtszeitpunkt sind, hängt unter anderem von der Ernährung der Schwangeren ab. Mangelernährung ist in Deutschland und anderen Industrieländern nur selten ein Problem, häufig ist eher das Gegenteil der Fall. Durch eine zu zuckerreiche Kost steigt das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes, was dann in der Folge zu großen und schweren Säuglingen führt. Hier spielen aber auch noch weitere Risikofaktoren eine Rolle.

Rauchen senkt nicht nur das durchschnittliche Geburtsgewicht, sondern erhöht auch das Risiko für eine Frühgeburt und spätere Erkrankungen. Auch ein zu hoher Konsum von Koffein kann dazu führen, dass das Neugeborene leichter ist als normal.

Was ist ein normales Geburtsgewicht?

Das durchschnittliche Geburtsgewicht eines deutschen Neugeborenen beträgt 3.480 Gramm. Dieses im internationalen Vergleich recht hohe Gewicht wird nur noch durch die in Norwegen geborenen Babys übertroffen, die ein durchschnittliches Gewicht von 3.575 Gramm auf die Wage bringen. Indische Babys sind dagegen im Schnitt 500 Gramm leichter. Die großen Unterschiede lsssen sich in erster Linie durch genetische Faktoren erklären, aber auch die Nährstoffversorgung der Mutter vor und während der Schwangerschaft beeinflusst die Entwicklung und dabmit auch Gewicht und Größe des Kindes.

Natürlich entsprechen nur die wenigsten Kinder genau dem Durchschnitt. Als normal gilt in Deutschland ein Gewicht zwischen 2.800 und 4.200 Gramm. Die Größe normal entwickelter Babys liegt zwischen 48 und 56 Zentimetern.

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Wieviel wiegt das Rekordbaby?

Das bislang schwerste Neugeborene kam im Juli 2013 in Leipzig zur Welt. Das Mädchen brachte stolze 6.110 Gramm auf die Wage und war 57,5 Zentimeter groß. Ursächlich für das hohe Geburtsgewicht des Babys war ein unentdeckter Schwangerschaftsdiabetes bei der stark übergewichtigen Mutter.

Schweres Baby – schwere Geburt?

Werdende Eltern haben oft Angst vor einer schweren Geburt, wenn der Arzt ihnen mitteilt, dass die Größe ihres Kindes über dem Durchschnitt liegt. Es lässt sich aber nicht pauschal sagen, dass die Entbindung bei einem kleinen Kind leicht wird, während bei einem größeren Säugling mehr Probleme zu erwarten sind. Hier spielen noch deutlich mehr Faktoren eine Rolle:

  • Der Körperbau der Mutter: Während eine kleine und zierliche Frau möglicherweise bei der Geburt eines sehr großen Kindes Probleme haben wird, ist dies bei vielen anderen Müttern nicht der Fall.
  • Erstgeburt oder Folgegeburt: Eine Frau, die bereits ein Kind geboren hat, muss auch bei größeren und schwereren Säuglingen nicht unbedingt mit Problemen rechnen.
  • Die Proportionen des Kindes: Ist die Schulter im Vergleich zum Kopf sehr breit, stellt dies ein gewisses Risiko dar.

Warum nehmen Babys nach der Geburt ab? Wieviel ist normal?

In den ersten drei bis vier Tagen verlieren die Kinder bis zu 10 Prozent des ursprünglichen Gewichts. Dies ist völlig normal, denn die Ernährung des Kindes erfolgt nun nicht mehr quasi automatisch über die Nabelschnur. Der Darm muss sich erst auf die Verdauung einstellen, und auch die Muttermilch ist meistens erst nach einigen Tagen in größerer Menge vorhanden.

Die normale Gewichtsabnahme macht einer unerfahrenen Familie oft Sorge, stellt aber für das Baby kein Problem dar. Es besitzt zum Zeitpunkt der Geburt viel braunes Fettgewebe, über das es den Energiebedarf in den ersten Tagen decken kann. Nach spätestens zwei Wochen ist das Geburtsgewicht in der Regel wieder erreicht.

Warum wiegt das zweite Baby mehr als das erste?

Studien zeigen, dass das Erstgeborene oft ein geringeres Gewicht aufweist, als die darauffolgenden Geschwister. Die Zusammenhänge sind noch nicht vollständig geklärt, es ist aber anzunehmen, dass der Uterus bereits bestens vorbereitet in die Schwangerschaft startet, wenn zuvor bereits ein Kind geboren wurde. Das Gewebe ist bereits gedehnt, was möglicherweise für eine bessere Ernährung des Kindes sorgt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass der erste von mehreren Säuglingen in einer Familie eher leicht ist, während die Geschwister dann deutlich schwerer zur Welt kommen.

Fazit

Wie schwer ein Neugeborenes ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Anhand der Größe der Eltern lassen sich erste Vermutungen anstellen, denn die Genetik spielt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt es auch viele weitere Einflüsse, die die werdende Familie zum Teil gut beeinflussen kann. Dadurch können Schwangere das Risiko für Komplikationen deutlich senken. So sollten Mütter während der Schwangerschaft nicht rauchen und sich gesund und ausgewogen ernähren. Für den Geburtsverlauf spielt es übrigens eine eher untergeordnete Rolle, wie viel genau das Kind wiegt. Hier sind die Proportionen und die körperlichen Voraussetzungen bei der Schwangeren deutlich wichtiger.

Die spätere Größe des Kindes lässt sich anhand des Geburtsgewichts nicht voraussagen. Viele kleine Neugeborene holen später schnell auf, und die sehr großen Kinder liegen ebenfalls oft schon kurz nach ihrer Entbindung innerhalb der Norm.