Fieber, Halsschmerzen, Himbeerzunge und Hautausschlag. Solche Symptome kennzeichnen Scharlach, der via Tröpfcheninfektion übertragen wird. Zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen meist zwei bis vier Tage, in dieser Zeit stecken sich die meisten Kontaktpersonen an.

Saison hat Scharlach im Herbst und Winter; vom Oktober bis März häufen sich die Diagnosen. Diese Erkrankung betrifft meistens Kinder im Vorschulalter. Dennoch erreichen die auslösenden Streptokokken immer wieder auch Erwachsene, was an den verschiedenen Vertretern der Erregergruppe liegt. Im Laufe des Lebens sind mehrere Scharlachinfektionen möglich, eine Schutzimpfung gibt es nicht.

Scharlach: Himbeerzunge, weitere Symptome und Krankheitsverlauf

  • plötzliches Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen am ersten Tag
  • Hals-, Rachen- und Kopfschmerzen
  • Schluckbeschwerden, da Rachenmandeln geschwollen und Schleimhaut stark gerötet, später mit Belägen
  • Aufblühen der Haut am zweiten Tag, beginnend in der Leistengegend, danach Ausdehnen auf den gesamten Körper
  • Dreieck zwischen Mund und Kinn bleibt vom Ausschlag „verschont“
  • Ausschlag: winzige rote Stippchen, die in der Menge Sandpapier ähneln
  • typische Rotfärbung der Zunge (Himbeerzunge) am dritten oder vierten Tag (zu Beginn weiß belegt, dann knallrot mit Pünktchen)
  • nach etwa 7 Tagen Abschuppen der Haut, dauert wenigstens drei Wochen
  • außerdem nach 14 Tagen Ablösen der Haut an Finger- und Zehenkuppen sowie an Handflächen und Fußsohlen

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Maßnahmen:

Trotz Antibiotika gehört ein scharlachkrankes Kind vorerst ins Bett. Geht es dann aufwärts, sollte es trotzdem noch nicht die Kita besuchen. Zwar wähnen die Medikamente eine schnelle Genesung; der Prozess der Heilung und Erholung dauert aber mindestens 10 Tage.

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Das Mittel der ersten Wahl ist Penicillin, über eine Einnahmedauer von 10 Tagen bekämpft es am besten Streptokokken. Gegen die leidigen Halsschmerzen geht man mit geeigneten Lutschtabletten oder Gurgellösungen vor. Homöopathisch kommen drei Mittel infrage. Belladonna  bei charakteristischem, flächendeckendem Ausschlag und der Himbeerzunge. Apis mellifica  bei ausgeprägten Schluckbeschwerden, die sich bei warmen Getränken verschlimmern.

Phytolacca  bei schmerzenden Ohren, einem trockenen, brennenden Hals und geschwollenen Lymphknoten.

Komplikationen:

Schon die Symptomatik weist auf einen etappenförmigen Krankheitsverlauf hin. Wird Scharlach nicht behandelt, sind entzündete Lymphknoten, Infektionen von Mittelohr, Nasennebenhöhlen und Lunge häufig unliebsame Begleiter.

Das Immunsystem ist nach einer Scharlacherkrankung durch das ausgestreute Toxin (Gift) des Streptokokken-Erregers geschwächt. Als Folge können rheumatisches Fieber oder eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis) auftreten. Schwangere müssen Scharlach nicht fürchten, ihr Kind im Mutterleib ist nicht bedroht.