Der Kaiserschnitt stellt für die Frau oftmals eine viel höhere Belastung dar als eine natürliche Geburt, insbesondere, da sie sich im Anschluss an die Operation nicht unmittelbar und uneingeschränkt dem Baby widmen kann. Stillen nach dem Kaiserschnitt braucht in manchen Fällen etwas mehr Geduld, ist aber auf jeden Fall möglich.

Stillen nach dem Kaiserschnitt: Ist das Narkosemittel schädlich für das Baby?

Wurde der Kaiserschnitt mittels einer PDA durchgeführt, steht dem Stillen nach dem Kaiserschnitt nichts im Wege. Mittlerweile ist es in vielen Kliniken üblich, das Neugeborene der Mutter nach dem Kaiserschnitt auf die nackte Brust zu legen. Das geschieht üblicherweise während der Wundversorgung. Dieser frühe Hautkontakt und das Saugen an der Brust regt den Milcheinschuss an und fördert das Bonding zwischen Mutter und Kind.

Wurde ein Not-Kaiserschnitt unter Vollnarkose durchgeführt, können Sie ihr Baby ebenfalls stillen. Hier verzögert sich der Stillbeginn nur etwas, da Sie warten sollten, bis Sie sich wieder orientieren können. Mittlerweile hat sich auch die Konzentration des Narkosemittels im Blut verringert, so dass das Neugeborene keinen Schaden nimmt.

Stillen nach dem Kaiserschnitt: Verzögerter Milcheinschuss

Die eigentliche Muttermilch schießt nach einem Kaiserschnitt häufig erst verzögert in die Brust ein. Normal ist die Verzögerung um einen Tag, womit sie in der Regel erst am 4. anstatt am 3. Tag nach der Geburt zur Verfügung steht. Ein gesundes Baby muss trotzdem nicht zugefüttert werden, die Vormilch reicht vollkommen aus.

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Bei Sillproblemen Geduld bewahren

Anders als bei vaginal geborenen Babys sind Kaiserschnittkinder nach der Geburt oft schläfrig und erschöpft. Das zeigt sich oft am verminderten Saugreflex oder Saugverhalten. Hier hilft nur viel Geduld. Damit ihr Baby von der wertvollen Vormilch profitiert, sollte sie abgepumpt oder mit der Hand ausgestrichen werden und später gefüttert werden.

Stillen nach dem Kaiserschnitt: Geeignete Stillpositionen

Probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus. Fragen Sie auch ihre Hebamme oder Doula um Ratschläge für narbenschonende Stillpositionen. Ein Stillkissen vor dem Bauch schützt die Kaiserschnittnarbe und wird von vielen frischgebackenen Mamas als enorme Entlastung empfunden. Manche Mütter empfinden es auch als wohltuend die Beine beim Stillen anzuziehen. Die Stillposition seitlich im Liegen entlastet die noch frische Narbe und wird deshalb für das Stillen nach dem Kaiserschnitt oft bevorzugt.