Manche Babys weinen in den ersten drei Lebensmonaten mehr als andere. Warum ist das so? Oft weiß man das nicht so genau, die Kinder können ihr Unwohlsein noch nicht artikulieren und wissen oft selbst nicht, warum die Welt gerade nicht „rund“ läuft. Ist aber der Bauch verhärtet und aufgebläht, stecken vermutlich die sogenannten 3-Monats-Koliken oder Blähungen dahinter. Kümmelzäpfchen lindern die Beschwerden, das enthaltende ätherische Öl zeigt seine Wirkung und beruhigt den Verdauungstrakt soweit, dass die Winde unter weniger Bauchschmerzen abgehen können. Blähungen werden also gelindert.

Wenn das Baby Bauchweh hat: Kümmelzäpfchen versprechen schnelle Hilfe

Warum ausgerechnet Kümmel?

Kümmel trägt den wissenschaftlichen Namen Carum Carvi, weshalb die Zäpfchen auch unter der Bezeichnung Carum-Carvi-Zäpfchen*  vertrieben werden. Die Pflanze, vor allem deren Samen, enthält ätherische Öle. Eines davon wird als Carvon bezeichnet, und das entkrampft und entspannt die Verdauung. Daneben zeigt Kümmel eine antibakterielle Wirkung, die den Verdauungstrakt ebenfalls entspannt. Übrigens hilft Kümmel nicht nur dem Baby – auch Erwachsene würzen Speisen mit Kümmel. Beispielsweise bei blähenden Lebensmitteln wie Kohl wird das gemacht.

In den Kümmelzäpfchen ist ein Extrakt enthalten, das aus Kümmelsamen gewonnen wird. Dieses Extrakt kann direkt im Darm wirken: Es entbläht und entkrampft die Darmmuskulatur. Aufgenommen wird es durch die Darmschleimhaut direkt im Enddarm. Dadurch werden die Schmerzen sehr schnell gelindert. In der Folge wird Ihr Baby ruhiger. Es schläft besser, schläft vielleicht auch mal länger durch. Der ungestörte Schlaf wirkt sich wiederum auf die Laune im Wachzustand aus – Ihr Kind ist ruhiger und fröhlicher.

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  • Hersteller: Pädia GmbH, Deutschland (Originalprodukt)

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Gibt es bei Kümmelzäpfchen Nebenwirkungen?

Die Zäpfchen sind medizinisch getestet und entfalten keine Nebenwirkungen. Babys können bei Blähungen ohne Bedenken mit den Kümmelzäpfchen behandelt werden. Auch Arzneimittelwechselwirkungen sind nicht bekannt.

Allerdings kann es vorkommen, dass ein Kind allergisch auf Kümmel reagiert. Dann darf das Kind bei Bauchschmerzen nicht mit Kümmelzäpfchen behandelt werden. Die Allergie ist nicht so leicht festzustellen, da die Kinder in den ersten drei Lebensmonaten eher selten in Kontakt mit Kümmel kommen. Frühestens beim zweiten Kontakt mit Kümmel ist die Allergie feststellbar.

Aus diesem Grund sollten Sie Ihr Kind gut beobachten, wenn Sie Kümmelzäpfchen geben. Wie reagiert das Kind auf die Zäpfchen? Lindern die Kümmelzäpfchen die Beschwerden? Oder zeigen sich auch andere (negative) Reaktionen? Bei einer allergischen Reaktion sollten Sie die Zäpfchen nicht noch einmal anwenden. Es gibt durchaus Alternativen, um die 3-Monats-Koliken zu behandeln.

Verschiedene Kümmelzäpfchen Präparate sind unterschiedlich stark dosiert

Kümmelöl ist ein natürlicher Wirkstoff, bei den Zäpfchen handelt es sich also um Phytomedikamente, um Pflanzenmedizin. Trotzdem dürfen Ärzte und Ärztinnen die Präparate verordnen, die meisten Krankenkassen zahlen auch pflanzliche und homöopathische Präparate für Babys und Kinder unter zwölf Jahren.

Präparate für Neugeborene gibt es beispielsweise von Pädiatrische: Die Carum Carvi Zäpfchen dürfen Säuglinge ab Geburt erhalten. Wala dagegen stellt Kinderzäpfchen her, die erst für Kinder ab einem Jahr genutzt werden dürfen. In den Zäpfchen ist je 1 g Kümmelöl enthalten, sie sind also etwas höher dosiert. Auch Weleda empfiehlt, die Carum Carvi Zäpfchen erst nach dem ersten Geburtstag anzuwenden. Neben Kümmelextrakt enthalten die Zäpfchen auch Extrakte aus Tabak, Kamille und Tollkirsche in homöopathischer Dosierung. Beide Hersteller weisen darauf hin, dass die Zäpfchen geteilt werden können. Ein halbes Zäpfchen darf auch schon bei Kindern unter einem Jahr zur Linderung von Blähungen und Bauchweh verwendet werden.

Die Präparate dürfen selbstverständlich nicht nur bei Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden. Sie helfen auch größeren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die unter Verdauungsbeschwerden leiden. Die richtige Dosierung ist jeweils vom Hersteller angegeben – bitte halten Sie sich immer an die Dosierungsanweisung und lesen Sie die Packungsbeilage konzentriert durch!

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Kümmelzäpfchen: Verabreichung, Dosierung und Tageshöchstmengen

Die Zäpfchen dürfen nicht überdosiert werden, da das enthaltene Kümmelöl den Verdauungstrakt tatsächlich durcheinander bringen könnte. Und das hätte unerwünschte gesundheitliche Folgen für Ihr Baby. Halten Sie sich also bitte an die empfohlene Dosierung:

  • In den ersten drei Lebensmonaten dürfen Babys nur ein Kümmelzäpfchen täglich bekommen!
  • Soll ein halbes Zäpfchen verwendet werden, bitte immer der Länge nach halbieren – das erleichtert die Verabreichung.
  • Niemals die doppelte Dosis verwenden, wenn ein Zäpfchen vergessen wurde!

So verabreichen Sie das Zäpfchen bei Bauchschmerzen und Blähungen

Achten Sie darauf, dass Ihr Baby entspannt und locker ist. Sie legen Ihr Baby auf den Wickeltisch und ziehen die Knie wie beim Wickeln nach oben. Sie sollten den After gut erreichen. Dann führen Sie langsam und vorsichtig das Zäpfchen ein. Achten Sie auf den Widerstand: Der wird an einem Punkt weniger, das Zäpfchen scheint jetzt mehr oder weniger von alleine zu verschwinden. Ist das Zäpfchen verschwunden, nehmen Sie Ihr Baby auf den Arm und halten die Pobacken für ein paar Minuten etwas zusammen, damit das Zäpfchen sich auflösen kann und nicht wieder heraus kommt. Trösten Sie Ihr Kind – es wird die Prozedur vermutlich nicht ganz fröhlich aufnehmen. Die Zäpfchen wirken schnell, Ihr Baby wird sich also schnell beruhigen.

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Probleme beim Einführen der Kümmelzäpfchen?

Manche Kinder verspüren kurz nach der Verabreichung des Zäpfchens einen starken Drang zum Pressen. Das Kümmelzäpfchen würde dann nach einigen Minuten zusammen mit Stuhlgang wieder in der Windel landen. Das ist normal – manche Menschen zeigen einfach diese Reaktion. Probieren Sie es mit einem neuen Zäpfchen noch einmal und führen Sie das Zäpfchen diesmal mit dem stumpfen Ende zuerst ein. Das ist zwar erst einmal unangenehmer für die Babys, aber die spitze Seite liegt dann am After-Ausgang. Der Pressdrang wird nicht so stark sein, sodass das Zäpfchen vermutlich eher „drin“ bleibt und wirken kann.

Um das Zäpfchen mit dem stumpfen Ende zuerst einzuführen, sollten Sie etwas Öl, Wasser oder Vaseline auf den After tupfen. Die Menge sollte ausreichen, um das Zäpfchen zu „schmieren“, damit es leichter flutscht. Achten Sie darauf, dass Öle oder Vaseline keine Duftstoffe oder andere Chemikalien enthalten. Denn die würde Ihr Baby dann über die Darmschleimhaut aufnehmen.

Sollte das Zäpfchen trotzdem nicht drin bleiben oder sich die Bauchschmerzen und Blähungen nicht besser, suchen Sie bitte zeitnah eine Arzt auf. Sind die Schmerzen und die Unruhe wirklich nur auf Verdauungsbeschwerden zurück zu führen, sollten die Zäpfchen die Beschwerden lindern. Ist das nicht der Fall, lassen Sie bitte bei einem Arzt körperliche Ursachen ausschließen.

Alternativen zum Zäpfchen: Andere Produkte mit Kümmelöl

Zäpfchen sind nicht jedermanns Sache, das ist ganz normal. Allerdings sind Kümmelzäpfchen eine gute Methode, um Bauchschweh und Blähungen bei Babys zu lindern. Denn sie wirken sofort, haben keine Nebenwirkungen und sind leicht zu verabreichen. Sollten Sie aus irgendeinem Grund eine Alternative suchen, ist Kümmelöl immer noch die erste Wahl.

Sie können:

  • Ihrem Baby Kümmeltee zu trinken geben
  • den Bauch des Kindes im Uhrzeigersinn mit etwas Kümmelöl massieren
  • selbst Kümmeltee trinken oder Kümmel essen.

Letzteres gilt insbesondere für Stillmütter, denn das Öl von Carum Carvi geht in die Muttermilch über und wirkt gut. Allerdings regt Kümmeltee auch die Milchbildung an. Es kann also zu unerwünscht starkem Milchspendereflex oder im Extremfall zu verhärteten und entzündeten Brüsten kommen.

Kümmelzäpfchen helfen nicht – was kann Babys Bauchweh lindern?

Manche Kinder sprechen auf Kümmelzäpfchen nicht so gut an, bei anderen hilft Kümmelöl hervorragend. Sollte Ihr Kind unter Blähungen oder Bauchschmerzen leiden und Sie haben den Eindruck, dass die Kümmelzäpfchen nicht helfen, gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Fliegergriff

Halten Sie Ihren Unterarm waagerecht vor dem eigenen Bauch. Legen Sie Ihr Baby bäuchlings auf Ihren Arm, sodass das Köpfchen in Ihrer Ellenbeuge ruht und Ihr Handballen sanft auf den Unterbauch drückt. Werden Babys so ein wenig spazierangetragen, entspannen sie sich normalerweise.

Abhalteposition

Lehnen Sie Ihr Baby mit dem Rücken gegen Ihren Bauch und stützen Sie seinen Kopf mit Ihrem Körper. Mit den Händen greifen Sie unter die Kniekehlen Ihres Kindes und halten es so nach oben. Es sieht jetzt ein bisschen so aus, als würden Sie Ihr Kind zum Urinieren abhalten. Diese Position übt leichten Druck auf den Bauch des Kindes aus und bringt die Muskulatur zum Arbeiten – Winde und Stuhlgang gehen so leichter ab.

Tragen mit der Tragehilfe

Die „Froschhaltung“ in Tragetuch und Babytrage entspannt ebenfalls die Muskulatur im Bauch. Manche Kinder mögen das allerdings nicht, sie fühlen sich in der Bauchlage wohler – das ist eine weitere Möglichkeit, Ihr Baby zu entspannen.

Radfahren

Legen Sie Ihr Baby auf dem Wickeltisch in Rückenlage und hocken Sie seine Beine leicht an. Jetzt bewegen Sie die Beine Ihres Kindes vorsichtig so, als würde Ihr Kind gleichmäßig in die Pedale treten.

Wärme

Ein warmes Bad, ein Kirschkernkissen*  auf dem Bauch oder ein mit der Wärmflasche vorgewärmtes Bett (Flasche wieder herausnehmen!) zeigen ebenfalls Wirkung gegen Bauchschmerzen und Blähungen.

Tee

Babys dürfen, wenn sie älter als 6 Monate sind, auch Fenchel-Anis-Kümmeltee trinken. Alle 3 Pflanzenextrakte lösen Winde und sollten die Beschwerden genauso gut lindern wie Kümmelzäpfchen.

Sollte das alles nicht helfen, kann der Kinderarzt oder die Kinderärztin auch ein entblähendes Medikament verschreiben. Es gibt verschiedene Präparate, die auch Neugeborene schon erhalten dürfen und die speziell für die Drei-Monats-Koliken empfohlen werden.

Bauchschmerzen und Blähungen bei Babys: Ursachen nicht ganz klar

Warum genau Kinder während der ersten drei Lebensmonate vermehrt unter nur schwer abgehenden Winden, unter Verstopfung und den damit verbundenen schmerzen leiden, ist nicht ganz klar. Aber es gibt verschiedene Theorien:

1. Der Verdauungstrakt ist in diesem frühen Stadium noch nicht vollständig funktionstüchtig. Solange die Verdauung des Babys nicht perfekt funktioniert, werden im Darm Gase gebildet. Und die verursachen die unangenehmen Schmerzen und können auch zu Verstopfung führen.

2. Vielleicht weint das Baby auch, weil es sich erst noch regulieren lernen muss. Wir wissen nicht so genau, warum die Kinder unzufrieden sind – sie können es noch nicht sagen. Es könnte sich also auch um eine Fehlinterpretation handeln. Trotzdem scheint die liebevolle Zuwendung zusammen mit der Gabe von Kümmelzäpfchen Wirkung zu zeigen, die Kinder werden ruhiger.

3. Manche Kinder schlucken beim Stillen durch sehr hastiges Trinken und häufiges Schreien sehr viel Luft. Diese Luft muss irgendwie wieder aus dem Bauch herauskommen. Kann sie nicht durch Aufstossen aus dem Magen entfernt werden, wandert sie weiter in den Darm und sorgt dort für Schmerzen. Es macht also durchaus Sinn, das Kind nach dem Stillen „Bäuerchen machen“ zu lassen.

4. Die Drei-Monats-Koliken betreffen häufiger Flaschenkinder als Stillkinder (aber nicht ausschließlich). Eine Theorie ist, dass die industriell aufbereitete Milchnahrung nicht perfekt auf en menschlichen Organismus abgestimmt ist und der Körper mit der verarbeiteten Kuhmilch nicht umgehen kann.

Warum genau Ihr Baby unzufrieden ist, einen harten Bauch hat und sich wie unter Koliken krümmt, ist also nie wirklich klar. Daher ist es so wichtig, dass Sie körperliche Ursachen bei wiederkehrender Unruhe beim Kinderarzt abgeklären lassen. Bitte beachten Sie auch Dosierungshinweise und Überschreiten Sie nicht die empfohlene Tagesdosis. Kümmelzäpfchen sind zwar gut verträglich, sollen aber über einen längeren Zeitraum nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt verabreicht werden.