Noch immer scheiden sich die Geister darüber, womit, worin und vor allem wie oft Babys baden sollen. Generell gilt, dass auch die Haut des Babys einer zusätzlichen Pflege bedarf. Allerdings immer nur so viel wie nötig und gleichzeitig so wenig wie möglich, um eine Balance zu finden, innerhalb derer der natürliche Säureschutzmantel der empfindlichen Haut erhalten bleibt, die Talgproduktion aber angeregt und unterstützt wird, um eine Austrocknung zu verhindern.

Wann Baby das erste Mal baden?

Baden nach der Geburt – ein überholtes Ritual

Früher was es üblich das Baby direkt nach der Geburt zu baden, um die so genannte Käseschmiere von der Haut zu entfernen. Mittlerweile verzichten die meisten Kliniken darauf und versuchen, den schützenden Film so lange wie möglich auf der Haut zu erhalten. Denn er enthält wertvolle Stoffe, die Feuchtigkeit an die Haut des Babys abgeben, seinen Säureschutzmantel stabilisieren und vor ersten Infektionen schützen.

Wie ist das mit dem Nabelschnurrest?

Einige Elternratgeber empfehlen solange mit Babys Bad zu warten bis der Nabelschnurrest getrocknet ist und abfällt. Ein höheres Infektionsrisiko besteht deshalb nicht, falls Sie nicht so lange warten möchten. Die meisten Hebammen empfehlen jedoch, trotzdem mit Babys erstem Bad zu warten bis der Rest der Nabelschnur abgefallen und ausgeheilt ist. Aus ihrer Erfahrung wissen Sie, daß der Heilungsprozess schneller voranschreitet, wenn der Nabelbereich trocken bleibt.

Wo Babys baden?

Mit dem Baby Zuhause angekommen, ist das erste Baby-Bad zumeist ein echtes Erlebnis – sowohl für die frisch gebackenen Eltern als auch für das Kind selbst. Ob ein Baby das Baden liebt, oder ob es von Anfang an ein Riesen-Theater veranstaltet, hängt oftmals auch davon ab, worin es gebadet wird.

Babybadeeimer

Viele Kinder genießen die Erfindung des Tummy Tub* , eines Badeeimers, in dem sie sich so oftmals so wohl wie in Mamis Gebärmutter fühlen. Allerdings ist dieser oftmals nur dann geeignet, wenn er von Anfang an benutzt wird, da die Umstellung von beispielsweise einer Babybadewanne auf einen Tummy Tub den meisten Kindern sichtlich schwer fällt.

Babybadewanne, Badeeimer, Waschbecken oder Elternbadewanne

Andere Kinder hingegen sind von Anfang an nur für eine Badewanne zu begeistern, in der sie genügend Bewegungsfreiheit haben und ausgelassen planschen können. Das kann das tiefe Waschbecken mit gesicherten Armaturen sein, eine echte Babybadewanne*  oder auch die Badewanne der Eltern.

Probieren Sie einfach aus, was Ihrem Kind am besten gefällt und worin es sich am wohlsten fühlt. Aber versäumen Sie es nicht, auch gemeinsam mit ihrem Kind zu baden und sich gegenseitig Haut an Haut zu spüren. Auch Vater und Kind können diese sinnliche und Geborgenheit schaffende Atmosphäre miteinander teilen und ihre Bindung zueinander beim gemeinsamen Baden vertiefen.

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Die Badevorbereitung

Bereiten Sie das Bad für Ihr Baby rechtzeitig und vor allem stressfrei vor. Dazu gehört: Den Raum heizen, in dem das Baby gebadet werden soll, das Badewasser laufen lassen, gegebenenfalls einen Zusatz einfüllen, die Temperatur mittels Badethermometer*  überprüfen, ein Handtuch auf der Heizung vorwärmen, Creme oder Lotion herausstellen, und herauslegen, was das Baby nach dem Baden anziehen soll.

  1. Raum heizen (23 Grad)
  2. Handtuch bereitlegen (evtl. auf der Heizung oder im Wäschetrockner vorwärmen)
  3. Kleidung bereitlegen
  4. Wasser einlassen (Temperatur 37 Grad) , Wanne 3/4 befüllen
  5. Evtl. Wärmelampe über dem Wickeltisch vorheizen

Während der Raum, in dem das Baby gebadet wird, eine konstante Temperatur von 23 Grad haben sollte, sollte die Temperatur des Badewassers bei exakt 37 Grad liegen. Entsprechend sollten Sie die Wanne, mit ausreichend Wasser befüllen, denn sonst wird es ihrem Baby schnell zu kalt, und das Bad unangenehm.

Windelbereich vor dem Bad reinigen

Reinigen Sie noch vor dem Babybad den Windelbereich mit klarem Wasser und einem weichen Waschlappen*  . Achten Sie darauf, daß keine Stuhlreste ins Badewasser gelangen.

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Wie immer darauf achten: Bei Mädchen wird die Scheide immer von vorne nach hinten gereinigt. Bei Jungen sollten Sie die Vorhaut in den ersten zwei Lebensjahren nicht zurückstreifen, da Vorhaut und Eichel oft miteinander verklebt sind.

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Welcher Badezusatz ist für Babys Bad geeignet?

Ist die Haut des Babys gesund, braucht das Wasser keinen gesonderten Zusatz. Lechzt Babys Haut jedoch nach Feuchtigkeit, können dem Badewasser ein milder Badezusatz oder besser noch einige Tropfen Öl, beispielsweise Mandelöl*  , hinzugefügt werden.

Geheimtipp zur besseren Verteilung des Öls im Wasser ist es, das Öl vorher mit süßer Sahne zu verquirlen und es erst dann dem Badewasser hinzuzufügen. Beim allerersten Bad allerdings sollte Öl aus Sicherheitsgründen vermieden werden, damit Ihnen Ihr Baby nicht plötzlich aus den Händen rutscht. Ebenfalls zu vermeiden ist – zumindest bei anderen Zusätzen als Ölen – die Bildung von Schaum, da dieser versehentlich von Ihrem Baby eingeatmet werden könnte.

Hebammen hingegen wissen, dass für Babys Haut die Muttermilch das beste Allheilmittel darstellt, insbesondere, wenn ein paar Tropfen davon mit ins Badewasser gegeben werden. Dann fällt es auch leicht, auf andere Zusätze zu verzichten.

Wie lange dürfen Babys baden?

Babys sollten nicht länger als 5 bis 10 Minuten im Wasser verbleiben, da eine längere Zeitdauer die empfindliche Haut unnötig angreift und ihren noch nicht komplett funktionsfähigen Säureschutzmantel zusätzlich schwächt.

Wie oft soll ich mein Baby baden?

In den ersten Lebensmonaten, reicht es, ihr Baby einmal, maximal jedoch zweimal in der Woche zu baden. Für die tägliche Reinigung dazwischen, genügt es, das Gesicht und die Hände, den Bauch, den Rücken und die Füße einmal täglich mit einem feuchten Waschlappen sanft zu reinigen. Der Po hingegen erhält bei jedem Windelwechsel sein eigenes Pflegeprogramm.

Morgens oder Abends: Wann Babys baden?

Ob Sie das Baby lieber am Morgen oder am Abend baden, kommt auf ihren individuellen Tagesablauf an. Da das Baby nach dem Baden oft sehr müde ist, entscheiden sich viele Eltern für die Babypflege am Abend. Da Babys klare Strukturen und geregelte Tagesabläufe lieben, sollte ihr Kleines nach Möglichkeit immer etwa zur gleichen Zeit gebadet werden.

Wann Babys baden nach dem Stillen oder Flasche?

Stillen ist für das Baby sehr anstregend, ebenso benötigt der Verdauungsvorgang viel Energie. Damit ihr Baby sich erholen und das Bad genießen kann, sollten Sie ihm eine Pause gönnen. Hebammen empfehlen nach der Nahrungsaufnahme ca. eine Stunde mit dem baden zu warten.

Babys Bad: Waschen, planschen, Babypflege

Legen Sie ihr Kleines auf den Arm und lassen Sie es langsam ins warme Wasser gleiten. Mit der gleichen Hand halten Sie ihr Baby an seinem Oberarm fest.  Mit der freien Hand können Sie nun ihr Baby waschen. Viele Eltern benutzen hierfür einfach ihre Finger oder einen weichen Molton Waschlappen.

Angefangen wird mit Babys Kopf. Benetzen Sie das Köpfchen und Haare vorsichtig mit Wasser. Bereits vorhandene Haarpracht benötigt noch kein Shampoo. Es ist völlig ausreichend wenn Sie mit einem feuchten Waschlappen über den Haarflaum wischen.

Anschließend fahren Sie mit der Hand oder dem Waschlappen*  sanft über das Gesicht, Nase und Mund. Die Augen werden behutsam von außen nach innen gereinigt.   

Ist die Babypflege am Köpfchen beendet, können Sie jetzt mit den Achseln, Bauch, Windelbereich und Füßchen fortfahren. Schenken Sie den Körperfalten ihre besondere Aufmerksamkeit, hier sammeln sich gerne Schweiß und Wollmäuse von der Babykleidung.  Um den Rücken zu waschen, fassen Sie einfach unter das Baby.  Achten Sie immer darauf, dass ihr Kleines gut dem warmen Wasser bedeckt ist, damit es nicht auskühlt.

Nach dem Baden

Nach dem Bad sollte das Baby in ein vorgewärmtes, kuschelig-weiches Kapuzenbadetuch*  gehüllt und sanft abgetrocknet werden. Hierzu tupft man am besten, anstatt zu rubbeln. Vergessen Sie dabei auf keinen Fall die niedlichen Speckfalten, in denen sich die Badefeuchtigkeit liebend gerne ansammelt. Achten Sie hier besonders auf die Hautfalten am Hals, im Nacken, in den Armbeugen und an den Kniekehlen.

Viele Babys genießen nach dem Baden und Abtrocknen eine Kuscheleinheit in Mamas Armen. Dabei sollten Eltern allerdings darauf achten, dass das Zimmer angenehm warm ist, damit sich das Kleine nicht erkältet. Babys lieben es, sich nach dem Bad nackig unter einem Wickeltischheizstrahler zu räckeln und zu strecken. Das ist auch die richtige Zeit für liebevolle Streicheleinheiten oder eine sanfte Massage.

Babys mit einem Föhn zu trocken ist keine gute Idee. Die Gefahr das Baby mit dem warmen Luftstrahl zu verbrennen ist groß! Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr durch einen Stromschlag. Eltern von kleinen Jungs kennen das nur zu gut – ein plötzlicher Pipistrahl der in den Föhn trifft wäre fatal.

Babys baden: Lotion oder Creme nach dem Bad?

Ob Sie nach dem baden eine Lotion oder Creme für Babys Haut verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Nötig ist es nicht. Vor dem Auftragen der Lotion sollten sie diese in den Händen anwärmen und dann sanft in die Babyhaut einmassieren. Eine wohltuende Babymassage durch Mamis streichelnde Hände beendet auf sanfte Weise das Baderitual und die Babypflege.

Verzichten sollten Sie auf Öle. In einer Studie wurde das noch bis vor kurzem gelobte Sonnenblumen- oder Olivenöl für Babys Haut widerlegt. Die Öle behindern auf Dauer die Entwicklung der natürlichen Hautbarriere.

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